Anschlussunterbringung

Kolbenzeil: Flüchtlingsunterkunft in Planung

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Baufenster für die geplante Unterkunft für Flüchtlinge im Kolbenzeil in Rohrbach mit angrenzender Grünfläche im Süden.

Heidelberg-Rohrbach - Ende Mai soll der ehemalige Sprachheilkindergarten auf dem Grundstück Kolbenzeil abgerissen werden. Die Stadt will ein neues Gebäude errichten.

Die Stadt plant, am Standort „Kolbenzeil 7-9“ eine Flüchtlingsunterkunft für 100 bis 140 Personen in der Anschlussunterbringung zu schaffen. Die Pläne präsentierte Sozialbürgermeister Dr. Joachim Gerner auf der Sitzung des Bezirksbeirats Rohrbach am Donnerstagabend. 

Obwohl die Planungen noch nicht abgeschlossen sind, möchten wir bereits zu diesem frühen Zeitpunkt darstellen, wo wir stehen. Die Stadtverwaltung nimmt das Bedürfnis der Menschen vor Ort nach Information sehr ernst“, sagte Bürgermeister Dr. Joachim Gerner.

Das Grundstück des ehemaligen Sprachheilkindergartens in Rohrbach ist einer von 14 Standorten in den Heidelberger Stadtteilen, die zusätzlich zu den bereits vorhandenen vier Unterkünften im Pfaffengrund, in Bergheim und in Kirchheim für die Unterbringung von Flüchtlingen entwickelt werden sollen.

Rund 200 Bürger waren gekommen, um sich über die Planungen der Stadt für das Grundstück „Kolbenzeil“ zu informieren. Bürgermeister Gerner bewertete es als überaus positiv, dass sich auch in Rohrbach schon frühzeitig aus dem Stadtteil heraus eine Unterstützungsinitiative „Arbeitsgruppe Asyl - Rohrbach sagt ja“ für die Integration von Flüchtlingen gebildet hat.

Pläne für den Standort Kolbenzeil

Auf dem Grundstück sollen neue Wohngebäude in Massivbauweise entstehen. Es sollen zunächst 100 bis 140 Asylsuchende in der Anschlussunterbringung Platz bieten. Das sind entweder Flüchtlinge, deren Asylantrag bereits positiv beschieden wurde oder deren Asylverfahren seit mehr als 24 Monaten läuft. 

Am Standort Kolbenzeil ist perspektivisch eine langfristige Wohnnutzung möglich, wenn er nicht mehr für die Unterbringung von Flüchtlingen benötigt wird. Für den Bau der neuen Gebäude muss der seit Jahren leerstehende alte Sprachheilkindergarten abgerissen und das Grundstück für die künftige Bebauung vorbereitet werden.

Derzeit wird von der GGH und städtischen Ämtern ein Baukonzept entwickelt, das sich in die Umgebung einfügt. Das Konzept sieht die Grundstückszufahrt im Norden, das Baufeld in der Mitte und einen grünen Freiraum im Süden vor. Innerhalb des rund 1.400 Quadratmeter großen Baufensters sollen Unterkünfte mit Zwei- und Dreizimmer-Wohnungen errichtet werden. Mindestens eine Etage soll barrierefrei sein. Angedacht ist eine Bebauung mit maximal drei Vollgeschossen mit Flachdach und ohne Staffelgeschoss. 

Auch ein Spielplatz ist auf dem Areal vorgesehen. Für die Flüchtlingsunterkunft werden zunächst zwei Stellplätze für Personal eingeplant. Bei einer späteren Wohnnutzung ist je Wohnung ein Stellplatz vorgeschrieben. Im südlichen Bereich soll eine Grünfläche entstehen.

Ansprechpartner und Sicherheit vor Ort

In der Unterkunft „Kolbenzeil 7-9“ sollen ein Hausmeister und ein Sozialarbeiter vor Ort Ansprechpartner für die Bewohner der Unterkünfte und die Anwohner sein. Der Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Heidelberg, Thomas Wellenreuther, koordiniert das ehrenamtliche Engagement. Weiterer wichtiger Partner ist der neugegründete „Arbeitsgruppe Asyl – Rohrbach sagt ja“.

Durch die enge Betreuung der Flüchtlinge durch die Stadt und ihre Partner wird es vor Ort ausreichend professionelle Kräfte und Ehrenamtliche geben, die bei eventuellen Problemen und Fragen zur Verfügung stehen. 

Bereits heute hat die Stadt Heidelberg auch eine Rund-um-die-Uhr-Rufbereitschaft ihres sozialen Dienstes sichergestellt und kooperiert dabei eng mit der Polizei. Die Stadt hat zudem ein Sicherheitsunternehmen beauftragt, das in und um die städtischen Flüchtlingsunterkünfte eingesetzt wird.

So gehts weiter

Die Stadt will im Juli einen Bauantrag einreichen. Sollten innerhalb von vier Wochen keine Einwendungen gegen das Vorhaben eingehen, könnte Ende August, Anfang September mit dem Bau der neuen Gebäude begonnen werden.

Zudem hat die Stadt angekündigt, auch ein Bauplanverfahren einleiten zu wollen. „Wir wollen hier langfristig Wohnraum schaffen. Deshalb möchten wir die Umgebung, inklusive Grünflächen und Durchwegung, gestalten“, erklärte Dr. Gerner.

Ende Mai/Anfang Juni soll der ehemalige Sprachheilkindergarten auf dem Areal abgerissen werden. Das bestehende Gebäude enthält asbesthaltige Baustoffe. Um eine Gefährdung von Anwohnern und Passanten zu vermeiden, wird das Gebäude während der Abrissarbeiten eingehaust.

Stadt Heidelberg/rmx

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