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Flüchtlinge in Heidelberg: Stadt schafft drei Unterkünfte

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Mit dem Bau städtischer Flüchtlingsunterkünfte in allen Stadtteilen will Heidelberg Massenunterkünfte wie hier in Patrick Henry Village vermeiden (Archivfoto).

Heidelberg – An drei Standorten in der Stadt sollen noch in diesem Jahr neue Flüchtlingsunterkünfte entstehen. Weitere Standorte bereitet die Verwaltung bereits vor.

Eigentlich ist Heidelberg aufgrund der zentralen Registrierungsstelle in Patrick Henry Village (PHV) von der Pflicht ausgenommen, Asylsuchende unterzubringen. Trotzdem kümmert sich die Stadtverwaltung intensiv darum, die Aufnahme weiterer Geflüchteter in der Stadt vorzubereiten und neuankommende Menschen zu integrieren. Dem stimmte auch der Gemeinderat im Dezember zu. In allen Stadtteilen sollen daher vorübergehende Unterkünfte für jeweils rund 100 Menschen geplant werden. Damit will die Stadt unter anderem verhindern, dass kurzfristig Notlager errichtet werden müssten.

Ob und wie viele Flüchtlinge letztendlich auf kommunaler Ebene untergebracht würden, sei derzeit noch völlig unklar. „Wir als kleine Kommune haben keinerlei Einfluss darauf, wie es mit der Flüchtlingskrise weitergeht“, erklärt Bürgermeister Dr. Joachim Gerner am Donnerstag in einem Pressegespräch. Vom Land habe man bisher lediglich die Zusage, dass die Regelung, keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen zu müssen, „bis auf Weiteres“ bestehe. Man rechne allerdings damit, dass diese in absehbarer Zeit aufgehoben wird.

Standortliste

Am Donnerstag legt Gerner daher eine Liste mit 14 möglichen neuen Standorten für eine städtische Unterbringung vor. Im Moment leben rund 540 Flüchtlinge in der Universitätsstadt – die meisten von ihnen in der Hardtstraße in Kirchheim (seit den 90er Jahren) und in der Henkel-Teroson-Straße im Pfaffengrund (seit 2006).

Zuletzt kamen die Patton Barracks und das Hotel Metropol hinzu. All diese Standorte dienten nur der vorläufigen Unterbringung, deswegen sei es wichtig, auch langfristige Lösungen im Stadtgebiet zu finden. Eine dieser Lösungen soll schon bald in Handschuhsheim Im Weiher realisiert werden. 

Dort ist die Stadt mit ihrer Planung bereits am weitesten. Rund 100 Menschen werden im Rahmen der Anschlussunterbringung ab Juni 2016 in einem neu gebauten Gebäudekomplex einen Wohnplatz haben.

Wie weiter aus der Liste hervorgeht, sind auch in Ziegelhausen und Rohrbach die Planungen so weit, dass dort bereits Ende 2016 erste Menschen einziehen könnten. In Ziegelhausen wird die Stadt ein Bestandsgebäude in der Kleingemünder Straße sanieren – bis zu 60 Plätze werden dadurch geschaffen. Im Kolbenzeil in Rohrbach ist die Bebauung eines städtischen Grundstücks für zirka 100 bis 140 Menschen in Planung. Gegenüber des Dezernats 16 in Bergheim könnte ebenfalls noch 2016 eine Unterkunft in Systembauweise entstehen. Gerner betont, dass die Bewohner der Stadtteile in jedem Fall rechtzeitig über einen Baubeginn informiert würden.

Dezentrale Unterbringung

Weitere Standorte prüft die Stadt derzeit, um sie im Bedarfsfall binnen 20 Wochen bezugsfertig machen zu können. Über die Reihenfolge der Umsetzung, könne man laut Gerner noch keine Auskunft geben. Die Standorte sind in der Friedrich-Ebert-Anlage (Altstadt), Am Langen Anger (Bahnstadt), Rufinusplatz und ehemalige Reitanlage (beides Neuenheim) sowie die ursprünglich geplante Begegnungsstätte (Schlierbach), am Wilhelmsplatz, in der Rudolf-Diesel-Straße (beides Weststadt), im Bereich der Marie-Baum-Schule (Wieblingen) und eventuell – wenn alle anderen Standorte in der Stadt ausgeschöpft sind – das IGH (Ziegelhausen).

Zunächst wolle man aber auch alle noch vorhandenen Kapazitäten ausschöpfen. Die Plätze in den bestehenden Unterkünften seien noch nicht alle belegt, so Gerner. Die meisten der geplanten Standorte sind nur für eine vorübergehende Nutzung ausgelegt, dort sollen Pavillons entstehen, die sich problemlos wieder zurückbauen lassen. 

Gerner ist überzeugt von der „Unterbringung mitten in den Stadtteilen". Sie biete „ein hohes Maß an sozialer Kontrolle.“ Beispielhaft dafür seien die bestehenden Unterkünfte in Kirchheim und im Pfaffengrund. Mit der „Anbindung an Vereine, Kirchengemeinde, Schulen, Kindergärten und Einkaufsmöglichkeiten“ könne„Integration am besten gelingen.“ 

Alle Artikel zum Thema Flüchtlinge in der Region: 

>>> Flüchtlinge 

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