Symbolische Gedenkaktion

Aktivisten benennen Straße in Rohrbach nach Mordopfer

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Aktivisten benennen die Sickingenstraße nach dem NSU-Opfer Süleyman-Tasköprü um.

Heidelberg-Rohrbach - Die Verbrechen, die im NSU-Prozess erörtert werden, waren grauenhaft. Aktivisten erinnern an die Opfer, indem sie Straßennamen nach ihnen umbenennen: 

+++ Am Mittwoch (11. Juli) fällt nach rund fünf Jahren das Urteil gegen Beate Zschäpe! 

>>> Unser News-Ticker zum NSU-Prozess

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Einen Tag vor dem Urteil im NSU-Prozess versehen linke Aktivisten am Dienstag (10. Juli) in mehr als 20 Städten rund 200 Straßen mit den Namen der Opfer des Terrornetzwerks. 

Aktivisten nennen die Sickingenstraße nach dem NSU-Opfer Süleyman-Tasköprü um.

Darunter auch Mannheim (

MANNHEIM24 BERICHTETE

) – und Heidelberg! Dort zum Beispiel

in der Sickingenstraße

. Diese benennen die Aktivisten kurzerhand in die

Süleyman-Tasköprü-Straße

um. 

Das Bundesamt für Verfassungsschutz führt die Organisation als linksextremistisch. Nach Angaben der Verfassungsschützer will sie eine Verbindung schaffen zwischen militanten Gruppierungen und nichtgewaltorientierten Linksextremisten.

Mit drei Kopfschüssen hingerichtet

Der türkische Mann wird 2001 in seinem Gemüseladen in Hamburg durch drei Kopfschüsse kaltblütig hingerichtet. Erst zehn Jahre später kommt raus, dass er wohl Opfer der Neonazis ist.

Süleyman-Tasköprü wird in seinem Laden mit drei Kopfschüssen kaltblütig hingerichtet.

Die Sickingerstraße befindet sich Stadtteil Rohrbach und grenzt an die Römerstraße an. Sie befindet sich in unmittelbarer Nähe vom großen Rewe-Center.

Die Sickingenstraße befindet sich im Stadtteil Rohrbach.

Bereits Sonntagabend (8. Juli) benennen Mannheimer Aktivisten mehrere Straßen in der Neckarstadt-Ost um. Die „Lange Rötterstraße“ wird zur „Enver-Şimşek-Straße“ – der „Clignetplatz“ zum „Habil-Kılıç-Platz“. 

MANNHEIM24 befragt die Facebook-Nutzer, was sie von der Aktion halten: „gut und wichtig“ oder „unnötiger Vandalismus“? Sehr erstaunlich ist dabei, dass sich nur 63 für Ersteres entscheiden. 87 User sind mit der Aktion nicht einverstanden.

NS-belastete Straßennamen

Für die „Umbenennungen“ seien vor allem Straßen ausgesucht worden, die NS-belastete Namen trügen und die längst hätten umbenannt werden müssen, teilte die Interventionistische Linke (IL) der Deutschen Presseagentur mit. 

Mit der Aktion wolle man „das Ausmaß rassistischer Gewalt sichtbar machen und den Opfern des NSU und ihren Angehörigen Respekt erweise“, heißt es. 

Zudem äußerte die IL Kritik an den Behörden und an der Bundesanwaltschaft. Diese habe die Aufklärung des Terrornetzwerks verhindert und staatliche Beteiligung vertuscht. 

Am Mittwoch (11. Juli) will das Münchner Oberlandesgericht das Urteil gegen Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte im NSU-Prozess verkünden. Zschäpe ist nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft eines von drei Mitgliedern des "Nationalsozialistischen Untergrunds".

Sie sei als Mittäterin für alle Verbrechen verantwortlich, die ihre beiden Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt verübt haben. Dazu gehören zehn Morde. Neun der Opfer sind Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft. 

Motiv: Fremdenhass

Die Motive sollen Fremdenhass und Hass auf den Staat sein. Mit bislang 437 Verhandlungstagen und einer Dauer von mehr als fünf Jahren ist der NSU-Prozess ein Mammutprozess. 

Trotzdem bleiben viele Fragen offen, etwa, ob zum „Nationalsozialistischen Untergrund“ noch weitere Menschen gehören. Zudem gibt es massive Vorwürfe gegen die Behörden etwa zu fehlenden Aussagegenehmigungen für Geheimdienstler und geschredderten Akten.

dpa/gs

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