Billig-Silikon verarbeitet

Billig-Implantate: Heidelberger Patientin nimmt sich TÜV zur Brust

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Eine der Klägerinnen im Billig-Implantat-Skandal zieht vors Oberlandesgericht – und verliert. (Symbolbild)

Heidelberg - Weltweit waren Hunderttausende Frauen von dem Implantat-Skandal, der 2010 aufflog, betroffen. Auch vier Heidelberger Patientinnen, die vor Gericht Wiedergutmachung fordern:

Kein Schadensersatz und kein Schmerzensgeld: Der deutsche Zertifizierer und die französische Versicherung werden wegen den fehlerhaften Brustimplantate des französischen Herstellers PIP (Poly Implant Prothèse) nicht zur Kasse gebeten. 

Unternehmensgründer Jean-Claude Mas wird wegen des Einsetzens minderwertiger Brustimplantate und anderer Delikte zu vier Jahren Haft verurteilt.

Das entscheidet das Oberlandesgericht Karlsruhe, nachdem schon das Heidelberger Landgericht die Klage von vier Frauen, die sich zwischen 2001 und 2010 in Heidelberger Kliniken Billig-Brustimplantate einsetzen ließen, abwies.

Eine Instanz höher

Eine der Klägerin ging daraufhin eine Instanz höher und wollte den betrauten TÜV Rheinland sowie die französische Versicherung des mittlerweile liquidierten französischen Brustimplantatherstellers PIP vorm Oberlandesgericht zur Rechenschaft ziehen.

Brustimplantate aus Silikon der Firma PIP (Archiv)

Poly Implant Prothèse (PIP) stellte Implantate für den europäischen Markt her, die zu einem erheblichen Teil statt mit dem dafür zugelassenen Silikongel mit einem billigeren Industriesilikon befüllt wurden. Der TÜV Rheinland hatte bei PIP die Produktionsprozesse geprüft.

Versicherung hat sich rückversichert

In Deutschland mit PIP-Brustimplantaten versorgten Patientinnen stehe auch kein Anspruch gegen die französische Versicherung des liquidierten Herstellers PIP zu, verkündet das Oberlandesgericht.

Die beklagte französische Versicherung habe in ihrem Vertrag mit PIP ihre Haftung wirksam auf Schadensfälle in Frankreich begrenzt. Dies sei europarechtlich nicht zu beanstanden. 

pm/gs

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