Bezirksbeiratssitzung

Schulnoten für Schlaglöcher und Wildschweine

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Kleingemünder Straße –sie soll asphaltiert werden.

Heidelberg-Ziegelhausen – Was steht im östlichsten Stadtteil Heidelbergs an? Über die mangelhaften Schulnoten bei Straßensanierung und borstigen Paarhufern gibt es zumindest viel Konsens…

Im Heidelberger Straßensanierungsprogramm werden, wie im Schulnotensystem Noten von 1-6 für den Zustand der Fahrwege vergeben. Und auch in Ziegelhausen sind Straßen, wie z.B. rund um „Neuer Weg“ als „ungenügend“ eingestuft. 

Mittlerweile drei Millionen Euro sollen im gesamten Stadtgebiet pro Jahr ausgegeben werden, um dringende Erhaltungs- und Sanierungsarbeiten zu verwirklichen: „Dabei wird unter anderem mit den Stadtwerken noch stärker zusammengearbeitet“, erklärte Klaus-Peter Hofbauer vom Tiefbauamt Heidelberg, denn „hier böten sich wirtschaftliche Synergien an, wenn zum Beispiel Leitungen, vor allem im Bereich der Fernwärme verlegt werden und damit sowieso Straßenarbeiten anstehen. Um das Stopfen von Schlaglöchern kommen wir aber weiter nicht herum.“ Vier Straßeninspektoren kontrollieren laut Hofbauer die Fahrwege im Stadtgebiet und melden wöchentlich Schäden ans Tiefbauamt.

Kleingemünder Straße: Einst als Fußgängerzone geplant, ist sie mit dem Kopfsteinpflaster und den Belastungen durch PKW-Verkehr und Busverkehr (bei Hochwasser) ebenfalls sanierungsbedürftig. An den Gemeinderat ging heute mit großer Mehrheit das Meinungsbild, ob man sie nicht in hellerem Asphalt umgestalten könne.

Wie in vielen Gemeinden entlang der Bergstraße und in weiteren waldnahen Stadtteilen Heidelbergs treiben Wildschweine auch ihr Unwesen in Ziegelhausen. Sie werden rund um den Supermarkt gesichtet, fallen in den Friedhof ein und richten große Schäden in Gärten an. 

Die Arbeitsgruppe „Erhaltung der Kulturlandschaft in Ziegelhausen“ hat dazu ein Konzept erarbeitet. Klar sei, dass man in einem bewohnten Ziegelhausen nicht einfach so jagen und schießen könne. Kilometerlange Zäune seien viel zu kostspielig und ebenso sinnlos – stattdessen soll der Abstand vom Wald zur Bebauung schrittweise verbessert werden. Zum Beispiel am Köpfel – wo zukünftig Rind- und Schafbeweidung eine Trennschneise zwischen Wald und Streuobstwiesen bilden und damit die Paarhufer von weiteren Ausflügen abhalten soll. 

Und auch die Bewohner sollten sensibilisiert werden: „Ich weiß gar nicht, was in manchen Menschen vorgeht, die Wildschweine mit Essensresten füttern. Die wären ja blöd, zurück in den Wald zu gehen“, erklärte Bernhard Stadler, einer der Initiatoren des Aktionskreises und zeigte gegenüber HEIDELBERG24 sein rechtes Schienbein. Eine Bache mit Frischlingen griff ihn beim Spaziergang im Wald an.

Dem Gemeinderat wurde mit ebenso großer Mehrheit vorgeschlagen, 50.000 Euro zum Start des Aktionsprojekts bereitzustellen.

jbr

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