OB Würzner „fassungslos“

Nach Betriebshof-Entscheidung: „Nahverkehr extrem gefährdet“

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Betriebshof: OB Würzner ist „fassungslos“. (Archivbild)

Heidelberg - Nach der Betriebshof-„Entscheidung“ herrscht bei Stadt und RNV weiter Fassungslosigkeit. Die Reaktionen von OB Würzner und RNV-Geschäftsführer in der Beek:

Unverständnis und Entsetzen. Auch am Tag nach der Gemeinderats-Abstimmung über den RNV-Betriebshof am Donnerstag (22. November) sind die Verantwortlichen von Stadt und Verkehrsunternehmen bestürzt.

„Nahverkehr extrem gefährdet“

Oberbürgermeister Eckart Würzner, der bereits während der Sitzung von einer „Katastrophe“ gesprochen hat, äußert sich am Freitag ausführlicher zum Thema: „Ich bin auch einen Tag nach der Abstimmung immer noch fassungslos. Alle wollen einen umweltfreundlichen, attraktiven Nahverkehr in der Stadt.“ Der sei durch die Entscheidung „extrem gefährdet“. Dabei biete die RNV ein „hervorragendes Angebot“, so das Stadtoberhaupt.

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Durch den Gemeinderatsbeschluss müsse „der Betriebshof auf unbestimmte Zeit in seinen veralteten Gebäuden am zu engen Standort“ bleiben. Welche Summen die Stadt für die permanenten Reparaturen bereitstellen müsse, ist laut Würzner derzeit noch nicht abzuschätzen. Zudem müsse sich die Stadt jetzt überlegen, wie man den Fahrgästen Leistungen wie die Einführung von E-Bussen oder den Ausbau des Straßenbahnnetzes anbietet. Dies sei am alten Betriebshof nicht mehr möglich, so Würzner.

Schaden für die Metropolregion

Sichtlich angefressen verließ Martin in der Beek, der technische Geschäftsführer der RNV, am Donnerstagabend nach der Abstimmung den Sitzungssaal. Seine Reaktion am Freitag: „Die Unentschlossenheit des Gemeinderates der Stadt Heidelberg, eine Entscheidung zu treffen, ist für die RNV nicht nachvollziehbar. Schließlich haben alle Gemeinderäte den dringenden Handlungsbedarf in Sachen Betriebshof erkannt.

Martin in der Beek (Archivbild).

Die RNV treibe den Ausbau des ÖPNV als vernetztes System an allen Standorten voran. „Das gestrige Ergebnis schadet dem öffentlichen Personennahverkehr nicht nur in Heidelberg sondern insgesamt in der Metropolregion“, stellt in der Beek fest. „Ohne ausreichend dimensionierte Betriebshöfe und Abstellanlagen wird die Realisierung weiterer Strecken und der Ausbau des Angebotes nicht möglich sein.

Auch wenn die Enttäuschung beim Verkehrsunternehmen „sehr groß“ ist, werde man seitens der RNV „weiter auf Entscheidung drängen und Aufträge für die Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen gewissenhaft umsetzen.“ Bezüglich konkreter Maßnahmen will man sich in den kommenden Tagen mit der Stadt abstimmen.

rmx

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