Jetzt ist es raus!

Flüchtlinge: Heidelberg soll zentrale Aufnahmestelle werden

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Mittlerweile aufgelöst: Das Bettenlager im ehemaligen Casino des PHV.

Heidelberg – Künftig sollen rund drei Viertel der Flüchtlinge, die täglich in Baden-Württemberg ankommen, ihre ersten Tage in PHV verbringen. Die ersten Vorbereitungen dafür laufen bereits.

Die Vorraussetzungen dafür will das Land binnen weniger Tage und Wochen schaffen. Dann soll der Großteil der in Baden-Württemberg ankommenden Flüchtlinge im Patrick-Henry-Village registriert und einem Gesundheitscheck unterzogen werden, um schließlich einen Asylantrag stellen zu können. 

Das bestätigt Flüchtlingskoordinator und Landesbranddirektor Hermann Schröder während der Sondersitzung des Gemeinderats am Mittwoch im Heidelberger Rathaus. In einer langen Vorrede betont er, dass man sich derzeit besonders in Baden-Württemberg in einer „krisenhaften“ Situation angesichts der hohen Flüchtlingszuströme befinde. 

Um die Situation auch für die Asylbewerber erträglich zu machen, habe sich die Landesregierung entschieden, ein neues Konzept der Erstaufnahme umzusetzen. Patrick-Henry-Village biete sich „hervorragend“ an. 

Schröder:

Flüchtlingskoordinator Hermann Schröder in der Sondersitzung des Gemeinderats.

Fünf bis 14 Tage soll jeder Geflüchtete, der in PHV ankommt, höchstens bleiben. Anschließend – je nachdem, wie wahrscheinlich eine Bewilligung des Asylantrags ist – ziehen die Geflüchteten in die schon bestehenden Unterkünfte um. Neben PHV soll auch die LEA Karlsruhe und Ellwangen als erste Anlaufstelle für die Flüchtlinge bleiben. Die LEA Meßstetten würde in Kürze durch eine Unterkunft in Sigmaringen ersetzt.

Für die weitere Unterbringung, wolle das Land parallel aber auch die anderen im Land vorhandenen Kapazitäten ausschöpfen

Gerüchte teilweise bestätigt

Somit hat sich der bereits am Vorabend noch unbestätigte Medienbericht teilweise bewahrheitet. Von den 10.000 Flüchtlingen, die Gerüchten zufolge dort unterkommen sollten, wollte Schröder jedoch nichts wissen. Die Idee sei es, rund drei Viertel der Flüchtlinge zunächst nach Heidelberg zu bringen. Eine genaue Zahl wolle er nicht nennen.

Bereits seit Freitag, 11. September, hat das Land begonnen, die Vorraussetzungen für die Errichtung einer zentralen Aufnahmestelle im Patrick-Henry-Village zu schaffen. Es wurden Wasserleitungen in insgesamt acht weiteren Gebäuden verlegt, der Bund stellt rund 40 weitere Registrierungsgeräte zur Verfügung und es wurden bereits Gespräche für einen Einkaufsmarkt auf dem Gelände geführt. Ein weiterer Bus-Shuttle vom PHV in die Innenstadt sei in Auftrag gegeben.

Reaktion im Gemeinderat

Oberbürgermeister Würzner reagiert zunächst verhalten auf diese Nachricht. Man wolle auf keinen Fall eine dauerhafte Massenunterkunft in PHV. „Dann wäre Heidelberg das München von Baden-Württemberg...“, so der OB. 

Später betont er die Pflicht der Stadt, in dieser Notsituation zu helfen. Auch aus dem Gemeinderat sind die Stimmen überwiegend positiv. Wenn das Land eine Unterkunft in dieser Dimension umsetzen wolle, müsste aber auch endlich ausreichend Personal eingestellt werden, appelliert Beate Deckwart-Boller (Grüne). Es fehle immer noch an Sozialarbeitern und auch Polizei und Sicherheitskräfte seien überfordert. 

„Eine grundsätzliche Zusage zur Aufnahme von drei Viertel aller Flüchtlinge“könne die Stadt allerdings nicht machen. „Wir helfen, um jetzt die aktuelle Situation zu entschärfen, betont Würzner wohl wissend, dass die Entscheidung der Landesregierung bereits gefallen ist. 

Wie die Stadt Mannheim mitteilt wird am Donnerstag ein Zug aus Bayern mit Flüchtlingen in der Quadratestadt eintreffen. Nach einem kurzen Aufenthalt sollen sie mit Bussen in Erstaufnahmestellen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gebracht werden. Ob dann auch in Heidelberg neue Flüchtlinge eintreffen, ist am Mittwochabend noch unklar.

UPDATE: Der erwartete Zug aus Bayern wird am Donnerstag nicht in Mannheim eintreffen.

sag

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