Kein terroristischer Hintergrund

Schuldunfähig? Amok-Fahrer kommt in Psychatrie

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Heidelberg – Vor fast genau drei Monaten rast ein 35-jähriger Student am Bismarckplatz in eine Menschengruppe, tötet einen 73-Jährigen. Der aktuelle Stand: 

Wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilt wird gegen den 35-jährigen Amokfahrer auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg durch den Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Heidelberg ein Unterbringungsbefehl erlassen und in Vollzug gesetzt. 

Nach dem vorläufigen Sachverständigengutachten bestehen dringende Gründe für die Annahme, dass der Tatverdächtige die Taten im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen hat. Der Haftbefehl vom 26. Februar wurde aufgehoben. 

Hinweise auf einen terroristischen oder extremistischen Hintergrund liegen weiterhin nicht vor. 

>>> Themenseite: Amokfahrt am Bismarckplatz in Heidelberg

Rückblick

Der Mann war nach der Tat am 25. Februar bei der Festnahme von der Polizei angeschossen und zunächst in ein Krankenhaus gebracht worden. 

Mann nach Amokfahrt niedergeschossen!

Der 35-jährige Informatikstudent hatte drei Menschen angefahren. Ein 73-jähriger Mann erliegt kurz darauf in einem Krankenhaus seinen Verletzungen, ein Pärchen (32/29) kommt mit Prellungen davon. Dem Heidelberger wird unter anderem Mord vorgeworfen. 

Ein Gutachten sollte klären, ob der Mann zum Beispiel durch Depressionen vermindert schuldfähig oder schuldunfähig gewesen sein könnte. 

Der Beschuldigte habe nicht unter Drogeneinfluss gestanden. „Betäubungsmittel konnten keine nachgewiesen werden“, sagte der Sprecher. Allerdings seien Spuren von Medikamenten im Körper gefunden worden. 

Ob sich diese möglicherweise auf die Schuldfähigkeit ausgewirkt haben, wird Gegenstand des Gutachtens zur eingeschränkten beziehungsweise aufgehobenen Schuldfähigkeit sein“, hieß es.

OB Würzner und Bürger trauern um Opfer

Rückblick

Am 25. Februar lenkt der 35-Jährige kurz vor 16 Uhr einen gemieteten Opel Astra auf den belebten Bismarckplatz, fährt vor einem Bäckerei-Verkaufsstand an der „Galeria Kaufhof“ drei Passanten um – eine vierte Person rettet sich durch einen Sprung beiseite.

Der Fahrer steigt danach aus und läuft mit einem Küchenmesser bewaffnet die Bergheimer Straße entlang in Richtung Thibaut-Straße. An der Haltestelle „Altes Hallenbad“ wird er schließlich von mehreren Polizisten gestellt.

Doch statt sein Messer trotz mehrfacher Aufforderung niederzulegen, bedroht er die Beamten. Nach dem erfolglosen Einsatz von Pfefferspray fällt schließlich ein Schuss aus einer Dienstwaffe, um den potenziellen Angriff zu stoppen. Wie der Oberstaatsanwalt betont, läuft gegen den Polizisten ein Prüfungsverfahren – kein Ermittlungsverfahren!

Mit einem lebensgefährlichen Bauchdurchschuss wird der Student schließlich in einer Heidelberger Klinik erfolgreich notoperiert. Seither schweigt der mutmaßliche Amokfahrer zu den Vorkommnissen.

StA/kp

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