PHV, Wolfsgärten oder sogar Eppelheim

Wie geht es weiter mit dem Ankunftszentrum für Flüchtlinge?

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Suche nach einem neuen Standort für das Ankunftszentrum - welche Alternativen gibt es überhaupt noch? (Archivfoto)

Heidelberg - Auf der Suche nach einem neuen Standort für das Ankunftszentrum schieben sich Innenministerium und Stadt gegenseitig die Verantwortung zu. Welche Alternativen gibt es überhaupt noch?  

  • Das Land hat die Suche nach neuen Standorten für ein Ankunftszentrum für Flüchtlinge in Heidelberg eingestellt.
  • Die Stadt Heidelberg soll neue Vorschläge machen.
  • Wieso kommen die „Wolfsgärten“ nicht in Frage?
  • Und liefert die Stadt Eppelheim nun die Lösung?

In der Diskussion um einen neuen Standort für ein Ankunftszentrum für Flüchtlinge in Heidelberg hat das Land sie Suche nach weiteren Alternativen zum Patrick-Henry-Village eingestellt. „Derzeit werden keine weiteren Prüfungen vorgenommen“, sagt ein Sprecher des Ressorts von Thomas Strobel (CDU). Das Ministerium habe in einem rund eineinhalbjährigen und umfassenden Suchlauf alle möglichen Standorte geprüft. Das Areal „Wolfsgärten“ sei für sein Haus die einzige Option. Die Suche könne wieder aufgenommen werden, wenn die Stadt Heidelberg neue Vorschläge mache. „Der Ball liegt jetzt bei der Stadt.“

Heidelberg: Wie geht es weiter mit dem Ankunftszentrum für Flüchtlinge?

Die Stadt Heidelberg sieht das genau umgekehrt. Der alte Gemeinderat in Heidelberg hatte das Land aufgefordert, eine Alternative zu den unbeliebten „Wolfsgärten“ in Heidelberg und Umgebung zu suchen. Aus dem Rathaus heißt es: „Es versteht sich von selbst, dass wir außerhalb unserer Gemarkungsgrenzen keine Vorschläge machen können.“ Der alte Gemeinderat lehnte den vom Ministerium favorisierten Standort ab, weil er isoliert zwischen Autobahn und Bahngleisen liegt – und schlug vor, das Zentrum könne doch in abgespeckter Form auf dem Patrick-Henry-Village in Heidelberg verbleiben. Das Ministerium wurde außerdem aufgefordert, einen Testentwurf für ein Zentrum zu erstellen. Dieser ist laut Ministerium in Arbeit.

Heidelberg: Standort „Wolfsgärten“ für Ankunftszentrum geeignet?

Der neue Gemeinderat in Heidelberg hat das Thema noch nicht diskutiert. Derek Cofie-Nunoo, Chef der Grünen, sieht die Sache ähnlich wie die Stadträte zuvor. „Der Standort in Randlage entspricht nicht den Vorstellungen, wie man Menschen, die geflüchtet sind, unterbringen sollte.“ Hingegen kommen für die Stadtverwaltung unter Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) die „Wolfsgärten“ als möglicher Standort in Betracht. Eine Integration des Zentrums in Patrick-Henry-Village sei unmöglich. Die Stadt Heidelberg plant im Zuge der Internationalen Bauausstellung, auf der 100 Hektar großen Konversionsfläche Arbeits- und Wohnraum für bis zu 15.000 Menschen zu schaffen. Von dieser Fläche werden derzeit 30 Hektar für das Zentrum genutzt. Hingegen ist das vom Ministerium auswählte Areal – eine unbebaute Fläche im Besitz der Stadt Heidelberg – sieben Hektar groß. 

Heidelberg: Neuer Standort für Ankunftszentrum – bringt Stadt Eppelheim die Lösung?

Die Diskussion über den neuen Standort für das Ankunftszentrum für Flüchtlinge scheint noch lange nicht beendet. Doch nun tut sich überraschend eine neue potenzielle Lösung auf: Wie der Mannheimer Morgen berichtet, habe die Stadt Eppelheim eine Alternative zum Patrick-Henry Village in Heidelberg angeboten. Dabei soll es sich laut Bericht um die rund 30 Hektar große Fläche handeln, auf dem Dietmar Hopp einst eine Fußballarena bauen wollte, bevor er sich für den Standort Sinsheim entschied. Das Innenministerium wolle nun mit Eppelheim Kontakt aufnehmen, heißt es weiter.

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Heidelberg: Das Ankunftszentrum für Flüchtlinge in Zahlen

Das Ankunftszentrum für Baden-Württemberg beherbergt derzeit weniger als 1.000 Flüchtlinge. Im ersten Halbjahr 2018 durchliefen 5076 Flüchtlinge die Einrichtung, davon 1228 aus Nigeria, 484 aus der Türkei und 456 aus Syrien. In Heidelberg werden sie gesundheitlich untersucht und registriert. Sie stellen dort auch den Asylantrag. Zum Vergleich: Im September 2015 kamen noch 14.000 Schutzsuchende nach Baden-Württemberg.

dpa/kab

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