Über 1.000 Leute befragt

Heidelberg-Studie 2018: Was den Bürgern wirklich wichtig ist

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Für die Heidelberg-Studie 2018 wurden über 1.000 Personen befragt. (Archivfoto)

Heidelberg - Wie hoch sind die Mieten, was sind die größten Probleme und wie zufrieden sind die Bürger? Auf diese und anderen Fragen geht die Heidelberg-Studie 2018 ein.

Alljährlich gibt die Stadt Heidelberg eine große Studie in Auftrag, in der die Bürger sich zu einem ausgewählten Schwerpunktthema und zu allgemeinen Themen äußern können. Damit soll die allgemeine Zufriedenheit ermittelt werden. Das Ganze wird dann als Heidelberg-Studie veröffentlicht. Zum ersten Mal wurde diese 1994 durchgeführt. 

Heidelberg-Studie 2018: Schwerpunktthema Wohnen

Eine telefonische Umfrage unter 1.026 Heidelbergern widmet sich im November 2018 mit dem Hauptthema Wohnen. Demnach finden 70 Prozent der Befragten die Miete in der Stadt angemessen – dabei gibt es allerdings große Unterschiede zwischen den Generationen und zwischen Single- und Familienhaushalten. 

Der Wohnungsmarkt taucht in dieser Umfrage wieder als eines der wichtigsten Probleme in unserer Stadt auf. Die Studie zeigt, dass es in Heidelberg vor allem die Familien sind, die in Heidelberg am intensivsten nach einer passenden Wohnung suchen müssen. Zudem verdeutlichen die Zahlen, dass die Mietpreisbremse nicht die gewünschten Effekte erzielt. Je länger jemand schon in der aktuellen Wohnung zur Miete lebt, desto häufiger findet er die Miete auch angemessen. Bei den Befragten, die jüngst umgezogen sind, sieht das Ergebnis ganz anders aus. Bei Neuvermietungen wird also offensichtlich weiter an der Preisschraube gedreht“, erklärt Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck. 

Über die Hälfte der Teilnehmer der Heidelberg-Studie sind mit ihrer Miete zufrieden 

Auffällig sei zudem, dass die Leute, die erst seit maximal zwei Jahren in ihrer Wohnung oder in einem Mietshaus leben würden, nur zu 52 Prozent mit der Höhe ihrer Miete einverstanden seien. Von diesen Personen würden, laut Annette Mayer von der Forschungsgruppe Wahlen, gerade einmal 39 Prozent mit ihrem Haushaltseinkommen zurechtkommen! Im Durchschnitt würden das 62 Prozent aller Heidelberger, die zur Miete leben, angeben.

Zum Thema: Bundesweite Statistik: Mieten in Heidelberg 2018 besonders stark gestiegen!

Bei der Heidelberg-Studie 2018 zeigt sich zudem, dass es einen großen Unterschied zwischen jung und alt gibt. So halten in der Gruppe der 16 bis 29-Jährigen gerade einmal 55 Prozent ihre Miete für angemessen. Bei den über 60-Jährigen sind es hingegen 90 Prozent.

Zufriedenheit abhängig von Anzahl der Bewohner

Ähnlich verhält es sich auch mit der Haushaltsgröße. Während 82 Prozent der Single-Haushalte mit der Höhe ihrer Miete zufrieden sind, halten gerade einmal 57 Prozent der Haushalte mit vier oder mehr Personen ihre Kosten für angemessen.

Etwas mehr als ein Viertel der Befragten, nämlich 26 Prozent, sind in Heidelberg geboren. 30 Prozent sind in den letzten fünf Jahren erst in die Stadt gezogen oder innerhalb verzogen. Gerade Personen zwischen 30 und 39 Jahren haben in dieser Zeit mit 47 Prozent am häufigsten ihre vier Wände gewechselt. 

