Schutz der Fledermäuse 

Schlossruine: Treffpunkt der Nachtschwärmer

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Das Schloss und der Schlossgarten beherbergen insgesamt rund 1.000 Fledermäuse.

Heidelberg - Schon gewusst? Das Schloss ist nicht nur Kulturdenkmal, sondern auch Lebensraum der größten Fledermauskolonie Nordbadens. Für den Schutz der Tiere wird einiges getan!

Für die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, die für den Betrieb des Heidelberger Schlosses zuständig sind, gelten strenge Regeln zum Schutz des einzigartigen Biotops.

Als Fortbildung für alle im Schloss Tätigen hielt jetzt sogar Diplom-Biologin Brigitte Heinz von der Koordinationsstelle für Fledermausschutz einen Vortrag über die wichtige Bedeutung der Schlossanlage als Fledermausquartier.

Doch was muss man berücksichtigen, um jährlich Millionen von Besuchern mit den Bedürfnissen dieser streng geschützten Tiere zu vereinbaren?

Ausgewiesenes Biotop

Das Heidelberger Schloss ist das bedeutendste Winterquartier in Nordbaden und in den Sommermonaten ein Treffpunkt für die Zwergfledermäuse der Region. Im Juli und August kann man unzählige der Nachtschwärmer beobachten, wie sie ihren Jungtieren die Winterhangplätze zeigen.

Zu den wichtigsten Überwinterungsplätzen zählen die Kasematten (unterirdische Gewölbe im Festungsbau) sowie die Keller, Türme und Gänge. Zum Beispiel im Bereich des Hirschgrabens, dem Gläsernen Saalbau und dem Glockenturm hängen die Tiere in Mauerfugen und kleinen Deckenlöchern. Um die sensiblen Fledermäuse nicht zu stören, sind diese Bereiche für Besucher weitgehend abgesperrt.

Das Heidelberger Schloss

Lebensraum Schlossruine

Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Bedeutung der Anlage für Fledermäuse bekannt. Hier haben sich vor allem die Zwergfledermaus und das Große Mausohr angesiedelt. 

Die Zwergfledermaus ist nur rund 5 Zentimeter groß, passt mit angelegten Flügeln in eine Streichholzschachtel und wiegt gerade so viel wie zwei Stück Würfelzucker. Das Große Mausohr hingegen ist mit einer Flügelspannweite von 40 Zentimetern die größte heimische Fledermausart. 

Auch im Schlossgarten sind Fledermäuse zu finden: Hier flattern zum Beispiel der Abendsegler und die Breitflügelfledermaus, die in Baumhöhlen leben.

Für den Schutz der Nachtschwärmer wird viel getan.

Insgesamt sind im Schlossareal elf Fledermausarten und insgesamt 1.000 Tiere beheimatet. 

Maßnahmen zum Schutz

Um den Lebensraum der unter Artenschutz stehenden Tiere zu schützen, werden beispielsweise viele Mauerspalten unverputzt gelassen. Alle Bauarbeiten werden so geplant, dass zwischen Mitte Oktober und Mitte April Ruhe herrscht – denn da machen die Fledermäuse Winterschlaf. 

Bei allen Sanierungsmaßnahmen wird außerdem die Zuständige für biologische Baubegleitung, Brigitte Heinz, zu Rate gezogen.

>>> US-Girl Marlene: „Die Dietrich“ auf dem Heidelberger Schloss

Staatliche Schlösser und Gärten BW/kab

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