Nur noch 3,5 Tonnen erlaubt

Gewichts-Blitzer: Wie die Stadt künftig die Ziegelhäuser Brücke schützen will

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Das zulässige Höchstgewicht für Fahrzeuge wird im Februar auf 3,5 Tonnen reduziert.

Heidelberg - Das dürfte das nächste Verkehrsproblem in der Metropolregion geben: Die Brücke zwischen Ziegelhausen und Schlierbach muss abgerissen und neu gebaut werden!

  • Die Brücke zwischen Ziegelhausen und Schlierbach muss abgerissen und neugebaut werden. 
  • Bauwerk ist wegen statischer Probleme nur noch eingeschränkt befahrbar.
  • Die Ziegelhäuser Brücke wird ab Mitte Februar für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. 
  • Rettungsdienst und Feuerwehr dürfen die Brücke weiterhin nutzen.

Update vom 6. Januar: Die Stadt Heidelberg will die Ziegelhäuser Brücke künftig mit Blitzern überwachen. So will die Verwaltung verhindern, dass zu schwere Fahrzeuge die marode Brücke zwischen Ziegelhausen und Schlierbach passieren, wenn ab Mitte Februar ein Fahrverbot für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen gilt. Das erklärt Baubürgermeister Jürgen Odszuck am Dienstag (4. Januar) bei einem Vor-Ort-Termin, zu dem die CDU eingeladen hat. 

Wie der „Mannheimer Morgen“ berichtet, soll die Brücke aber noch zehn Jahre genutzt werden können. Das haben aktuelle Berechnungen ergeben. Feuerwehr, Rettungswagen und normale Linienbusse können weiterhin die Brücke passieren. Allerdings muss künftig darauf geachtet werden, dass nicht zwei Busse gleichzeitig die Brücke befahren. 

Ziegelhäuser Brücke: Zu schwere Fahrzeuge sollen geblitzt werden

Damit das Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen eingehalten wird, wolle man künftig mit Blitzern alle zu schweren Fahrzeuge fotografieren. Die Aufnahmen von Linienbussen, Rettungswagen und Feuerwehr werde man umgehend löschen. „Alle anderen bekommen Post und ein Verwarnungsgeld“, sagt Tiefbauamtsleiter Jürgen Weber. 

Schilder und Fahrbahnverengungen würden von zu vielen Lastern ignoriert, das habe man an der Hebelstraßenbrücke gesehen, die schließlich voll gesperrt wurde. Deshalb müsse man gleich eine großräumige Umleitung einrichten, fordert Alexander Föhr (CDU).

Ziegelhäuser Brücke: Neubau an anderer Stelle?

Wo die neue Brücke über den Neckar gebaut werden soll, ist derweil noch offen. Odszuck kann sich „theoretisch“ auch einen Neubau weiter in Richtung Neckargemünd vorstellen. Man habe allerdings erst mit den Planungen begonnen. 

Bis zu ihrem Abriss will Heidelberg die 70 Jahre alte Brücke elektronisch überwachen. So sollen Schwingungen erfasst werden, die den Alterungsprozess der Spannbetonbrücke verstärken könnten. Sollten die Schwingungen zunehmen, droht eine Vollsperrung.

Desolater Zustand: Nur noch 3,5 Tonnen auf Ziegelhäuser Brücke erlaubt – was ist mit Rettungskräften?

Update vom 27. Januar: Zunächst war unklar, ob die Gewichtsbeschränkung von 3,5 Tonnen auch für Rettungsdienst und Feuerwehr gelten wird. Wie Nathalie Pellner, Sprecherin der Stadt Heidelberg, am Montag auf Nachfrage erklärt, können die Einsatzkräfte aber auch in Zukunft die Ziegelhäuser Brücke nutzen. So müssen sie keinen Umweg über Neckargemünd oder die Heidelberger Altstadt machen. 

Damit ausreichend Sicherheit auf der Ziegelhäuser Brücke gewährleistet ist, wird die Neckarquerung mittels eines Monitoring-Verfahrens überwacht. „Ein elektrisches Gerät wird dabei die Schwingungen der Brücke messen. Bei Auffälligkeiten kann die Stadt dann direkt handeln“, so Pellner. 

Die Ziegelhäuser Brücke ist nicht mehr sanierbar und muss deshalb in den nächsten fünf bis zehn Jahren ersetzt werden. Das geht aus einer statischen Nachberechnung sowie einer Prüfung eines Ingenieurs hervor. Die Ergebnisse liegen seit Ende November dem Tiefbauamt vor. Zusammen mit dem Prüfingenieur hat das Regierungspräsidium Karlsruhe die Entscheidung für einen Neubau getroffen. Dieser stehe aber laut Pellner erst am Anfang eines Planungsprozesses. „Der Gremienlauf ist derzeit noch nicht absehbar“, sagt sie abschließend. 

Aufgrund vieler offener Fragen in der Bevölkerung bezüglich des Abrisses findet am Dienstag (4. Februar) von der CDU-Fraktion Heidelberg und den Ortsverbänden Ziegelhausen/Peterstal und Altstadt/Schlierbach ein Vor-Ort-Termin statt. Es wird auch der Erste Bürgermeister Jürgen Odszuck kommen. Los gehts um 15:30 Uhr am Parkplatz beim Bahnübergang auf der Schlierbacher Seite der Brücke. 

Sanierung lohnt nicht mehr: Ziegelhäuser Neckarbrücke wird abgerissen!