Wer eine Bleibe sucht, braucht laut Heidelberg-Studie 2018 viel Geduld

Zur Zeit der Umfrage im November 2018 sind 16 Prozent der Befragten gerade auf der Suche nach einer Wohnung gewesen. In der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen sind es sogar 39 Prozent. Eines ist auch klar: Wer eine Wohnung sucht, braucht viel Geduld! So wie 56 Prozent der Befragten, die auch nach einem halben Jahr noch keine neue Bleibe gefunden haben. 16 Prozent bemühen sich sogar schon seit über zwei Jahren darum! Außerdem gilt: Wer eine Wohnung kaufen will, muss länger warten, als wenn er eine mieten möchte. 

Auch die Bewohner eines Eigenheimes sind befragt worden – dabei handelt es sich um 37 Prozent der Befragten. Dabei fällt auf, dass mit zunehmendem Alter die Häufigkeit steigt, in den eigenen vier Wänden zu leben. Sind es bei den über 40-Jährigen noch 37 Prozent, steigt die Quote bei den über 70-Jährigen auf 58 Prozent. Ein Fünftel der Teilnehmer hat das Glück, ein Eigenheim geerbt zu haben.

Heidelberg-Studie 2018: Mobilität, Probleme und Zufriedenheit 

Während das Schwerpunktthema jährlich wechselt, gibt es auch wiederkehrende Punkte. Dabei geht es um Mobilität, Probleme, und Zufriedenheit mit der Stadt und deren Vertretern. Dabei gibt es überwiegend gute Ergebnisse.

So fühlen sich 98 Prozent der Befragten „wohl“ oder sogar „sehr wohl“ in Heidelberg! Dieser Wert ist zwar schon seit Jahren konstant, aber noch nie haben sich so viele für die Option „sehr wohl“ entschieden – nämlich 71 Prozent. In der Gruppe der unter 30-Jährigen geben sogar 73 Prozent an, dass sich die Lebensqualität in den letzten zehn Jahren verbessert hat. 

Zum Thema: HEIDELBERG24 wagt sich ins Verkehrschaos im Neuenheimer Feld!

Wohnungsmarkt und Verkehr die wichtigsten Themen in Heidelberg-Studie 2018

Als wichtigste Probleme werden in der Heidelberg-Studie 2018 Verkehr mit 58 Prozent und der Wohnungsmarkt mit 31 Prozent genannt. Vor allem den Leuten zwischen 30 und 49 Jahren sind Mieten und Wohnungen wichtig. Weitere Problemfelder werden eher selten genannt. So zum Beispiel Flüchtlinge, Ausländer, und Integration mit sechs Prozent, Verhalten von Radfahrern mit vier Prozent sowie Kriminalität und Kinderbetreuung mit jeweils drei Prozent.

Über die Hälfte der Befragten, nämlich 57 Prozent, wollen, dass Radverkehr und öffentlicher Nahverkehr mehr gefördert werden! Die Unterstützer des Autos werden dagegen immer weniger – mit nur 33 Prozent. Das zeigt sich auch an der Nutzung der Fortbewegungsmittel. 38 Prozent nutzen das Fahrrad, 26 Prozent die ÖPNV und das Auto und neun Prozent sind zu Fuß unterwegs. Damit sind 73 Prozent der Befragten umweltfreundlich unterwegs. Diese Zahl könnte sich in der Zukunft auch noch vergrößern, beispielsweise durch den Bau des Radschnellwegs zwischen Mannheim und Heidelberg. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat am Mittwoch (26. Juni) Pläne für die langersehnte Fahrrad-Autobahn veröffentlicht

Heidelberg-Studie 2018: Zufriedenheit mit Kommunalpolitik

Zum Schluss wird noch die Zufriedenheit mit der generellen Kommunalpolitik erfragt. Hier zeigt sich, dass die Heidelberger überwiegend zufrieden damit sind. 69 Prozent bezeichnen der Arbeit von Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner als „eher gut“. Zudem sind 49 Prozent mit der Arbeit des Gemeinderats „(sehr) zufrieden. 

Auch in den letzten Jahren wurde eine Heidelberg-Studie erhoben. 2017 ist das Hauptthema Digitalisierung, im Jahr davor der Verkehr

pm/dh

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