Alles für die Katz'

Dieser Verein hat ein Herz für Straßenkatzen!

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Straßenkatzen e.V. kümmert sich um die wildlebenden Katzen in der Metropolregion Rhein-Neckar

Heidelberg-Weststadt - Kaum einer weiß, wie viele Katzen in der Metropolregion leben. Doch es sind genügend, um die man sich kümmern muss. Straßenkatzen e.V. hat sich das zur Herzensaufgabe gemacht:

Wer sich in Heidelberg und Umgebung umschaut, könnte fast meinen, dass hier keine Straßenkatzen leben. Man geht sogar eher davon aus, dass vor allem in Südeuropa die Straßenkatzen herumstreifen, doch auch hier in der Metropolregion sind zahlreiche Vierbeiner heimisch - sie leben lediglich „hinter den Kulissen", erklärt uns in einem Interview Hellen Kühner, Verantwortliche des Straßenkatzen e. V.. Tagsüber halten sich die Streuner bedeckt und erst in der Nacht kommen sie aus ihrem Versteck.  

Was macht der Verein? 

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich um die herrenlosen Tiere zu kümmern, sie zu versorgen und - die zentralste Aufgabe - ihre Population zu kontrollieren. Dafür nehmen die Mitglieder von Straßenkatzen e.V. einen Umkreis von bis zu 50 Kilometer in Kauf. 

Aus Eins mach Dreißig 

Damit sich die Straßenkatzen nicht einfach wild ausbreiten, müssen die Tiere kastriert werden. Denn „bereits ein weibliches Tier kann innerhalb eines Jahres mindestens zweimal Junge bekommen und innerhalb eines weiteren halben Jahres sind diese vier bis sechs Jungtiere selbst wieder geschlechtsreif" - und damit früher oder später tragend, erklärt Hellen Kühner und macht damit die schnell wachsende Fell-Population deutlich. Es ist daher kein Wunder, dass sie sich für die Kastrationspflicht, die es beispielsweise in Nordrhein-Westfalen gibt, stark macht. 

„Geduld, Geduld und noch mal Geduld“ 

Es reicht nicht aus, ,einfach nur’ die Straßenkatzen aufzusuchen und zu kontrollieren, ob sie gesund sind. Sie müssen auch eingefangen und kastriert werden. Dafür müssen Hellen Kühner und ihre Kollegen meistens Nachts raus und mit viel Geduld die Katzen fangen. Manchmal sind es bis zu 30 Katzen an einer Stelle . Mit viel Schlaf ist dann also nicht zu rechnen", erzählt die Verantwortliche, die erst am Vorabend solch eine Einfang-Aktion durchgeführt hat. „Anschließend müssen die Katzen noch wo unterkommen, zu Tierärzten gebracht und, wenn möglich, auf Pflegestellen verteilt werden", meint sie weiter. Außerdem ist es unglaublich wichtig, dass auch wirklich alle Vierbeiner eingefangen werden, denn wie schon erwähnt, eine Katze kann sich schnell vermehren ... 

Die Kosten 

Eine Katze kann für ein „Komplett-Paket“ mit Kastration, Impfung und weiteren Kontrollen bis zu 200 Euro kosten. S eit der Gründung, also von 1994 bis 2014, haben allein die Kosten für Tierarzt, Futter und Streu fast eine Millionen Euro betragen. 

Der Verein wiederum finanziert sich durch Spenden, Basare und dem kleinen Geschäft ,Antons Lädchen’, in dem gespendete Waren verkauft werden. „Irgendwie muss ja das was raus kommt, auch wieder reinkommen“, meint Kühner mit einem Lächeln. „Wir mussten aber noch nie eine Katze aus Kostengründen im Stich lassen, sagt sie weiter. 

Antons Lädchen in der Schillerstraße in Heidelberg

Fellnasen suchen ein Zuhause 

Die Straßenkatzen, die mit der Zeit zutraulich werden, können vermittelt werden. „A ktuell haben wir von Jung bis Alt alles dabei", meint Kühner. Wer also auf der Suche nach einem Kätzchen ist und auf Rassekatzen keinen Wert legt, der sollte einfach mit dem Verein Kontakt aufnehmen. Gemeinsam wird dann geschaut, welche Katze zu welchem Besitzer passt. Doch eins macht Kühner besonders deutlich: Die Katzen brauchen ihre Zeit um Vertrauen zu gewinnen, „das geht nicht von heute auf morgen. Man rechnet dabei nicht in Tagen sondern in Monaten“.

Diese Katzen wurden bereits vermittelt. 

Übrigens: Die kastrierten Katzen, die zu scheu sind, werden wieder in die Freiheit entlassen. Der Verein behält aber auch sie im Auge. 

Straßenkatzen e.V. freut sich außerdem über jede weitere Unterstützung. Ob das Aushelfen beim Basar, der als nächstens am 2. und 3. September in der Eichendorffhalle stattfindet, oder das Anbieten einer Pflegestelle - die Hauptsache ist, man macht „alles für die Katz’“.

jol

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