Für Straßenbahn-Fahrer

Von Level zu Level: Fahr-Simulator schult rnv-Personal für den Ernstfall

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Innovativer Fahrsimulator der RNV

Heidelberg - Straßenbahnfahrer werden wieder zu Fahrschülern - und aus gutem Grund! Mit dem neuen Fahrsimulator trainieren sie vor allem ernste Situationen:

Nach drei Jahren der Vorbereitung ist der neue Fahrsimulator, genannt ,FahrSim' seit August 2018 fertig und schult nun alle Fahrer der rnv für den schlimmsten ‚Fall der Fälle'.

Die Fahrschul- und Trainingsanlage, die zu einer der modernsten Europas gehört, bildet die rund 1.000 Stadtbahnfahrer der rnv weiter aus. „Besserer öffentlicher Nahverkehr braucht auch intensivere Ausbildung“, sagt rnv-Geschäftsführer Martin in der Beek dazu bei deren Eröffnung (7. August).

Virtueller Fahrsimulator bringt viele Vorteile 

Jedes Jahr bildet die rnv zwischen 60 und 100 neue Mitarbeiter aus – Tendenz steigend. Grimm: „Der FahrSim macht möglich, dass wir gleichzeitig mehr und besser schulen können.“

Dies ist auch notwendig, denn die Fahrgastzahlen steigen, die Aufgaben des Personals wachsen und die Erwartungen der Insassen sinken auch nicht wirklich. Zudem wird der Verkehr immer dichter und die Verkehrsteilnehmer abgelenkter. Der Preis des ,FahrSim‘ liegt bei rund 1,4 Millionen Euro. Doch das Programm ist jeden Cent wert.

‚Trainings-Sim' hat 36 Kilometer des RNV Streckennetzes programmiert

Ganze 36 Kilometer Streckennetz mit Originalabschnitten aus Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen fährt eine Straßenbahn Typ Bombardier RNV6Z in den Simulationen ab. An der Trainerstation nehmen neben dem Fahrlehrer mehrere Fahrschüler Platz, um als aktive Zuschauer per Trigger-Warnung immer dann, wenn ihnen etwas auffällt, einen Marker zu setzen. Anschließend wird gemeinsam über die virtuelle Fahrstunde gesprochen. Dadurch können auch Fahrer, die schon lange ihren ‚Fahrschein‘ in der Tasche haben, noch etwas dazu lernen.

Der Job wird härter, aber die Fahrgäste erwarten weiterhin erstklassigen Service. Das geht nur, wenn unsere Fahrer immer besser werden“, meint Franz-Wilhelm Coppius, Leiter des Bereichs Fahrbetrieb der rnv.

Fahrer werden mit erschreckenden Situationen konfrontiert

Von seiner Ausbildungsstation aus kann er es regnen, schneien, Nebel und Dunkelheit aufsteigen oder Fußgänger plötzlich die Gleise überqueren lassen.

Wie bei einem Computerspiel erreichen sie beim Training immer neue Level. So werden die Schüler immer schneller und besser. Und wenn man etwas schiefgeht, dann kann man die Fahrt einfach neu starten, ohne die schlimmen Folgen, wie bei einem echten Verkehrsunfall.

kpo

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