Wegen ‚Masche‘ zur Kundengewinnung

Stadtwerke erwirken einstweilige Verfügung gegen ePrimo

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Die Stadtwerke gehen gegen die Wettbewerbsmethoden von ePrimo vor. (Archivfoto)

Heidelberg - Wegen diverser Wettbewerbsverstöße sind die Stadtwerke Heidelberg gerichtlich gegen den Wettbewerber ePrimo vorgegangen.

Im hart umkämpften Strom- und Gasmarkt wählen Energieversorger immer wieder zweifelhafte Methoden, um Kunden für sich zu gewinnen... 

Wie die Stadtwerke am Donnerstag mitteilen, habe im Juni 2016 ein Mitarbeiter eines Callcenters im Auftrag von ePrimo bei Kunden der Stadtwerke Heidelberg angerufen. In einem Fall sei ein Vertragswechsel zu ePrimo eingeleitet worden, indem die angerufene Kundin der Stadtwerke aufgefordert wurde, auf einen Link zu klicken. Der Callcenter-Mitarbeiter habe jedoch zuvor erklärt, es handele sich lediglich um eine Änderung ihres Tarifs bei den Stadtwerken. Die Kundin habe jedoch stattdessen einen Vertrag mit ePrimo abgeschlossen, das Telefonat sei beendet worden.

Ende Oktober kommt das Landgericht Karlsruhe dem Antrag der Stadtwerke auf eine einstweilige Verfügung nach und untersagt der ePrimo GmbH verschiedene Wettbewerbsverstöße. Nun liegt das Urteil vor: ePrimo ist es untersagt, Kunden der Stadtwerke Heidelberg ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Kunden zu Werbezwecken anzurufen oder anrufen zu lassen. Außerdem darf ePrimo nicht versuchen, Kunden des Energieversorgers durch Täuschung abzuwerben.

 „Wir freuen uns über diese Entscheidung“, sagt Michael Teigeler, Geschäftsführer der Vertriebsgesellschaft der Stadtwerke Heidelberg, „denn es ist uns ein wichtiges Anliegen, unsere Kunden vor dem Ärger, dem Aufwand und den möglichen Kosten, die mit diesen Wettbewerbspraktiken verbunden sind, zu schützen.“ 

Auch der Mannheimer Energieanbieter Kabel BW hat bereits eine einstweilige Verfügung gegen ePrimo und weitere Stromanbieter erwirkt – wegen der gleichen unlauteren Vorgehensweise bei der Kundengewinnung.

Tipps zum Schutz der Kunden

Mitarbeiter der Stadtwerke Heidelberg kommen lediglich zum Zählerablesen, als Monteur oder in Zusammenhang mit Baustellen zu den Kunden. Auch von einer Kundengewinnung per Telefon nimmt das Unternehmen Abstand. Michael Teigeler empfiehlt auch allen Kunden: „Bleiben Sie stes wachsam: Schließen Sie keine Verträge an der Haustür oder am Telefon ab, und nennen Sie auch keine Zählerdaten am Telefon weiter. Denn es gibt auch Anrufer, die bereits anhand der Zählerdaten den Wechsel vornehmen. Wenn Sie unsicher sind, ob es sich bei einem Anrufer oder Besucher um einen unserer Mitarbeiter handelt, lassen Sie sich den Dienstausweis zeigen lassen oder erfragen Sie den Namen."

Stadtwerke/kab

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