Richter verweist an Schlichtungsstelle

Streit um Kopftuch am Arbeitsplatz: Keine Entscheidung

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Die Klägerin Emine K. sitzt im Verhandlungssaal des Arbeitsgerichts Heidelberg. Die muslimische Kundenberaterin eines Drogeriemarkts will das Recht auf Tragen eines Kopftuches am Arbeitsplatz einklagen.

Heidelberg - Eine Muslimin erscheint nach der Elternzeit wieder am Arbeitsplatz - mit Kopftuch. Ihrem Arbeitgeber gefällt das nicht. Auch ein Gerichtstermin bringt zunächst keine Lösung.

Eigentlich sollte das Arbeitsgericht in Heidelberg am Mittwoch, 19. April klären, ob Emine K. (32) - Kundenberaterin eines Drogeriemarkts - ein Kopftuch am Arbeitsplatz tragen darf (WIR BERICHTETEN).

Eine Entscheidung in der Sache traf Richter Daniel Obst aber nicht, stattdessen verwies er an eine Schlichtungsstelle. 

Er schlug beiden Parteien vor, ohne Beteiligung der Öffentlichkeit in Mannheim einen Vergleich zu erarbeiten. Eine Möglichkeit in der Schlichtung, so der Richter, könnte die einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses sein. Das Verfahren soll im Mai beginnen. 

Der Arbeitgeber von Emine K. argumentierte, dass Kopfbedeckungen im Kundenkontakt der Betriebsordnung zufolge nicht erlaubt seien. Die Klägerin geht dagegen vor. 

Sie hatte bei dem Unternehmen von 2001 bis 2013 ohne Kopftuch gearbeitet und war dann in Elternzeit gegangen. Als die mittlerweile 32-Jährige wiederkam, erschien sie mit Hidschab, einer von Musliminnen getragenen Kopfbedeckung.

In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Verfahren wegen Kreuzen oder Kopftüchern am Arbeitsplatz verhandelt - mit unterschiedlichem Ausgang.

dpa/rob

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