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Heidelberg: Separate Radspur auf B37 ‒ Erste Ergebnisse zu Verkehrsversuch

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Von: Peter Kiefer

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Der Verkehrsversuch auf der B37 in Heidelberg läuft seit Mai 2021. (Symbolfoto)
Der Verkehrsversuch auf der B37 in Heidelberg läuft seit Mai 2021. (Symbolfoto) © picture alliance / Arne Dedert/dpa

Heidelberg – Der große Radverkehrsversuch auf der B37 läuft seit Mai 2021. Jetzt zieht die Stadt Bilanz bezüglich Anzahl der Radfahrer und des motorisierten Verkehrs:

Bereits seit Mai 2021 können Radfahrer auf einer Länge von 3,6 Kilometern auf einem provisorischen Radweg entlang der B37 zwischen Heidelberg-Schlierbach (S-Bahnhof) und Ortseingang Neckargemünd geschützt auf der Neckarseite in beide Richtungen radeln. Dafür musste eine der vier Spuren für den Kraftfahrzeugverkehr wegfallen. Der Verkehrsversuch scheint geglückt: Die erste Bilanz zeigt, dass auf der Strecke jetzt viel mehr Radfahrende unterwegs sind – und der motorisierte Verkehr nicht wesentlich auf andere Strecken ausweicht. Letzteres könnte allerdings auch am pandemiebedingten Rückgang des Autoverkehrs liegen. 

Der Verkehrsversuch wird bis Frühsommer 2023 fortgesetzt. Für den gegenläufigen Radweg auf Neckarseite hatte die Stadt Bushaltestellen umbauen, Markierungen, Schutzeinrichtungen und Beschilderungen herstellen sowie Lichtsignalanlagen anpassen lassen. Die Kosten für die Maßnahme von insgesamt rund 920.000 Euro werden zwischen Bund, Land und der Stadt Heidelberg aufgeteilt. 

StadtHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl158.741 (31. Dez. 2020)
Fläche108,84 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberg: Radweg als Versuchsprojekt – Dauer zunächst zwei Jahre

Der Radweg ist als Verkehrsversuch für zunächst zwei Jahre vorgesehen. Hintergrund ist, dass es nach derzeit gültigem Recht nicht möglich ist, eine Fahrspur auf einer Bundesstraße in einen Radweg umzuwandeln. Dies kann nur über einen Verkehrsversuch legitimiert werden. Die Hochschule Karlsruhe begleitet das beispielhafte Verkehrsprojekt wissenschaftlich. Mit dem Projekt will die Stadt Heidelberg aus Klimaschutzgründen den Radverkehr weiter fördern und den Autoverkehr und damit CO2-Emissionen langfristig reduzieren. Über die Zwischenbilanz werden die Mitglieder des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität am 16. Februar und der Gemeinderat am 17. März informiert.

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Die Hochschule Karlsruhe arbeitet mit Verkehrszählungen, Kennzeichenverfolgung, Vorher-Nachher-Untersuchungen durch Seitenradargeräte (im Jahr 2019 und im Jahr 2021) und Befragungen unterschiedlicher Gruppen von Verkehrsteilnehmenden. Die wichtigsten Ergebnisse: 

Heidelberg: #hd4climate – der große Klimaschutz-Aktionsplan der Stadt

Im bisherigen Zustand gab es entlang der mit einer Geschwindigkeit von stellenweise bis zu 100 km/h befahrbaren, freien Strecke der B37 lediglich sogenannte Mehrzweckstreifen am Fahrbahnrand in beide Richtungen. Diese weniger als einen Meter breiten Streifen waren lediglich durch einen weißen Markierungsstreifen vom Autoverkehr optisch abgesetzt. Die Stadt Heidelberg und das Regierungspräsidium Karlsruhe stuften die Verkehrssicherheit in diesem Zustand als gering ein. In Absprache mit dem Bund und dem Land Baden-Württemberg wurde deshalb der auf zwei Jahre angelegte Verkehrsversuch gestartet.

Der Verkehrsversuch auf der B37 in Heidelberg läuft seit Mai 2021. (Symbolfoto)
Der Verkehrsversuch auf der B37 in Heidelberg läuft seit Mai 2021. (Symbolfoto) © picture alliance / Arne Dedert/dpa

Auf ihrem Weg zur klimaneutralen Stadt hat Heidelberg im November 2019 einen großen Klimaschutz-Aktionsplan mit den ersten 30 konkreten Vorschlägen aufgelegt. Dieser Aktionsplan legt Ziele und Prioritäten innerhalb des „Masterplan 100% Klimaschutz“ fest (www.heidelberg.de/masterplan100). Die Vorschläge betreffen alle Lebensbereiche, von Bauen und Wohnen, Ernährung und Konsum über die naturnahe Stadtgestaltung bis zur Mobilität (#hd4climate). (PM/pek)

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