Zahl der Flüchtlinge steigt weiter an

Heidelberg sucht weitere Unterkünfte für Flüchtlinge

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Die bisherigen Flüchtlings-Unterkünfte reichen nicht mehr aus. Jetzt sucht die Stadt nach neuen Unterbringungen im ganzen Stadtgebiet.

Heidelberg - Rund 550 Flüchtlinge haben bereits in Heidelberg Zuflucht gefunden. Jetzt muss sich die Stadt auf weiter steigende Flüchtlingszahlen vorbereiten.

Etwa 550 Flüchtlinge leben derzeit bereits in Heidelberg. Monatlich werden der Stadt durchschnittlich 50 neue Flüchtlinge zur Unterbringung zugewiesen und die Zahlen steigen wieder deutlich an. 

Allein im November sind 4.000 Personen in die Landeserstaufnahmestelle nach Karlsruhe gekommen. Von dort werden die Flüchtlinge auf die Städte und Kreise im Land verteilt. 

Wir müssen uns auf weiter steigende Flüchtlingszahlen einstellen“, so Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner. 

Bisher konnte die Stadt Heidelberg genügend Unterkünfte für die zugewiesenen Flüchtlinge bereitstellen. Angesichts der aktuellen Entwicklung muss man sich jedoch darauf vorbereiten, die vorhandenen Kapazitäten weiter auszuweiten. 

Suche nach Unterkünften in allen Stadtteilen

Der bisherigen Strategie folgend, sollen die Unterbringungen auf verschiedene Wohneinheiten im gesamten Stadtgebiet verteilt werden. „Nur so kann Integration gelingen“, betont Würzner. 

Bei seinem jährlichen Treffen mit den Stadtteilvereinsvorsitzenden hat Würzner deshalb auch um Unterstützung bei der Suche nach geeignetem Wohnraum in allen Stadtteilen geworben: „Um den Flüchtlingen zu helfen, braucht es die ganze Stadtgesellschaft.

Als nächsten Schritt will Würzner Ende Januar die Vertreter der Stadtteile, des Gemeinderats, des Ausländerrats/Migrationsrates, der Kirchen und Glaubensgemeinschaften, des Asyl-Arbeitskreises, der Wohnbaugesellschaften und Ligaverbände (Caritas, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz, Paritätischer Wohlfahrtsverband, AWO) und den Sportkreis Heidelberg zu einem runden Tisch „Heidelberger Flüchtlingsstrategie – Perspektiven 2017“ einladen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. 

Neue Unterkünfte fast fertiggestellt

In den vergangenen Monaten hat die Stadt unter Hochdruck ein Gebäude auf den ehemaligen US-Militärflächen Patton Barracks in Kirchheim für die Flüchtlingsunterbringung umgerüstet. 

Hier gibt es nach umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten Platz für rund 100 Menschen. Parallel haben die Sanierungsarbeiten für das ehemalige Hotel Metropol in der Alten Eppelheimer Straße begonnen. Hier sollen ab Ende Februar etwa 50 Flüchtlinge einziehen. 

Spätestens zum 1. Januar 2016 ist Heidelberg – wie alle anderen Kommunen im Land – gesetzlich verpflichtet, den Platzbedarf für Flüchtlinge zu erweitern. Statt der bisherigen 4,5 Quadratmeter stehen jedem Flüchtling dann sieben Quadratmeter Wohn- und Schlafraum zu. Deshalb soll die bestehende Unterkunft in der Henkel-Teroson-Straße um einen Neubau erweitert werden. 

Das Land hat zudem angekündigt, wegen des gleichbleibend starken Zustroms von Flüchtlingen in ehemaligen US-amerikanischen Gebäuden in Heidelberg und Mannheim weitere befristete Winternotunterkünfte einzurichten, um die Landeserstaufnahmestelle in Karlsruhe zu entlasten. 

Winternotunterkunft in Patrick Henry Village

Obwohl gerade solche Großstandorte außerhalb des Siedlungsgebiets nicht der Strategie der Flüchtlingsunterbringung in Heidelberg entsprechen, hatte der Heidelberger Gemeinderat Mitte November aus humanitären Gründen grünes Licht für eine zeitlich befristete Winternotunterkunft auf dem Gebiet von Patrick Henry Village gegeben. Dieses Notquartier ist noch nicht geöffnet und soll erst zum Einsatz kommen, wenn alle anderen Möglichkeiten des Landes erschöpft sind. Betreiber der Notunterkunft im Bedarfsfall wird das Land sein. 

Versorgung und Unterbringung auf hohem Niveau

Insgesamt bewegen sich Versorgung und Unterbringung von Asylbewerber/innen in Heidelberg im Vergleich mit anderen Stadt- und Landkreisen auf einem hohen Niveau. Gemeinsam mit verschiedenen Partnern wie dem Asyl-Arbeitskreis, dem Caritasverband und dem Diakonischen Werk gelingt es, die der Stadt Heidelberg zugewiesenen Menschen während des zeitlich begrenzten Aufenthalts in den Unterkünften intensiv zu begleiten. Von wöchentlichen Sprechstunden des Sozialen Dienstes vor Ort über Hausbesuche, Spiel- und Betreuungsangebote, Sprachkurse, Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung gibt es für Flüchtlinge ein umfassendes Beratungs- und Betreuungsangebot. 

Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner dankte der Bevölkerung für die Toleranz und Unterstützung bei der Aufnahme von Flüchtlingen in Heidelberg: „Es ist großartig, mit welcher Offenheit die Bürgerinnen und Bürger den Menschen in Not begegnen.“ 

Bürgerinnen und Bürger, die aktiv Flüchtlinge unterstützen wollen, finden eine Liste mit Hilfsangeboten unter www.heidelberg.de/fluechtlingshilfe.

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Stadt Heidelberg/mk

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