Stadt geht Rad-Offensive an

Heidelberg am Rad der Zeit!

+

Heidelberg - Heidelberg gehört zu den Fahrradhauptstädten Deutschlands – und damit das so bleibt, nimmt man zahlreiche Maßnahmen in Angriff. Ein Überblick:

In Heidelberg legen rund 35 Prozent der Bürger ihre Wege innerhalb der Stadt mit dem Fahrrad zurück – nur die Radhochburgen Münster und Freiburg erreichen in Deutschland solch einen Wert.

Doch damit nicht genug! Der Radverkehr in der Stadt am Neckar soll weiter an Attraktivität gewinnen. „Dazu gehen wir eine Rad-Offensive mit einem ganzen Maßnahmenbündel an“, so OB Eckart Würzner.

Eine der Hauptmaßnahmen: Der Bau einer zusätzlichen Rad-Achse vom Heidelberger Süden über den Neckar in das Neuenheimer Feld.

Zu Spitzenzeiten sind hier jeden Tag rund 12.000 Menschen auf zwei Rädern unterwegs. „Das ist ein schöner Erfolg unserer Radpolitik. Auf den wollen wir aufbauen. Wir brauchen deshalb eine Nord-Süd-Achse in einer ganz neuen Qualität“, so Würzner weiter.

>>> Neue Fahrrad-Brücke verbindet Bergheim mit Bahnstadt!

Wie genau diese Qualität erreicht werden soll, ist schon jetzt erkennbar: Die Stadt hat in den vergangenen Jahren eine neue Trasse von der Südstadt in die Bahnstadt angelegt. Auf den ehemaligen Bahntrassen werden Radfahrer und Fußgänger gemeinsam geführt. Die gesamte Trasse ist kreuzungsfrei, Straßen werden per Brücken überspannt. 

Das Angebot kommt hervorragend an“, freut sich der Oberbürgermeister. „In einer noch besseren Qualität setzen wir die Trasse fort bis an den Ort, der den meisten Verkehr in Heidelberg anzieht: das Neuenheimer Feld.“ 

Die Stadt geht jetzt die zwei letzten großen Teilprojekte für die Nord-Süd-Achse an. Die Gneisenaubrücke verbindet die Bahnstadt mit Bergheim über die Bahngleise hinweg. Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium. Das Geld –8,5 Millionen Euro – steht bereits bereit, inklusive Fördermitteln von 1,7 Millionen Euro durch das Land.

Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen.

Die Stadt wächst – und mit ihr das Verkehrsaufkommen

Der Verkehr ist die wichtigste Herausforderung in unserer Stadt – das ergibt regelmäßig die Heidelberg-Studie. Ein Grund ist, dass wir uns in einem innerstädtischen Bereich bewegen, der hoch verdichtet ist, und das Straßennetz ist weder quantitativ noch qualitativ den heutigen Anforderungen gewachsen“, so Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck.

In nur zehn Jahren sei die Einwohnerzahl um rund 15.000 Bürgerinnen und Bürger gestiegen. Mit der Entwicklung der Bahnstadt und der Konversionsflächen setze sich der Trend fort.

>>> Ausblick 2018: 7 Dinge, die für Heidelberg wichtig werden

Daneben ist die Weiterentwicklung der Ost-West-Achse geplant. Sie sieht beispielsweise eine Umgestaltung des Adenauerplatzes vor. Dort soll die Radwegeführung in Ost-West-Richtung klarer strukturiert werden, unter anderem mit neuen Fahrradstreifen und Ampeln. Die Arbeiten sollen ab Februar 2019 beginnen – Kosten: voraussichtlich 1,15 Millionen Euro.

>>> „Fahrradschnellstrecke“ in der Anlage soll Plöck entlasten

Hinzu kommt der schrittweise Lückenschluss des bestehenden Radwegenetzes. Die Stadt hat hierzu ein Programm definiert, um 15 Lücken zu schließen. Das Spektrum reicht von wenigen Metern wie in Neuenheim an der Haltestelle Kußmaul-Straße bis hin zu mehreren Kilometern entlang der Peterstaler Straße in Ziegelhausen. Ebenfalls geplant sind weitere Fahrradstraßen. In der Vorbereitung sind derzeit 20 Abschnitte.

Mögliche Trassenführung von Heidelberg nach Mannheim.

Gemeinsam mit anderen Kommunen und dem Verband Region Rhein-Neckar setzt sich Heidelberg dafür ein, interkommunale Radschnellwege zu schaffen.

Hintergrund ist, dass Heidelberg eine Stadt mit sehr hoher Pendlerquote ist: Der Anteil der Einpendler an den Beschäftigten am Arbeitsort beträgt 70 Prozent. Anvisiert werden Radschnellwege in nördlicher Richtung entlang der Bergstraße bis nach Darmstadt, nach Südwesten bis Schwetzingen, nach Süden bis Bruchsal. Zudem soll die Radverbindung nach Leimen ausgebaut werden.

>>> Von Heidelberg nach Mannheim: Das kann die neue Radschnellverbindung!

Unsere Vision ist eine schnelle und komfortable Fahrradwegeverbindung von Schwetzingen über Heidelberg bis nach Darmstadt beziehungsweise bis nach Mannheim“, sagte Alexander Thewalt, Leiter des Amts für Verkehrsmanagement. 

Mit Pedelecs und E-Bikes lassen sich heute auch größere Distanzen zurücklegen – ohne verschwitzt ins Büro zu kommen. Fast jeder dritte Weg, der mit dem Auto gefahren wird, ließe sich ersetzen, wenn die Potenziale des Fahrrads ausgeschöpft werden. Das hat eine Studie des Umweltbundesamts vor fünf Jahren ergeben. Aus Fahrradmetropolen wie Amsterdam oder Kopenhagen weiß man, dass mit der Verbesserung der Fahrradinfrastruktur der Anteil an Fahrradfahrerinnen und -fahrer erheblich ansteigt. Daher sind wir mit unseren Radverkehrsaktivitäten auf einem guten Weg.

>>> Hauptbahnhof: Neue Markierungen – aber kein Platz für Fahrräder!

pm/rob

Mehr zum Thema

Kommentare