Informationsveranstaltung

Workshop soll Hip-Hop-Archiv auf den Weg bringen

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Torch und Toni-L wollen in einem Workshop einen Überblick zum Hip-Hop-Archiv geben.

Heidelberg - Bekommt Heidelberg jetzt doch sein Hip-Hop-Archiv? Ein Workshop soll Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Wissenschaftler über das bestehende Archivmaterial informieren. 

Seit vielen Jahren ‚geistert‘ die Idee eines Hip-Hop-Archivs durch Heidelberg. Jetzt könnte das Archiv realisiert werden.

2011 hatte Frederik Hahn, besser bekannt als ‚Torch‘, einen tollen Plan: Der Mitgründer der Hip-Hop-Combo Advanced Chemistry und ‚Urvater‘ des deutschsprachigen Rap wollte seiner Heimatstadt Originalexponate als „Dauerleihgabe“ überlassen, die in einem Hip-Hop-Archiv gezeigt werden sollten. 

Neben Fotos, Texten, Musik und Videos sollten unter anderem auch Material von Toni-L (Advanced Chemistry), den Stieber Twins oder Cora E. zu sehen und hören sein. Ende 2011 stimmte der Gemeinderat für die Einrichtung eines Hip-Hop-Archivs. Seither ist bei dem Thema leider nicht viel passiert. 

Workshop soll Überblick geben

Das könnte sich jetzt ändern. Am Donnerstag beschloss der Ausschuss für Bildung und Kultur einstimmig das Konzept für einen Workshop, in dem Torch und Toni-L Mitglieder der Stadtverwaltung und Wissenschaftler über das bestehende Archivmaterial informieren wollen. 

In dem Workshop sollen „Lehrende und Studierende des Musikwissenschaftlichen Seminars, des Instituts für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg, Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie eventuell für weitere Forschungsinstitute und Experte ... weiterführende Aufschlüsse über das Archivmaterial erhalten und auf einen Wissenstand darüber gebracht werden, was man sich von der Einrichtung eines Hip-Hop-Archivs erwarten darf“, so die Beschlussvorlage.

Kathrin Rabus (Grüne) freute sich darüber, dass endlich Bewegung in die Sache kommt. Matthias Kutsch (CDU) fand, dass der Workshop inhaltlich gut aufgesetzt ist.    

Frage der Transparenz

Der Workshop soll am 2. Juni in der Halle02 stattfinden, ist auf rund zweieinhalb Stunden angesetzt und schlägt mit knapp 4.000 Euro zu Buche. Den Wunsch der Künstler, den Workshop auf möglichst wenige Teilnehmer zu reduzieren und auf Öffentlichkeit zu verzichten, konnten die Räte nur bedingt nachvollziehen. 

Wenn wir für den Workshop öffentliche Gelder verwenden, muss die Öffentlichkeit auch erfahren, was im Workshop passiert“, fand Alexander Schestag (Piraten). Die Verwaltung habe bei den Künstlern darauf gepocht, dass alle Gemeinderäte zu dem Workshop eingeladen würden, ergänzte Bürgermeister Dr. Joachim Gerner.

Bei der Sichtung der Sammlungsgegenstände von Torch kam es immer wieder zu Verzögerungen. Das lag aber nicht an der Stadtverwaltung, betonte Bürgermeister Gerner. 

Aus einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage von Stadrat Felix Grädler (Grüne) vom Mai 2016 geht hervor, dass „ungeachtet wiederholter Anstrengungen und beharrlichen Nachfragens von Archiv und Kulturamt“ im Sommer 2012 „allein der in Rottweil lagernde kleinere Teil der Archivalien zugänglich gemacht“.

Hintergrund

Advanced Chemistry wurden 1987 in Heidelberg gegründet und gelten als Begründer des Deutsch-Raps. 1992 gelang der Combo mit „Fremd im eigenen Land“ der Durchbruch. Zu dem Trio zählte neben Torch und Toni-L auch Kofi Yakpo („Linguist“), „Gee-One“ und „DJ Mike MD“. Großen Einfluss auf die Combo hatte auch Produzent und DJ „Boulevard Bou“.

rmx

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