Was wird aus Gehege?

Zoo Heidelberg trauert um Löwin Sita

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Traurige Nachricht aus dem Zoo Heidelberg: „Sita“, die 19-jährige Löwin ist tot.

Heidelberg - Traurige Nachricht aus dem Tiergarten Heidelberg: Löwin Sita ist im stolzen Alter von 19 Jahren gestorben. Warum der Tod der Großkatze ein besonders schwerer Verlust ist: 

Sie war aktuell die älteste Löwin in einem deutschen Zoo! Nun musste die Löwendame Sita mit ihren 19 Jahren am Mittwochmorgen eingeschläfert werden. Sie folgt somit ihrem Bruder Josef, dem letzten männlichen Löwe der Löwengruppe, der letztes Jahr starb und Claudia, ihrer Mutter, die noch im Januar als die älteste Löwin im Zoo galt. Damit verblieb Sita, als letzte Löwin der ehemaligen fünfköpfigen Gruppe, allein im Zoo Heidelberg.

Seit Tod der Mutter: Sorge um „Sita“ 

Mit steigender Sorge beobachteten die Tierpfleger die Löwin nach dem Tod ihrer Mutter, zu der sie ein besonders enges Verhältnis hatte. Mehr und mehr war zu erkennen, dass sie stark unter dem Verlust litt. Löwen sind die einzigen Großkatzen, die in einem engen Sozialverbund leben.

„Sie reagierte nur noch wenig auf Reize und zeigte sogar gegenüber den ihr vertrauten Tierpflegern starke Unsicherheiten“, schildert Jörg Kubacki, Leiter des Raubtierreviers, die gemachten Beobachtungen der letzten Wochen.

Diese Erkenntnisse führten dazu, dass alle Beteiligten eine schwierige Frage zu lösen hatten: „Wie könne man verhindern, dass Sita am Ende ihres langen Lebens leidet?“

Eine schwierige Entscheidung

Sita litt schon seit mehreren Jahren an FIV, einem HIV vergleichbaren Virus und einer chronischen Nierenerkrankung

Gemeinsam mit den Pflegern und Tierärzten wägten Zooleitung und die Kuratorin des Zoos unterschiedliche Möglichkeiten für die Löwin ab: Ein Umzug in eine andere Löwengruppe oder ein Zuzug eines oder mehrere anderer Löwen kam leider nicht in Frage. Der erhebliche Stress würde Sita eher belasten.

Auch würde sie die anderen Löwen mit dem FIV-Virus infizieren. Sie einfach sich selbst zu überlassen und zuzusehen, wie sie unter der Situation leidet, war ebenfalls keine Alternative für die Tierschutzkommission.

Nach langer Überlegung kam die Kommission zu der Entscheidung Sitas Leiden so schmerzfrei wie möglich zu beenden: Am 2. März wurde sie narkotisiert und nachfolgend eingeschläfert. Ihr Körper wird nun in einem veterinärmedizinischen Untersuchungsamt untersucht.

„Es war eine schwere Entscheidung für uns alle. Sita ist hier geboren und war uns sehr ans Herz gewachsen“, betont auch Dr. Klaus Wünnemann, Direktor im Zoo Heidelberg.

Wie geht es nun mit der Löwenhaltung weiter?

Zur Zeit startet der Ausbau der Löwenanlage und in diesem Jahr sollen bereits die ersten Baumaßnahmen auf der Erweiterungsfläche beginnen.

>>> Die Löwenanlage wird neugestaltet 

>>> Joggen für das Löwengehege

 „Unser Zoo ganzohne Löwen ist für mich nur schwer vorstellbar. Wir werden jetzt früher als geplant unsere Kontakte zu anderen Zoos intensivieren, um möglichst zeitnah wieder Löwen im Zoo zu begrüßen“ erklärt Wünnemann die weiteren Maßnahmen hinsichtlich der aktuellen Situation.

Zoo Heidelberg/nis 

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