Tierischer Schwertransport im Zoo

Dickes Ding: Wie Elefant Gandhi von Heidelberg nach Frankreich kommt!

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Kurz vor der Abreise: Da hat Ghandi noch einen weiten Weg vor sich. 

Heidelberg - Am vergangenen Dienstag ist soweit. Gandhi verlässt den Heidelberger Zoo. Seine Reise führt ihn nach Frankreich. Dort erwartet ihn eine Überraschung mit der er bestimmt nicht gerechnet hat. 

Gandhi ist jetzt ein Franzose!

Nach über sieben Jahren verlässt der Asiatische Elefant Gandhi am vergangenen Dienstag (5.November) den Heidelberger Zoo. Das Ziel? Der Zo La Palmyre im Südwesten Frankreichs. Die Abschiedsparty fand schon am 26. Oktober statt. Vor der Reise wird er in einen speziell für Elefanten angepassten Transportcontainer verfrachtet. Anschließend soll der Dickhäuter per Schwertransport in sein neues Zuhause an der französischen Atlantikküste gebracht werden. 

„Dass ein Elefant in einen anderen Zoo umzieht, ist auch für das Heidelberger Zoo-Team immer wieder aufregend und mit außergewöhnlichem Aufwand verbunden. Der Transport muss gut vorbereitet sein, denn einen Elefanten kann man allein schon aufgrund der Größe und des Gewichts nicht einfach so auf Reisen schicken“, erklärt Zoodirektor und Elefantenkurator Dr. Klaus Wünnemann. 

Übung macht den Meister

Deshalb wird der vier Tonnen schwere Elefant schon Wochen vor seiner Abreise aus Heidelberg von seinen Tierpflegern mit täglichen Trainingseinheiten bestmöglich auf den Transport vorbereitet. 

„Gandhis Tierpfleger haben intensiv mit ihm geübt. Das war wichtig, denn am Abreisetag sollte er selbstständig in seinen Transportcontainer laufen“, erklärt der Zoodirektor. Offensichtlich hat sich das Training gelohnt. Die Verladung des Dickhäuters in den Container verläuft nämlich reibungslos. 

Geschafft: Ghandi ist im Container. Er (4) und der Container (5) bringen insgesamt 9 Tonnen auf die Waage. 

Was fehlt? Proviant! Natürlich wird auch dafür gesorgt. Gandhi ist während seiner Reise mit Wasser, Möhren, Äpfeln und Heu in großer Menge versorgt.  

Empfangen von drei Damen

Nach mehreren Zwischenstopps und einem Aufenthalt in Paris, kommt der Elefantentransport am Mittwochnachmittag (6. November) im Zoo La Palmyre in Frankreich an.

„Gandhi hat die lange Fahrt gut überstanden, er hat gleich nach seiner Ankunft angefangen zu fressen, zu trinken und seine neue Umgebung zu erkunden. Das sind sehr gute Zeichen“, berichten Kollegen aus Frankreich nach der Ankunft. 

Auch Gandhis vertraute Tierpfleger, Stefan Geretschläger und Tobias Kremer sind bei der Reise dabei. Sie werden vor Ort einige Tage mit den Tierpflegern zusammenarbeiten und ihnen alle nötigen Informationen zu Gandhis Vorlieben und Eigenarten geben. Vor der richtigen Eingewöhnung lernt Gandhi schon seine neue Gruppe kennen. Und siehe da, es handelt sich um gleich drei Elefantenkühe.  

Ghandi hinterlässt ein schweres Erbe

Seine neue Damen-Gruppe lernt er zunächst aber nur durch ein angrenzendes Kontaktgitter kennen: So können sich die Elefanten hören, riechen und sehen oder mit dem Rüssel vorsichtig berühren. 

„Wir lassen Gandhi mit einem weinenden und mit einem lachenden Auge gehen. Natürlich freuen wir uns, dass er sich hier in Heidelberg so gut entwickelt hat und für ihn ein neuer, aufregender Abschnitt beginnen kann. Aber es ist immer emotional und auch ein bisschen traurig, wenn einer unserer Schützlinge geht“, sagt Zoodirektor Dr. Wünnemann. 

Dabei hinterlässt Gandhi ein schweres Erbe. Zum einen war er bei Besucher und Pflegern beliebt. Zum anderen war er der Chef der Heidelberger Elefanten-Gruppe.  Die drei Dagebliebenen Tarak, Ludwig und Yadanar, müssen nun unter sich ausmachen, wer die Gruppe in Zukunft führen wird.

pm/chh

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