Mutter Helga und Tochter Sonja endlich vereint

Rührendes Treffen nach 58 Jahren!  

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Nach 58 Jahren sehen sich Mutter Helga und Tochter Sonja endlich wieder! 

Heidelberg/Troy - Im Jahr 1959 gibt die junge Mutter Helga ihre Tochter Sonja zur Adoption frei. Erst 58 Jahre später kommt es endlich zum langersehnten Treffen! 

Helga wird im Alter von 18 Jahren in Heidelberg ungewollt von einem US-Seargant schwanger. Doch der will nichts von ihr und dem Kind wissen und fliegt noch während der Schwangerschaft in die USA, um dort eine andere Frau zu heiraten. 

Wie soll sie sich um ihr Kind kümmern? Helga fühlt sich hilflos und verlassen. Schweren Herzens gibt sie ihre Tochter Sonja zur Adoption frei. Erst nach 58 Jahren sollen sich die beiden zum ersten Mal wiedersehen...

Zu verdanken ist dies Helgas Nachbarin Asmita. Seitdem sie in die Wohnung neben Helga gezogen ist, ist sie zu ihrer engsten Vertrauten geworden. Natürlich erzählt ihr Helga auch von ihrer Tochter Sonja. Sie würde sie so gerne wenigstens ein Mal sehen und sich bei ihr entschuldigen. Asmita beschließt aktiv zu werden und macht es sich zur Aufgabe den sehnlichsten Wunsch der 78-Jährigen zu erfüllen. 

Seit dem Sommer 2017 recherchiert sie online, erstellt Helga eine Facebook-Seite, fragt in Heidelberger Gruppen herum, kontaktierte das Heidelberg American High School Global Alumni Network und schreibt auch HEIDELBERG24 an. Natürlich wollen wir ihr bei ihrer Suche helfen. Doch beim Jugendamt und bei der Stadt Heidelberg gibt es keine Unterlagen, die zu dem Namen und dem Geburtsdatum passen.

Die kleine Sonja in Alter von etwa einem Jahr. (Undatierte Aufnahme von 1960)

Der entscheidende Hinweis kommt dann vom Amtsgericht Heidelberg, das unter anderem auch für Adoptionssachen zuständig ist. 

Verwaltungsleiter Marco Ziegler findet Sonjas Unterlagen im Archiv. Nun wird klar, warum die Suche bisher nicht von Erfolg gekrönt war. Sonja ist nicht am 24. Mai 1959 geboren, sondern am 26. Mai 1958! Sofort teilen wir Asmita das richtige Geburtsdatum mit. Mit neuer Hoffnung sucht sie jetzt noch intensiver nach Sonja. 

„Das ist meine Mutter!“ 

Und das mit Erfolg! Ein Mitglied der Organisation „GI Babies Germany e.V.“ findet anhand des vollen Namens und dem richtigen Geburtsdatum Tochter Sonja und gibt Asmita ihre Telefonnummer. Aufgeregt ruft sie sie am 28. September an und fragt, ob sie eine Helga Junker kennen würde. Überrascht antwortet die mittlerweile 59-Jährige:  „Das ist meine Mutter!“ Asmitas Herz klopft bis zum Hals. Tränen kullern ihr über die Wangen als sie hört, dass Sonja ihre Mutter auch schon seit fast 40 Jahren sucht! 

Sofort rennt sie zu Helga und gibt ihr den Hörer. „Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann schafft sie das auch!“, erzählt uns Helga glücklich am Telefon.

Die junge Helga Junker. (Undatierte Aufnahme)

Nur wenige Tage später kommt es zum ersten Treffen – und das nach 58 Jahren! Asmita kocht ein indisches Wiedersehens-Essen. Beide sind sehr aufgeregt. Erst wissen Mutter und Tochter nicht so recht was sie sagen sollen, doch schon kurze Zeit sprudelt es aus ihnen heraus. „Es war so als hätten wir uns erst letzte Woche gesehen! Das war völlig verrückt!“ 

Helga mit ihrer Tochter Sonja und Nachbarin Asmita mit ihrer kleinen Tochter. 

Sonja erzählt von ihrem Leben als Hundetrainerin für Blinde und US-Veteranen und von ihrem 40 Jahre alten Sohn. „Stell dir vor, ich habe einen Enkel und er ist schon längst erwachsen!“, erzählt uns Helga immer noch ungläubig. Natürlich fragt Sonja auch nach dem Grund, warum Helga sie weggegeben hat. „Ich habe ihr die ganze Geschichte erzählt. Dass ich jung und ganz alleine in Heidelberg war, niemanden kannte und sich ihr Vater nicht für uns interessierte.“ 

Sonja erfuhr schon früh von ihren Eltern, dass sie adoptiert ist. Sie stellten es ihr frei nach ihrer Mutter zu suchen, wenn sie alt genug wäre. Das tat sie auch als sie 20 Jahre alt wurde – doch vergebens. Böse ist sie ihrer leiblichen Mutter nicht, sie hätte eine wunderbare Kindheit gehabt und sei mit ihren Eltern viel herumgereist, erst in die USA, dann wieder nach Deutschland und dann wieder nach Pennsylvania, wo sie heute noch wohnt. 

Daran, dass sie ihre Mutter noch einmal sehen würde, hatte sie schon fast nicht mehr geglaubt. Als sich beide gegenüber sitzen, sucht Helga Sonjas Gesicht nach Ähnlichkeiten ab. „Sie hat meine Nase und meine braunen Augen. Sie ist ein so kluges Kind und so tierlieb. Ich bin sehr stolz auf sie und froh sie wiederzuhaben. Meine Gedanken waren jeden Tag bei ihr!“ 

Jetzt telefonieren sie regelmäßig miteinander und wollen sich so oft wie möglich sehen. Mit dem Auto kann Sonja schon in sechs Stunden bei ihrer Mutter sein. „Als ich vorgestern mit ihr gesprochen habe, sagte sie „bye mom“. Ich musste erst einmal schlucken. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen.“, erzählt Helga. 

kp

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