Digger Barnes in der „Villa“

Digger Barnes: Von Klapperschlangen und Öl-Flecken

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Mit seinen Geschichten nimmt Digger Barnes sein Publikum mit auf seine Reise.

Heidelberg-Wieblingen – Digger Barnes passt in keine Schublade. Genau wie die Villa Nachttanz: Beiden steht die schaurig-schöne Landstreicher-Romantik sehr gut!

„Was macht man nachts um drei in Logo-Texas mit einer Klapperschlange vor der Haustür?“, fragt Digger Barnes sein Publikum.

Johnny Latebloom, sein musikalischer Partner und selbsternannter „Digger-Fan“, grinst in sich hinein. Auch das Publikum schmunzelt bei dieser kleinen Anektdote über eine Bekannte des Künstlers. Rund hundert Menschen stehen am Mittwochabend dicht gedrängt im kleinen Villa-Keller und lauschen gespannt, was ihnen Digger Barnes zu erzählen hat.

Von Klapperschlangen und Öl-Flecken

Insgeheim scheint der gebürtige Hamburger nämlich ein leidenschaftlicher Geschichtenerzähler zu sein. Einige seiner Songs versetzen einen unmittelbar in die Welt des Wilden Westens und weiter amerikanischer Landschaften. Vom eigenwilligen Fluss des Lebens, einem von Öl-Flecken gezeichneten, leidenschaftlichen Autoschrauber oder der langen Reise seiner Großmutter. Die Musik dazu: beruhigend und stetig, hoffnungsvoll, aber auch düster. 

Mit seinen vielen Instrumenten, darunter Banjo, Kontrabass und Gitarre ist die kleine Villa-Bühne dann auch schon voll.

Digger Barnes freut sich aber in „Läden“ wie der Villa Nachttanz aufzutreten. Dass manche Bands dem Wahn erliegen, immer größer und erfolgreicher werden zu wollen, passt ihm so gar nicht. Ab und zu trägt „Mr. Barnes“ aber auch ein bisschen dicker auf: Mit der „Diamond Road Show“ erweckt er gemeinsam mit dem Illustrator und Visual Artist Pencil Quincy buchstäblich Geschichten zum Leben. „Da braucht es aber echt eine große Infrastruktur im Hintergrund“, erzählt er über die Auftritte, bei denen auch eine große Band am Start ist. 

Mit Zweimann-Auftritten, wie dem in der Villa bewahrt er sich seine Liebe zum Einfachen und Unkomplizierten: „Wir schmeißen einfach unsere Sachen in den Kombi und fahren los.

„Das passt hier so doch auch viel besser rein.“ Stimmt, der abgerockte Charme der Villa ist die perfekte Kulisse für die Musik von Digger Barnes. Und auch eine gewisse Rast- und Heimatlosigkeit verbindet die beiden. 

Seit mehreren Jahren ist den Betreibern der „Villa“ nämlich schon klar, dass sie sich über kurz oder lang ein neues zu Hause suchen müssen. Jetzt ist der Umzug besiegelt, in ein bis zwei Monaten ist das neue Haus bezugsfertig. „Wir haben uns jetzt auch alle mehr oder weniger damit abgefunden, dass wir hier raus müssen.“, erklärt Kathrin Rabus, Veranstalterin des Konzertes und Mitglied im Villa-Verein. Insofern ist der Besuch von Digger Barnes vielleicht ein Zeichen, er würde wahrscheinlich singen: „It's hard to leave now, it's harder to rest.“

sag

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