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Uni Heidelberg: „Aggression und Beleidigungen“ – gereizte Stimmung wegen Ukraine-Krieg

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Von: Marten Kopf

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Heidelberg - Hochschulen sind keine politikfreien Räume. Der Krieg in der Ukraine schlägt sich auch in Lehre und Forschung nieder. Die Studierenden können sich der Kontroverse nicht entziehen.

Wegen des Krieges in der Ukraine gibt es an den Hochschulen in Baden-Württemberg Spannungen zwischen russischen und ukrainischen Studierenden. Peter Abelmann, Vorsitzender der Studierendenschaft der Universität Heidelberg, bezeichnet die Stimmung zwischen den 85 Studierenden aus der Ukraine und den mehr als 100 aus Russland an seiner Uni als „gereizt“.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Uni Heidelberg: Offener Brief russischer Studenten

Die Ukrainer seien sehr aufgewühlt und ließen ihre russischen Kommilitonen dies auch merken. „Es kommt zu verbaler Aggression und Beleidigungen“, so Abelmann. Er plädiert angesichts der kriegsbedingten Konflikte hierzulande dafür, eher das Einende als das Trennende zu suchen. Die meisten Russen an der Uni seien gegen Putin und erklärten dies auch im Internet – wohlwissend, was das für ihre Zukunft in Russland bedeuten könnte.

Risiken gehen auch jene Russen ein, die sich in einem offenen Brief mit ihren ukrainischen Kommilitonen solidarisieren: „Uns ist klar, dass das ukrainische Volk nicht nur für seine eigene Freiheit, sondern auch für die Freiheit der Russen kämpft. Wir sind gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine.“

Uni Mannheim: „Im Austausch bleiben“

Auch andere Hochschulen wie die Universität Mannheim verzeichnen Spannungen. „Aber wir versuchen, an der Universität ein Klima zu schaffen, das diese Spannungen nicht verstärkt“, sagt Sprecherin Katja Bauer.

„Wir betonen zum Beispiel in unserer Kommunikation, dass beide Gruppen an unserer Universität weiterhin willkommen sind und man niemanden in „Sippenhaft“ nehmen sollte.“ Es würden beide Gruppen – 40 Russen und 19 Ukrainer – aufgerufen, im Austausch zu bleiben.

Baden-Württemberg: Soforthilfeprogramm für ukrainische Studenten

Für viele Studenten aus dem kriegsgebeutelten Land ist auch ihre finanzielle Situation ein Problem. Deshalb hat die Baden-Württemberg-Stiftung ein Soforthilfeprogramm ins Leben gerufen, aus dem die Universitäten Stipendien bereitstellen können. In Freiburg gibt einen eigens eingerichteten Nothilfe-Fonds Ukraine sowie einen allgemeinen Notfallfonds.

Das Land kommt den bereits immatrikulierten und den geflüchteten ukrainischen jungen Leuten mit Studienwunsch entgegen, indem es sie von den sonst für ausländische Studenten verlangten Gebühren von 1.500 Euro im Semester befreit. Unklar ist noch, ob auch Studenten aus Drittstaaten, die in der Ukraine studiert haben, hier Plätze und dasselbe Privileg erhalten.

Ukraine-Krieg: Austauschprogramme auf Eis

Der Konflikt berührt auch die Kooperationen von baden-württembergischen Hochschulen mit russischen. So hat die Universität Mannheim Austauschprogramme mit Hochschulen auf Eis gelegt, die den Angriffskrieg Putins verteidigt haben.

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„Es handelt sich dabei um ein wichtiges Signal an diese Institutionen, nicht an die Studierenden und Forschenden, die an diesen Institutionen studieren oder arbeiten - auch wenn diese davon leider mitbetroffen sein werden“, stellt die Uni klar. Studierende und Forschende dieser Einrichtungen, die bereits in Mannheim studieren, seien selbstverständlich weiterhin willkommen. (mko/dpa)

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