Stimmen hätten es befohlen

Bluttat in Rohrbach: Sohn tötet Mutter um "Menschheit zu retten" – Urteil gefallen

Jörg S. befahlen Stimmen seine Mutter umzubringen.
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Jörg S. befahlen Stimmen seine Mutter umzubringen. (Symbolfoto)

Heidelberg-Rohrbach: Stimmen hätten ihm verleitet seine Mutter umzubringen. Jetzt fällt das Urteil gegen J��rg S.:

  • Im November 2019 wird eine 58-jährige Frau in Heidelberg-Rohrbach in ihrer Wohnung erstochen.
  • Ihr Sohn Jörg S. gesteht die Tat und wird festgenommen und in eine psychiatrische Klinik eingeliefert.
  • Am Montag (20. Juli) beginnt der Prozess am Landgericht Heidelberg – unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
  • Das Urteil fällt am Freitag, 24. Juli.

Update vom 24. Juli: Der an einer paranoiden Schizophrenie leidende Jörg S. soll unter dem Einfluss seiner Erkrankung im November 2019 seine Mutter mit zahlreichen Messerstichen in deren Wohnhaus in Heidelberg getötet haben. „Stimmen“ hätten ihm dies befohlen, um „die Menschheit zu retten“.

Bereits im März 2019 soll der Beschuldigten unter denselben Wahnvorstellungen leidend, auf dem Heimweg gegen 1 Uhr nachts eine ihm unbekannte Geschädigte in Heidelberg geschlagen und gewürgt haben. Auch hier habe er in Tötungsabsicht gehandelt haben. Am Freitag, 24. Juli fällt das Urteil im Mordprozess: Jörg S. soll in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden. Die Unterbringung erfolge „ohne Endtermin“. Sollte sich eine ausreichende Besserung einstellen, werde man weitersehen. Die momentane „Sozial- und Kriminalitätsprognose“ sei aber „ungünstig“. Eine Schuld im Rechtssinn kann das Gericht aufgrund seiner Erkrankung nicht feststellen.

Bluttat in Rohrbach: Sohn tötet Mutter – fällt das Urteil noch diese Woche?

Update 22. Juli: An den ersten beiden Verhandlungstagen haben insgesamt 18 Zeugen sowie eine Rechtsmedizinerin und ein Psychiater ausgesagt. Auch der Beschuldigte Jörg S. selbst hat sich umfassend zu seiner Person und zur Tat geäußert. Details der Aussagen können wegen des Ausschlusses der Öffentlichkeit nicht genannt werden, wie der Pressereferent der Landgerichts Heidelberg, Dr. Thomas Henn, mitteilt.

Landgericht Heidelberg: Fällt Urteil früher als erwartet?

Update 21. Juli: Ein Pressesprecher des Landgerichts Heidelberg teilt auf HEIDELBERG24-Anfrage mit, dass die Beweisaufnahme abgeschlossen ist und am Freitag ab 9:45 Uhr die Plädoyers gehalten werden. Sollte dies ohne Verzögerungen erfolgen, könnte das Urteil bereits am Freitag gegen 12:00 oder 13:00 Uhr verkündet werden. Die Urteilsverkündung soll nach derzeitiger Planung in vollem Umfang öffentlich erfolgen.

Update 20. Juli: Zum Prozessauftakt im Fall Jörg S. wird die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen. Aufgrund der psychischen Krankheit des Beschuldigten, hatte die Verteidigerin von Jörg S. den Ausschluss der Öffentlichkeit bereits im Voraus für alle Verhandlungstage beantragt.

Das Landgericht Heidelberg hat diesem Antrag am ersten Verhandlungstag stattgegeben. Für diese und nächste Woche sind insgesamt vier weitere Verhandlungstage angesetzt, der letzte davon am 31. Juli. Die Urteilsverkündung soll dann öffentlich erfolgen.

Heidelberg: Haben Jörg S. „Stimmen" befohlen seine eigene Mutter zu töten?

Erstmeldung vom 16. Juli: Am 27. November 2019 alarmiert eine Frau die Polizei, weil sie ihre Bekannte seit Tagen nicht erreichen kann. Die Polizei kontrolliert daraufhin die Wohnung der Bekannten in der Leimer Straße im Stadtteil Rohrbach und macht eine schreckliche Entdeckung: Die 58-Jährige ist erstochen worden. Ihr 21-jähriger Sohn Jörg S. hält sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in der Wohnung auf. Er wird verhaftet und dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der eine einstweilige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus anordnet. Einen Tag später, am 28. November, gibt die Polizei Heidelberg in einer Pressemitteilung bekannt, Jörg S. leide an einer psychischen Krankheit und habe die grauenvolle Tat an seiner Mutter bereits gestanden.

Name Heidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl160.355 (2019)
Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner (parteilos)
Hochschulen und UniversitätenUniversität Heidelberg, Pädagogische Hochschule Heidelberg, Hochschule Heidelberg

Am Montag (20. Juli) muss sich Jörg S. nun vor dem Landgericht in Heidelberg für seine Tat verantworten. Er soll an paranoider Schizophrenie leiden und unter Einfluss der Krankheit im November 2019 seine Mutter mit zahlreichen Messerstichen getötet haben. „Stimmen“ hätten ihm dies befohlen, um „die Menschheit zu retten“. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landgerichtes Heidelberg hervor.

Heidelberg-Rohrbach: Jörg S. gesteht eine weitere schreckliche Tat

Und noch eine andere Straftat wird Jörg S. angelastet: Bereits im März 2019 soll der Beschuldigte unter denselben Wahnvorstellungen leidend, eine 28-jährige Frau in der Poststraße angegriffen und versucht haben sie zu töten. Wie die Polizei damals berichtet, hat er die junge Frau in der Nähe des Carré in Heidelberg geschlagen und gewürgt. Nur durch das Einschreiten von Zeugen hat er von ihr abgelassen und ist geflüchtet.

Jörg S. gesteht nach seiner Festnahme 2019 auch den Angriff in der Poststraße in Heidelberg. Zusätzlich können Kriminaltechniker Spuren im Zusammenhang mit dem Angriff in der Poststraße sichern, die den jungen Mann als Täter überführen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln daraufhin Umstände, Hintergründe und ein mögliches Motiv der Tat.

Das Landgericht Heidelberg hat bereits Fortsetzungstermine für das Verfahren bekannt gegeben: Am Dienstag, 21. Juli (8:30 Uhr), Freitag, 24. Juli (9:45 Uhr), Dienstag, 28. Juli (8:30 Uhr) und Freitag, 31. Juli (8:30 Uhr) wird weiter über den Fall Jörg S. verhandelt. (akm)

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