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Heidelberg: Erster Schritt geschafft – Hip-Hop soll Kulturerbe werden

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Von: Marten Kopf

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Heidelberg gilt als eine der Wiegen der deutschen Hip-Hop-Kultur. Nun könnte dem „Heidelberger Hip-Hop“ schon bald eine ganze besondere Ehre zuteilwerden: die Aufnahme ins UNESCO-Kulturerbe.

Ein erster Schritt im Verfahren zur Aufnahme des Heidelberger Hip-Hops in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO ist geschafft: Eine dreiköpfige Landesjury entschied jetzt, dass der Heidelberger Hip-Hop die nötigen Bedingungen erfüllt und leitete den Antrag zusammen mit drei weiteren Kandidaten aus Baden-Württemberg an die Kultusministerkonferenz weiter.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberger Hip Hop als Weltkulturerbe: Empfehlung durch UNESCO

Ausgearbeitet hatte den Antrag das Team des Stadtarchivs Heidelberg zusammen mit Brian Vit als Vertreter der Heidelberger Hip-Hop-Akteure und den beiden Gutachtern Prof. Dr. Henry Keazor (Lehrstuhlinhaber am Institut für Europäische Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg) und SWR-Musikredakteur Joshua Modler.

Das Stadtarchiv ist seit 2019 auch Sitz des „Heidelberger Hip-Hop-Archivs“ – und natürlich freut man sich besonders dort über die positive Entscheidung. Im nächsten Schritt wird nun das Expertenkomitee für das Immaterielle Kulturerbe bei der Deutschen UNESCO-Kommission e. V. die Anträge begutachten und ihre Empfehlungen aussprechen, die abschließend von der Kultusministerkonferenz bestätigt werden.

Heidleberg: Advanced Chemistry – Pioniere der deutschen Hip-Hop-Kultur

„Heidelberg ist die Wiege des deutschsprachigen Hip-Hops. Von hier aus wurde die Hip-Hop-Kultur in ganz Deutschland nachhaltig geprägt. Unsere Bewerbung hat es nun – ausgewählt aus einer zweistelligen Anzahl von Mitbewerbungen – als eine von vieren in den Auswahlpool des nationalen Kulturerbes geschafft und damit ein wichtiges Zwischenziel erreicht“, so Heidelbergs Kulturbürgermeister Wolfgang Erichson.

Besonders Gruppen wie „Advanced Chemistry“ um die Musiker Toni-L und Torch galten ab Ende der 1980er-Jahre als Pioniere der deutschen Hip-Hop-Szene. Beide stifteten dem Stadtarchiv Heidelberg 2020 über 5.000 private Gegenstände. Mindestens ebenso einflussreich war der Produzent Boulevard Bou, über Jahre DJ in verschiedenen Clubs im Stadtgebiet, seit März dieses Jahres auch im neuen „Toniq Club“.

Am Donnerstag (30. Januar) übergibt Toni-L stellvertretend einen großen teil der Sammlung von Torch (auch Advanced Chemistry) an das Stadtarchiv in Heidelberg-Rohrbach. Als "Geburtststadt des deutschen Hip-Hop" Heidelberg will in den kommenden Jahren ein Hip-Hop-Archiv aufbauen. © HEIDELBERG24/Florian Römer
Toni-L im Heidelberger Stadtarchiv (2020) © HEIDELBERG24/Florian Römer

Heidelberger Hip Hop: Richard-Benz-Medaille für Torch

Für seine herausragenden Verdienste um die Hip-Hop-Kultur in Deutschland und Heidelberg war der Rapper Frederik Hahn alias Torch erst im vergangenen Jahr mit der Richard-Benz-Medaille der Stadt Heidelberg ausgezeichnet worden. Sein Ansatz der Verschmelzung von Rap, Philosophie und Literatur inspiriere bis heute Menschen unterschiedlicher Generationen, hatte Oberbürgermeister Eckart Würzner damals gesagt.

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Die UNESCO ist eine der 17 rechtlich selbstständigen Sonderorganisationen der Vereinten Nationen und zuständig für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Eine endgültige Entscheidung über die Aufnahme des Heidelberger Hip Hops ins Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes wird allerdings frühestens im Herbst 2022 erwartet. (mko/PM)

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