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Corona in Heidelberg: Kostenlose Schnelltests für Kita-Kinder ‒ alle Infos

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Von: Florian Römer

Kinder stehen im Rahmen eines Medientermins in einem Kindergarten. (zu dpa «Corona-Schnelltest-Modellversuch in zwölf Hamburger Kitas») | Archiv

Corona-Schnelltest für Kita-Kinder (Symbolfoto). © Christian Charisius/picture alliance/dpa - Bildfunk

Heidelberg - Anfang April kündigte das Land eine stufenweise Einführung von Schnelltests für Kitakinder an. Ab Montag können Heidelberger Eltern ihre Kinder zwei Mal pro Woche testen:

Um die Ausbreitung des Coronavirus noch effektiver einzudämmen, sollen in Baden-Württemberg künftig auch Kita-Kinder regelmäßig getestet werden. Im Gegensatz zu Schülern, bei denen ein negativer Schnelltest Voraussetzung zur Teilnahme am Präsenzunterricht ist, gibt es für Kitakinder aber keine Testpflicht. Da der Anteil der Kinder an Corona-Infektionsfällen in den letzten Monaten stark zugenommen hat, empfiehlt das Landesgesundheitsamt auch die regelmäßige Testung von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren.

Heidelberg verteilt Schnelltests an Kitas

Eine landesweite Teststrategie für Kitas steht bislang noch aus, in Heidelberg können Eltern aber ab kommendem Montag (10. Mai) ihre Kitakinder zwei Mal pro Woche testen ‒ auf freiwilliger Basis. Die Tests werden Eltern über die Einrichtungen zur Verfügung gestellt, bestätigt eine Sprecherin der Stadt Heidelberg auf Anfrage von HEIDELBERG24. Beschafft werden die Schnelltests von der Stadt. Sie werden dann an die Kitas ausgegeben. Ziel der Kita-Teststrategie der Stadt ist ein schnelles Erkennen von Infektionen und Unterbrechung von Infektionsketten.

Die Inzidenz in Heidelberg liegt derzeit deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Darüber sind wir sehr froh. Dennoch müssen wir weiter vorsichtig sein und nutzen, was der Eindämmung des Infektionsgeschehens hilft. Wir haben deshalb sehr schnell in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises eine eigene Heidelberger Teststrategie auch für Kita-Kinder erarbeitet und sind mit der Anschaffung der Tests in Vorleistung getreten“, sagt Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner.

Heidelberg: 16.000 Schnelltests wöchentlich für Kitas

Nach Erhebungen der Stadt werden aktuell in Heidelberg rund 7.000 Kinder in Kindertageseinrichtungen und bei Tagespflegepersonen betreut. Mit Fachkräften und Zusatzpersonal in Kitas sowie Tagespflegepersonen zählen über 9.000 Personen in der Universitätsstadt zum Kreis derer, die im Rahmen der Kita-Teststrategie regelmäßig getestet werden können. Momentan geht die Stadt davon aus, dass nur rund die Hälfte der Eltern der 2.200 betreuten Kindern unter drei Jahren das Testangebot in Anspruch nehmen wird.

StadtHeidelberg
Einwohner160.355 (2019, Eurostat)
Kita-Kinderca. 7.000
Fachkräfte/Erzieher/Tagespflegepersonen1.685
Benötigte Tests pro Woche16.170

Insgesamt wird der wöchentliche Bedarf an Schnelltests für alle Kitas und Tagespflegeeinrichtungen in Heidelberg auf 16.170 geschätzt. Bis Ende Juli wären über 190.000 Tests nötig. Die Stadt rechnet mit Gesamtkosten von 924.000 Euro, vom Land werden im Rahmen des Finanzausgleichs voraussichtlich 422.800 Euro übernommen. Entsprechende Mittel für die Testkits für Kitas hat der Gemeinderat Heidelberg in seiner Sitzung am Donnerstag (6. Mai) abgesegnet.

Schnelltests für Kitakinder in Heidelberg ‒ so ist der Ablauf

Aber wie bekommt man die Testkits? Und wo werden die Tests durchgeführt? Eltern sollen von der Einrichtung, in der ihr Kind betreut wird, künftig zwei Tests pro Woche zur Verfügung gestellt bekommen, heißt es in einem Schreiben eines Trägers, das HEIDELBERG24 vorliegt. Dazu müssen Eltern aber zuvor eine Einwilligungserklärung unterschreiben. Empfohlen wird die Durchführung der freiwilligen Selbsttests zuhause am Montag und Donnerstag VOR dem Besuch der Kindertageseinrichtung. Bei den Testkits handelt es sich um „Nasenpopeltests“ für den Abstrich im vorderen Nasenbereich. Um die Akzeptanz des Testangebots und künftige Bedarfe besser abschätzen zu können, werden die jeweiligen Träger der Stadt wöchentlich anonymisiert Rückmeldung über die Zahl der Familien geben, die an der Kita-Teststrategie teilnehmen.

Was passiert bei einem positiven Schnelltest? Sollte ein Schnelltest positiv ausfallen, muss umgehend die betreffende Kita informiert und ein PCR-Test beim Kinderarzt oder in einem Testzentrum veranlasst werden. Für alle Familienmitglieder gilt eine häusliche Quarantäne, bis der PCR-Test negativ ausfällt. Sollte auch der PCR-Test positiv sein, setzt das Gesundheitsamt die Länge der Quarantäne fest. Zusätzliches Infomaterial wird den Eltern vom Träger der Kita zur Verfügung gestellt. (rmx)

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