Erster Nachwuchs nach 20 Jahren

Zoo Heidelberg: So goldig – Tapsiges Bären-Baby erkundet sein Zuhause

Heidelberg - Dieser Bärennachwuchs im Zoo sieht aus wie ein flauschiger Teddybär. Jetzt erkundet das dreimonatige Bärenbaby Merle schon das Außengehege - natürlich mit Mama Ronja.

Die syrische Braunbärin Ronja hat am 15. Januar 2021 ein Junges zur Welt gebracht. Für den Zoo Heidelberg ist es der erste Bärennachwuchs nach über 20 Jahren. „Es ist schon eine Ewigkeit her, dass wir junge Bären im Zoo hatten. Dabei ist Nachwuchs für die Syrischen Braunbären so wichtig. Die Tiere sind in Kleinasien von der Ausrottung bedroht und auch die Zoopopulation kann jedes Jungtier gut gebrauchen“, schwärmt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. Bärin Ronja ist zum ersten Mal Mutter geworden, von daher braucht sie besonders viel Ruhe nach der Geburt.

Erst nach drei Monaten nähern sich die Tierpfleger dem Mutter-Tochter-Gespann. Bei der Aufzucht von Jungen spielen Bären-Väter keine Rolle. Vater Martin ist Anfang des Jahres aufgrund massiver Arthrosen in beiden Knien eingeschläfert worden.

Bären Nachwuchs im Zoo Heidelberg

In Gedenken an ihn hat die junge Bärin ebenfalls einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben „,M“ erhalten. Die erste tierärztliche Untersuchung des flauschigen Nachwuchses ist bereits durchgeführt worden: Bären-Baby Merle ist kerngesund!

Heidelberg: Bären-Baby Merle erkundet Außenanlage des Zoos

Seit ihrer Erstuntersuchung hat sich Merle gut entwickelt und zeigt sich den Tierpflegern im Innengehege fit und neugierig. Die Tierpfleger und Ärzte haben sich aus diesem Grund dazu entschieden, den nächsten Schritt zu wagen und das Tor zum Außengehege zu öffnen. Die Hindernisse, Eindrücke und Gerüche spielen sowohl für die Entwicklung der Motorik, als auch für das Selbstbewusstsein des Baby-Bären eine Rolle.

Syrische Braunbären im Zoo Heideberg: Bären-Mutter Ronja und ihre Tochter Merle zeigen sich gemeinsam auf der Außenanlage.

Die erste Entdeckungstour hat Merle sehr gut gemeistert. Nach einigen vorsichtigen Blicken aus dem Tor, wagt sie die ersten Schritte in die Außenanlage. Neugierig und vorsichtig untersucht der Bären-Nachwuchs den sandigen Boden, dabei bleibt Bären-Mama Ronja immer an ihrer Seite.

Bei den Ausflügen weicht Bären-Mutter Ronja der Kleinen nicht von der Seite

Das Tochter-Mutter-Gespann hat jederzeit die Möglichkeit sich in den Innenbereich zurückzuziehen, sei es zum Ausruhen oder zum Fressen. Bisher haben sie sich immer nur kurz auf der Außenanlage blicken lassen.

Zoo Heidelberg: Komplette Außenanlage noch nicht geöffnet

Bis die kleine Bärin Merle die komplette Außenanlage erkunden kann, wird es noch ein wenig dauern. Die Bärenanlage im Zoo Heidelberg besteht aus zwei Bereichen, die mit einer beweglichen Brücke verbunden werden können. Zunächst werden Merle und Ronja nur den kleinen Teil der Anlage nutzen. Wenn sie diesen gut kennt, wird das größere Areal für sie geöffnet.

Beide Bärinnen beobachten die Umgebung genau (Foto: K.W./Zoo Heidelberg)

Zoo Heidelberg: Syrischer Braunbär vom Aussterben bedroht

Der Syrische Braunbär ist eine Unterart des Braunbären. Mit seinem hellbraunen Fell und seiner vergleichsweise geringen Körpergröße hebt er sich deutlich von den anderen Braunbären-Unterarten ab, wegen seiner Fellfarbe wird er gelegentlich mit dem Eisbären verwechselt. Die Körperlänge eines ausgewachsenen Tieres beträgt zwischen 150 und 260 cm. Er erreicht ein Gewicht von bis zu 500 kg.

Während Bären-Mutter Ronja einen Fisch frisst, testet Bärin Merle neugierig, wie sich ein Stein anfühlt.

Sein Lebensraum erstreckt sich vom Kaukasus bis zum Nahen Osten, wobei er in seiner natürlichen Umgebung akut vom Aussterben bedroht ist. Im Vergleich zu anderen Unterarten bevorzugt der Syrische Braunbär eher baumarme Landschaften als Lebensraum. Die Bären bringen ihre Jungtiere während der Winterruhe zur Welt.

Heidelberg: Für den Zoo-Besuch ist ein Online-Ticket nötig

Bereits vor dem Zooeingang begrüßen die Heidelberger Bären die Zoo-Gäste entlang der Tiergartenstraße. Die großen Glasscheiben laden bereits hier zum Beobachten ein. Der Zoo Heidelberg bittet eindringlich, die allgemein gültigen Abstands- und Kontaktregelungen während der Corona-Pandemie an den Beobachtungspunkten entlang der Tiergartenstraße einzuhalten. Für den Zoobesuch ist ein Online-Ticket erforderlich. Wer seinen Besuch plant, informiert sich vorab unter www.zoo-heidelberg.de/coronainfo über die aktuell gültigen Regelungen. (pm/kp)

Rubriklistenbild: © Zoo Heidelberg

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