Cassini-Huygens-Mission

Lebende Organismen auf Saturnmond Enceladus?

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Die Computergrafik der NASA zeigt die Raumsonde Cassini am Saturn. Die Saturn-Raumsonde "Cassini" hat in den vergangenen zehn Jahren viele Entdeckungen rund um den zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems gemacht.

Heidelberg/Boulder (USA) - Wissenschaftler vermuten hydrothermale Aktivität auf Enceladus. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit auf geeignete Umweltbedingungen für lebende Organismen.

Neue Datenauswertungen der europäisch- amerikanischen Cassini-Huygens-Mission lassen den Schluss zu, dass auf dem Trabant an manchen Stellen geeignete Umweltbedingungen für lebende Organismen bietet. 

Die Forscher der Cassini-Huygens-Mission, an der Wissenschaftler der Universitäten Heidelberg und Stuttgart beteiligt sind, sehen mikroskopisch kleine Gesteinskörner, die in der Nähe des Saturns nachgewiesen wurden, als erste klare Anhaltspunkte für eine hydrothermale Aktivität auf einem eisbedeckten Mond. 

Die undatierte Grafik zeigt die Schichten des Saturnmondes Encladus. Forscher der Universität Colorado schließen nicht aus, dass im Inneren des Mondes heiße Quellen sprudeln.

Bei hydrothermaler Aktivität dringt Meerwassser in die Gesteinskruste ein und reagiert damit. Beim Austritt bildet es eine mit Mineraien angereicherte Lösung. 

Die Cassini-Sonde hat wiederholt, sehr kleine, stark Siliziumhaltige Gesteinspartikel entdeckt. Die kreisten im gleichen Abstand um Saturn wie Enceladus. 

Die Forscher ermittelten, dass es sich bei diesen Partikeln um Siliziumdioxid-Körner handeln muss, die auf der Erde in Sand und dem Mineral Quarz vorkommen. 

Den entscheidenden Hinweis lieferte die immer gleiche Größe der Körner – die größten waren etwa sechs bis neun Nanometer groß: „Wir haben methodisch nach anderen Erklärungen für die winzigen Siliziumdioxid-Körnchen gesucht, aber jedes neue Ergebnis war ein Hinweis auf einen einzigen, sehr wahrscheinlichen Ursprung“, erklärt Dr. Frank Postberg, der Zweitautor der Studie ist. Er forscht und lehrt am Institut für Geowissenschaften der Universität Heidelberg und am Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart.

Das Handout von Science zeigt ein Bild des Saturn-Mondes Enceladus und die so genannten Tiger-Streifen, in denen sich Wasser als Wasserdampf verbreitet. Messungen der Saturnsonde haben ergeben, daß unter dem Eispanzer des Mondes ein unsichtbarer Ozean schwappt.

So ermittleten die Wissenschaftler, dass sich die Körnchen sehr wahrscheinlich dann formen, wenn heißes Wasser mit gelösten Mineralen aus dem felsigen Inneren des Mondes nach oben wandert und dort in Kontakt mit kälterem Wasser kommt. Für diese Wechselwirkungen, aus denen dann winzige Steinkörnchen entstehen, werden Temperaturen von mindestens 90 Grad Celsius benötigt. Solche Bedingungen müssen auf dem Meeresboden von Enceladus herrschen: Heißes Wasser aus dem Inneren des Trabanten trifft vermutlich auf das relativ kalte Wasser des Ozeanbodens. „Es ist sehr aufregend, dass diese winzigen Gesteinskörner, die von Geysiren ins All gespuckt wurden, uns etwas über die Bedingungen auf und unter dem Meeresboden eines eisbedeckten Mondes erzählen können“, sagt Erstautor Dr. Sean Hsu von der University of Colorado in Boulder (USA), der am Institut für Geowissenschaften der Universität Heidelberg promoviert wurde.

Die Größe der Partikel lässt den Schluss zu, dass sie von ihrem Ursprung relativ schnell nach oben, nahe an die Oberfläche zu den Quellen der Geysiere des Mondes wandern. Für die rund 50 Kilometer vom Meeresboden bis ins Weltall brauchen die Körnchen einige Monate bis zu einigen Jahren, andernfalls wären sie deutlich größer.

Universität Heidelberg/tin

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