Masterplan Neuenheimer Feld 

Bus- und Bahn-Ersatz: Bald Seilbahn über Heidelberg?

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Seilbahn in Heidelberg als Verkehrsmittel ins Neuenheimer Feld

Heidelberg - Urbane Seilbahnen als öffentliches Verkehrsmittel sind schon lange nichts mehr Neues. Nun soll sie auch nach Heidelberg kommen. Aber wann ist es soweit?

Seilbahnen sind sicherer als Autos, billiger zu bauen als Straßenbahnlinien, lösen Stauprobleme, sind umweltfreundlich und haben durch den durchgängigen Betrieb kaum Wartezeiten.

Was sich nach einem attraktiven öffentlichen Verkehrsmittel anhört, gehört zum Beispiel in Südamerika lange zum Alltag.

Seilbahn in Heidelberg zur Entlastung des Verkehrs

Nun möchte sich ‚Smart Mobility‘ von der SPD im Rahmen des Masterplans im Neuenheimer Feld (Bereich Mobilitätskonzept: Äußere Erschließung, Anbindung Stadt und Region) in Heidelberg einsetzen – hierzu gehört auch der Vorschlag einer Seilbahn, die den restlichen Verkehr stark entlasten soll. 

Vor allem im Neuenheimer Feld gebe es aktuell einige Probleme, wie Sören Michelsburg, Sprecher von Smart Mobility, erklärt: „Zur Zeit hakt es an vielen Stellen, sehr viele Autofahrer sind auf das Auto angewiesen, da es keinen adäquaten Ersatz durch den ÖPNV oder Radwege gibt. Da die Busse mit den Autos im Stau stehen, sind sie nur für wenige eine Alternative. Gerade beim Verlassen des Campus stehen viele Autos im Stau, hier sollte durch eine intelligentere Ampelschaltung Abhilfe geschaffen werden, damit die Autos flüssiger voran kommen. Wenn man es dadurch schafft, dass 1000 - 3000 Autos nicht ins Neuenheimer Feld fahren würden, wäre die Situation eine komplett andere.“ 

Die Heidelberger sind mit ihrem Arbeitsweg unzufrieden 

Eine Umfrage der SPD bezüglich der Zufriedenheit mit dem Arbeitsweg der Heidelberger liefert auch deutliche Ergebnisse: Insgesamt 65 Prozent der befragten Teilnehmer seien laut Umfrage nicht zufrieden mit ihrem Arbeitsweg, davon seien 80 Prozent Autofahrer

Als kurzfristige Lösungen werden unter anderem Überprüfungen und Anpassungen der Ampelschaltungen, Haltebuchten für die Busse und eine Linie 37 vom Hauptbahnhof angedacht.

Als mittel- und langfristige Lösung wird neben einer Fahrradbrücke über den Neckar, verbesserten Radwegen autonomen Bussen sowie zweispurigen Einbahnstraßen durch das Neuenheimer Feld nun auch eine Seilbahn vom Autobahnkreuz Heidelberg mit großem Park&Ride-Parkhaus vorgeschlagen.

Ist der Bau überhaupt realisierbar?

Die Umsetzung dieser Seilbahn ist laut Sören Michelsburg gar nicht so abwegig: „Die Realisierbarkeit müssen Planungsbüros oder das Amt für Verkehrsmanagement prüfen, rein logistisch ist es realisierbar und das deutlich einfacher, als eine Straßenbahn oder eine Neckarquerung für Autos. Durch die wenigen Masten, die benötigt werden würden, ist der Aufbau sehr schnell möglich, jedoch sollte es nicht überhastet sein.“

Und wann wird sie gebaut?

Die Vorteile der Seilbahn hören sich doch schon mal super an - wann soll sie aber gebaut werden? „Im Rahmen des Masterplan Neuenheimer Feld werden mehrere Planungsbüros beauftragt, Konzepte für das Wachstum im Feld und für die verkehrliche Erschließung zu erstellen. Hier sollte die Seilbahn mit eingearbeitet werden. Im Herbst sollen die Pläne vorgestellt werden und können dann diskutiert und womöglich auch verändert werden. Am Ende des Masterplanprozesses wird der Gemeinderat über ein Konzept entscheiden, das wird womöglich 2019 oder eher 2020 der Fall sein.“, meint Michelsburg dazu.

Wo würde die Seilbahn hinfahren?

Die SPD-Umfrage ergibt auch, dass den Heidelbergern bei Verkehrsmitteln die Zuverlässigkeit sowie die Zeit die wichtigsten Argumente sind. Deshalb hat die Arbeitsgruppe ‚Smart Mobility‘ der SPD folgenden Plan: Die Seilbahn soll von der S-Bahn-Station Pfaffengrund-Wieblingen, dann ein Zwischenstopp für die Autofahrer an der A656 (Ausfahrt Wieblingen) und danach ins Neuenheimer Feld bis zur Kopfklinik fahren. 

Damit das System auch von der Bahnstadt aus zu erreichen ist, könnte der Startpunkt auch der Hauptbahnhof sein und dann direkt ins Zentrum des Neuenheimer Feldes führen. 

„In der Klinik arbeiten die meisten Menschen und von dort ist alles weitere auch gut erreichbar. Wir wollen aber auch prüfen lassen, wie autonome Busse (z.B. von Navya) in Zukunft hier intelligent vernetzt und benutzt werden könnten, um zu den Instituten zu kommen“, so Michelsburg.

Was für Vorteile hat die Seilbahn noch?

Mit einer Seilbahn könnten stündlich mindestens 5.000 Personen in jede Richtung transportiert werden. Alle 30 Sekunden kann eine Gondel die Station verlassen, wozu es zu kaum Wartezeiten kommt. Wegen Gewichtszulassungen können die Kabinen nur beschränkt besetzt werden, weshalb jeder Passagier einen eigenen Sitzplatz hat. So werden enge und überfüllte Fahrzeuge vermieden. Die Aussicht auf Heidelberg ist natürlich auch ein großer Pluspunkt. 

Seilbahnen werden automatisch gesteuert, weshalb menschliche Fehler fast vollständig ausgeschlossen werden können. Die Hersteller müssen garantieren, dass die Fahrgäste bei einem Zwischenfall nicht auf der Strecke aus der Gondel geborgen werden müssen, sondern die Kabine sicher in einer Station verlassen können.

Übrigens: In einer Umfrage 2017 haben uns die Leser von HEIDELBERG24 verraten, was sie von einer Seilbahn in Heidelberg halten.

cet/spd

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