Nur ein Angebot eingegangen

Über 10 Millionen Euro zu teuer: Stadt verschiebt Bau der Gneisenaubrücke!

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Fußgänger und Radfahrer müssen noch länger auf die neue Gneisenaubrücke warten. (Archivfoto)

Heidelberg-Bergheim/-Bahnstadt - Der Bau der neuen Gneisenaubrücke wird verschoben. Die Stadt will das Bauprojekt erneut ausschreiben. Die Gründe: 

  • Gneisenaubrücke in Heidelberg soll Bahnstadt und Bergheim verbinden
  • Brücke für Fußgänger und Radfahrer
  • Stadt Heidelberg will Bau der Gneisenaubrücke verschieben
  • Trotz europaweiter Ausschreibung nur ein Angebot eingegangen
  • Baubeginn wohl zwei Jahre später

Nachdem nur ein Angebot für den Bau der Fußgänger- und Radverbindung zwischen der Bahnstadt und Bergheim eingegangen war, will die Stadt Heidelberg den Bau der neuen Gneisenaubrücke vorerst verschieben. 

Heidelberg: Einziges Angebot für Bau der Gneisenaubrücke viel zu teuer

Trotz europaweiter Ausschreibung hat sich laut Stadt Heidelberg lediglich ein Interessent um den Auftrag beworben, und dessen Forderungen überschreiten die ursprünglich geplanten Kosten um fast das Dreifache: Statt der zunächst avisierten Kosten von 5,5 Millionen hätte der Bau über 16 Millionen Euro kosten sollen! 

Auch bei Nachverhandlungen mit dem Bieter konnten keine nennenswerten Kostenreduktionen erreicht werden. 360.000 Euro Ersparnis an der Stahlkonstruktion wären auf Kosten der Bauqualität gegangen. Deshalb will die Verwaltung das Projekt jetzt erneut ausschreiben. 

Heidelberg: Stadt will Bau der Gneisenaubrücke erneut ausschreiben

Dabei sollen u.a. Bauablauf und die Risikoverteilung überarbeitet werden. Davon verspricht sich die Stadt Heidelberg, dass mehr Interessenten bewerben. Auch die Kostenberechnung sowie der entsprechende Zuschussantrag sollen angepasst werden. Wann genau nach einer Neuausschreibung mit dem Bau begonnen werden kann, steht derzeit noch nicht fest.

Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck: „Es ist uns wichtig, sorgsam mit Steuergeldern umzugehen, gerade auch bei Großprojekten wie der Gneisenaubrücke. Natürlich möchten wir diese wichtige Fahrradachse so bald wie möglich umsetzen. Wenn allerdings die Kosten aus dem Ruder laufen sollten, müssen wir die Reißleine ziehen und schauen, welche Alternativen es gibt.

Heidelberg will Zeit für Vorabmaßnahmen nutzen

Der Baustart wird sich jetzt wohl um zwei Jahre verschieben. Diese Zeit wolle man nutzen, um so viele Vorabmaßnahmen zu erledigen wie möglich, so Odszuck. Dazu gehört die Baufeldfreimachung, also Kampfmitteluntersuchung oder Maßnahmen zum Artenschutz. 

Auf Bahnstadtseite und am Großen Ochsenkopf wurde zuletzt ein Bauzaun aufgestellt, der Fußgänger und Radfahrer von Trampelpfaden weghalten soll, die den auf den Reptilienschutzzaun kreuzen. Als Ausweichstrecke zwischen Gneisenaustraße und Heidelberg International School (H.I.S.) steht der Schwarze Weg zur Verfügung.

Heidelberg: Verbindung von Bergheim und Bahnstadt: Gneisenaubrücke erhält notwendige Zustimmung

Grundtext vom 22. Mai: Als zuständige Planfeststellungsbehörde stimmt das Regierungspräsidium Karlsruhe den Neubau einer Fuß- und Radwegbrücke zwischen der Eppelheimer Straße und der Gneisenaustraße zu. Dies wird am Mittwoch in einer Mitteilung bestätigt. 

Die Brücke verläuft über die Gleisanlage der Deutschen Bahn und der RNV und ist Teil des Erschließungsprojektes „Bahnstadt Heidelberg“. Bereits im Februar 2017 ist das Vorhaben von der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft im Auftrag der Stadt Heidelberg beantragt worden. Aktuell diskutiert wird ebenfalls der Umzug des Betriebshofes - der Ruf nach Alternativstandorten wird immer lauter, jetzt ist der Messplatz in Kirchheim im Gespräch.

Heidelberg: Von Bergheim in die Bahnstadt: Gneisenaubrücke macht's möglich

Mit der Realisierung der Fuß- und Radwegbrücke an der Gneisenaustraße wird eine weitere Verkehrsverbindung zwischen Bahnstadt und Bergheim geschaffen und damit gleichzeitig das Verkehrsnetz für Fahrradfahrer und Fußgänger ausgebaut. Außerdem gelangt man so besser an die Straßenbahn -Haltestelle „Gneisenaustraße Süd“. Die Brücke wird insgesamt 185 Meter lang sein. 

Damit sie überhaupt erst errichtet werden kann, muss ein bestehender Bolzplatz um etwa zwölf Meter nach Osten verlegt werden. Dadurch muss auch der bestehenden Zuwegung zur Haltestelle „Gneisenaustraße Süd“ umgestaltet werden. 

Der Planfeststellungsbeschluss mit den Plänen liegt in der Zeit vom 4. Juni bis einschließlich 17. Juni im Technischen Bürgeramt der Stadt Heidelberg, Verwaltungsgebäude Prinz Carl zur Einsicht aus. Du kannst sie aber auch hier online einsehen.

pm/jol/rmx

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