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Heidelberg: Tempo 30 bald Regelgeschwindigkeit in der Stadt?

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Von: Florian Römer

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Ein Tempo 30-Schild in der Brückenstraße in Heidelberg-Neuenheim.
Tempo 30 in der Brückenstraße in Heidelberg-Neuenheim. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Heidelberg - Die Grünen fordern flächendeckend Tempo 30 im Stadtgebiet. Heidelberg setzt sich für eine Änderung der Regelgeschwindigkeit ein und will selbst einen Pilotversuch starten:

In vielen internationalen Städten ist Tempo 30 schon die Regel, jetzt hat Heidelberg auch einen entsprechenden Pilotversuch beim Bundesverkehrsministerium beantragt. Darüber hat die Verwaltung den Gemeinderat am Mittwoch (10. November) informiert. Und wie es bei einem Thema wie Geschwindigkeitsbegrenzung zu erwarten ist ‒ auch wenn das Gremium kein Mitspracherecht hat, wurde trotzdem heftig diskutiert.

Zuvor hatte die Stadt Heidelberg mit Montpellier eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Die französische Partnerstadt hat mit Ausnahme von Hauptverkehrsstraßen innerorts bereits Tempo 30 durchgesetzt. Von diesen Erfahrungen will Heidelberg jetzt profitieren und eine entsprechende Regelumkehr im Stadtgebiet implementieren: 30 Stundenkilometer sollen im Stadtgebiet künftig die Regel, Tempo 50 nur noch die Ausnahme sein.

StadtHeidelberg
Einwohnerzahl161.485 (Stand: 31. Dezember 2019)
Fläche108,84 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberg: Tempo 30 ‒ Stadt beantragt Regelumkehr

Mit der Regelumkehr wird sich in Heidelberg ohnehin nicht viel ändern, argumentiert die Stadtverwaltung. „In der überwiegenden Mehrheit aller Heidelberger Straßen gilt bereits schon Tempo 30 oder eine noch geringere Geschwindigkeit“, heißt es in der Informationsvorlage. Auf Straßen mit Durchgangsverkehr würde auch weiterhin Tempo 50 gelten. Dafür werde durch Tempo 30 im Stadtgebiet die Verkehrssicherheit und die Aufenthaltsqualität erhöhen und gleichzeitig Umweltbelastungen reduzieren.

Christoph Rothfuß, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, begrüßt die Initiative der Stadt, immerhin hatte seine Fraktion die Regelumkehr in Heidelberg im Mai beantragt. „Wir freuen uns, dass die Verwaltung unseren Vorstoß aufgegriffen hat.“ Tempo 30 habe viele Vorteile: „Mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere für Radfahrende, wenn sie überholt werden, aber auch für Fußgänger.“ Zudem leiste man mit der Geschwindigkeitsreduzierung einen Beitrag zum Umweltschutz: Tempo 30 bedeute weniger Abgase, weniger Lärm für Anwohner, weniger Energieverbrauch, so Rothfuß. Bei den Grünen geht man davon aus, dass die neue Bundesregierung die Straßenverkehrsordnung entsprechend ändert.

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Im Gemeinderat sind aber nicht alle mit dem Tempo 30-Vorstoß der Stadt einverstanden: Michael Eckert (FDP) wiederholt seine Kritik aus dem Sommer und spricht in Sachen flächendeckendem Tempo 30 von einer „weiteren Gängelung der Bürger“, die nichts bringe. Zudem seien die positiven Auswirkungen auf die Umwelt noch nicht nachgewiesen. Außerdem führten niedrigere Geschwindigkeiten dazu, dass Pkw als Gefahr unterschätzt würden. (rmx)

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