Erstmeldung vom 23. Januar: In der Sitzung des Bauausschuss am Dienstag (21. Januar) wird bekannt, was vielen Pendlern in Zukunft echtes Kopfzerbrechen bereiten dürfte: Die Brücke zwischen den beiden Heidelberger Stadtteilen Ziegelhausen und Schlierbach muss abgerissen und neu gebaut werden! Darüber berichtet die „Rhein-Neckar-Zeitung“. Neben der Salierbrücke in Speyer und der Hochstraße in Ludwigshafen ist die Ziegelhäuser Brücke das dritte marode Querungsbauwerk in der Metropolregion Rhein-Neckar, das aufwendig saniert oder sogar neu gebaut werden muss.

Heidelberg: Neubau der Ziegelhäuser Brücke erforderlich

Eigentlich hätte die Ziegelhäuser Brücke in den Jahren 2021 und 2022 saniert werden sollen. Dazu hatte die Stadt Heidelberg im Mai 2019 Untersuchungen an dem rund 70 Jahre alten Bauwerk zwischen Ziegelhausen und Schlierbach durchgeführt. Dabei scheint herausgekommen zu sein, dass sich eine Sanierung jetzt nicht mehr lohnt. Das Land habe 2019 zwar 2 Millionen Euro für die Sanierung der Brücke zur Verfügung gestellt. Dafür hätte die Brücke aber 30 weitere Jahre halten müssen. Diese Option scheint jetzt vom Tisch.

Die Ziegelhäuser Brücke muss abgerissen und neu gebaut werden.

Klar ist, dass die Brücke abgerissen und neu gebaut werden muss. Wo der Neubau entstehen soll, ist momentan noch unklar. Bis zu ihrem Abriss soll die Statik der Ziegelhäuser Brücke nun elektronisch überwacht werden. Die Planungen für den Neubau will die Stadt baldmöglichst beginnen. 

Heidelberg: Gewichtsbeschränkungen für Ziegelhäuser Brücke

Theoretisch kann der Betrieb der Brücke durch kleine Sanierungsmaßnahmen noch fünf bis zehn Jahre aufrechterhalten werden“, sagt eine Stadtsprecherin auf Anfrage von HEIDELBERG24. Allerdings macht der desolate Zustand der Brücke Einschränkungen für den Verkehr unumgänglich.

Auf den maroden baulichen Zustand der Brücke haben die Stadtteile immer wieder hingewiesen.  

Im Lauf des Februars“ werde man das Befahren der Ziegelhäuser Brücke auf Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen, Radfahrer und Fußgänger beschränken, so die Sprecherin. Schwerere Fahrzeuge müssen dann über die beiden anderen möglichen Brücken in Heidelberg (Theodor-Heuss-Brück, Ernst-Walz-Brücke) oder die Friedensbrücke in Neckargemünd ausweichen, die 2017 saniert wurde. 

Ziegelhäuser Brücke eingeschränkt befahrbar – was ist mit Bussen, Feuerwehr und Krankenwagen?

Und was ist mit dem Busverkehr, der über die Ziegelhäuser Brücke fährt? Immerhin wiegen Busse mit Fahrgästen im öffentlichen Nahverkehr rund 18 Tonnen. „Wir sind derzeit in Gesprächen mit der Stadt Heidelberg, um eine Ausnahmegenehmigung für den Betrieb der Buslinien 33 und 36 zu erreichen. Sollte diese Genehmigung nicht erteilt werden, so müssen wir Alternativen suchen“, erklärt eine Sprecherin der RNV. Diese Genehmigung sei „voraussichtlich möglich“, ist die Stadtsprecherin optimistisch. Unklar ist derzeit allerdings noch, wann die Entscheidung fällt.

Problematisch könnte es auch bei medizinischen Notfällen und Bränden werden. Denn: Auch Krankenwagen und Feuerwehren überschreiten das zulässige Höchstgewicht für die Brücke. Im Falle eines Brandes in Schlierbach müsste die Feuerwehr aus Ziegelhausen einen Umweg über die Friedensbrücke in Neckargemünd nehmen. Den gleichen Umweg hätte auch der an der Orthopädie stationierte Notarzt nach Ziegelhausen. Zusätzliche Minuten, die unter Umständen über Leben und Tod entscheiden ... 

Brücke zwischen Ziegelhausen und Schlierbach muss abgerissen werden 

Heidelberg: Brücke muss abgerissen werden – Sorge in Ziegelhausen und Schlierbach

Auch für Pendler dürfte der bevorstehende Brückenneubau erhebliche Probleme bedeuten: „Viele Pendler aus Wilhelmsfeld und dem Odenwald parken bei uns, um dann mit der S-Bahn weiterzufahren. Die müssen ja irgendwie über den Neckar kommen“, sagt der Ziegelhäuser Stadtteilvorsitzende Raimund Beisel gegenüber der „RNZ“. Beisel zufolge würden 1.000 Pendler täglich die S-Bahnhöfe „Orthopädie“ und „Schlierbach/Ziegelhausen“ nutzen. Die ohnehin schon hohe Verkehrsbelastung werde stark zunehmen, so die Befürchtungen.

In den Stadtteilen nimmt man die Nachricht vom Abriss und Neubau der Ziegelhäuser Brücke mit großer Sorge auf, schließlich sei man von der Querung abhängig. Ohne eigene ärztliche Versorgung oder Bankfilialen sei Schlierbach auf den nördlichen Nachbarn Ziegelhausen und eine Verbindung angewiesen, merkt Schlierbachs Stadtteilvorsitzender Christopher Klatt an. Deshalb habe man die Stadt Heidelberg auch immer wieder auf den baufälligen Zustand der Brücke aufmerksam gemacht.

rmx

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