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Walpurgisnacht in Heidelberg: Schlägereien und Ruhestörungen – die Polizei zieht Bilanz

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Von: Florian Römer

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Heidelberg - Obgleich die Thingstätte in der Walpurgisnacht gesperrt ist, geht es anderswo beim „Tanz in den Mai“ heiß her – am Sonntagvormittag zieht die Polizei Bilanz.

Update vom 1. Mai: Für die Heidelberger Thingstätte hat die Stadt Heidelberg auch in diesem Jahr ein Betretungsverbot verfügt. Ein Waldbetretungsverbot war jedoch entgegen der Vorjahre nicht beschlossen worden. Trotzdem konnte die Polizei, nach eigenen Angaben, bis in die Nacht hinein keine Feiernden im Wald feststellen.

Demgegenüber ist die Heidelberger Altstadt, insbesondere die Untere Straße am Freitag- und Samstagabend bis in die frühen Morgenstunden gut besucht gewesen. „Neben kleineren körperlichen Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Feiernden wurden vor allem Ruhestörungen im Stadtgebiet gemeldet“, heißt es im Polizeibericht.

Am Sonntagmorgen müssen die Einsatzkräfte bei Tagesanbruch nochmals ausrücken: Gegen 6 Uhr kommt es am Bismarckplatz zu einer Schlägerei zwischen mehreren Personen. Nachdem die Beteiligten auf Ansprache der Polizeikräfte nicht reagiert haben sollen, werden die Kontrahenten durch den Einsatz von Pfefferspray voneinander getrennt. Ein 23-Jähriger ergreift daraufhin die Flucht. Er kann aber wenig später festgenommen werden. Ein 26-Jähriger ist bei der Auseinandersetzung leicht verletzt worden. Die Hintergründe der Streitigkeiten sind derzeit noch unklar.

Walpurgisnacht in Heidelberg: „Tanz in den Mai“ auf Thingstätte auch 2022 verboten

Erstmeldung vom 27. April: Bis zu 15.000 Menschen feierten bis 2018 die Walpurgisnacht auf der Thingstätte in Heidelberg. Wegen eines Schwerverletzten und eines Waldbrands im Jahr 2017 wurde der „Tanz in den Mai“ in den Folgejahren untersagt. Auch 2022 wird es keine Feier am Heiligenberg geben.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberg: Stadt untersagt „Tanz in den Mai“ auf der Thingstätte

Aus den „sicherheitsrelevanten Vorfällen“ der Jahre 2017 und der Vorjahre hat die Stadt Konsequenzen gezogen und sperrt die Thingstätte seither für die Walpurgisnacht ab. So auch dieses Jahr: Laut einer Mitteilung der Stadt Heidelberg gilt für die Thingstätte ab Samstag (30. April, 14 Uhr) bis Sonntag (1. Mai, 12 Uhr) ein Betretungsverbot. Für den Aufbau der Zaunanlage sind die Hauptwaldwege rund um das Gelände gesperrt und werden kontrolliert.

An den Zugangswegen zum Heiligenberg werden Schilder auf das Betretungsverbot hinweisen. Polizeibeamte und Kommunaler Ordnungsdienst (KOD) werden das Verbot in der Mainacht überwachen. Wer dennoch versucht, im Zeitraum die Thingstätte zu betreten, macht sich des Hausfriedensbruchs strafbar und wird angezeigt, warnt die Kommune.

Thingstätte: Stadt Heidelberg übt sich in Gefahrenvorsorge

„Tanz in den Mai“ auf der Thingstätte – was im ausgehenden 20. Jahrhundert als Treffen einiger weniger Menschen zum Grillen begann, entwickelte sich zu einem Event, zu dem vor dem Verbot über 10.000 Feiernde auf den Heiligenberg pilgerten. Das Event hatte weder einen offiziellen Veranstalter noch ein grundlegendes Sicherheitskonzept. Eine von der Stadt in Auftrag gegebene Gefährdungsbeurteilung hatte jedoch eine Reihe von Gefahrenquellen aufgezeigt – laut Stadt „zum Teil unzumutbare“.

Die Stadt Heidelberg ist als Eigentümerin der Thingstätte in der Pflicht – und trägt als Ortspolizeibehörde auch die Verantwortung für die öffentliche Sicherheit. In der Vergangenheit hatte die Stadt zwar Vorkehrungen getroffen, um ein Mindestmaß an Sicherheit für Besucher zu schaffen. Die Ereignisse im Jahr 2017 machten jedoch ein strikteres Vorgehen notwendig. Weitere Infos unter www.heidelberg.de/walpurgisnacht. (rmx)

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