Top-20 Tech-Konzerne stammen aus USA und China

High-Tech-Trading: Wo steht Deutschland im Vergleich?

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Frankfurt - Das High-Tech-Trading nimmt weltweit einen immer größeren Marktanteil ein. Doch wo steht Deutschland im internationalen Vergleich genau? Sind die USA bereits enteilt?

Die Technologie ist nicht erst seit 2019 ein entscheidender Faktor in der Weltwirtschaft. Große Konzerne unterstreichen die Bedeutung der Technik mit Nachdruck. Doch wo steht Deutschland im Vergleich, wenn wir zum Beispiel auf die Vereinigten Staaten blicken? Ist dieser Vergleich in der High-Tech-Welt überhaupt angebracht?

Top-20 Tech-Konzerne stammen aus USA und China

Wer auf die wertvollsten Technologiekonzerne der Welt blickt, sucht in den Top-20 vergeblich nach Deutschland. Neben acht chinesischen Unternehmen geben die USA mit zwölf Platzierten den Ton an. Sämtliche japanische, russische und südkoreanische Konzerne, die fünf Jahre zuvor noch in der Liste platziert waren, mussten sich der Innovationsstärke aus China beugen. Die Top-5 gehen jedoch alle an die USA: Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft und Facebook. All diese Firmen sind demnach zwischen 915 und 556 Milliarden Dollar wert. Nur noch zwei Konzerne aus Deutschland finden sich derweil überhaupt in den Top-100 der börsennotierten Unternehmen wieder. Bei ihnen handelt es sich um SAP (61. Platz, 117 Milliarden Dollar) und Siemens (89. Platz, 90 Milliarden Dollar). Allianz, Volkswagen, BASF und Bayer mussten sich jedoch alle verabschieden.

Die Entwicklung zeigt bereits, dass Deutschland nicht so weit vorne wie gewünscht platziert ist. Die Grundlage für ein erfolgreiches Tech-Unternehmen liegt in einem attraktiven Investitionsumfeld, doch dieses wird derzeit nur eingeschränkt geboten. Endlose Diskussionen rund um die Förderung der Digitalisierung in Deutschland, die jedoch nicht zu den gewünschten und notwendigen Aktionen führen, spiegeln genau das wider. Dennoch gibt es auch hierzulande vorzeigbare Ergebnisse in der Tech-Industrie. Gerade erst diesen Oktober wurde in Deutschland beispielsweise das Produkt Turbo24, welches den Internethandel mit Turbos rund um die Uhr möglich macht, in Betrieb genommen. Deutschland ist damit eines von nur sieben europäischen Ländern, das diese Handelsplattform für Trader anbietet. Außerdem haben reine Online-Unternehmen wie Zalando und Deliver Hero auch in Deutschland mit dem Fokus auf Lieferung und Bequemlichkeit der Kunden gepunktet. Das Liefern von Kleidung und Essen in die eigenen vier Wände hat sich mittlerweile als Norm durchgesetzt.

Warum ist die High-Tech-Industrie so wichtig?

Ein Grund für die fehlende Präsenz in der Spitze von Deutschland ist laut Experten die Machtlosigkeit der Europäischen Union gegenüber der USA und China. Nachdem diese nicht zu den Mitgliedsstaaten der EU gehören, kann die Union die beiden Länder auch nicht direkt beeinflussen und somit bremsen. Frankreich war etwa lange Zeit bekannt dafür, mit großem staatlichen Aufwand Industriepolitik zu betreiben, ist dabei allerdings deutlich weniger effektiv als Japan. In Großbritannien gibt es - wie bei Brexit-Verhandlungen eindrucksvoll zu beobachten - nicht einmal innerhalb des Landes allzu häufig einen Konsens. In Deutschland beteiligte sich der Staat derweil für lange Zeit so wenig wie möglich und war stattdessen vor allem durch Agrarsubventionen aktiv. Diese unterschiedlichen Rollen innerhalb der EU ließen somit trotz aller Versuche der Kommission keine einheitliche Linie zu.

Die Bedeutung der High-Tech-Industrie ist vor allem dadurch gegeben, dass Stillstand im Innovationsrennen zugleich den Rückfall hinter der Konkurrenz bedeutet. Auch wenn es letztlich nicht entscheidend ist, ob eine Nation die wertvollsten oder zehntwertvollsten Unternehmen besitzt, spricht der Trend klar gegen Deutschland als Land in einer führenden Tech-Position. Dass es sich noch immer um ein Land handelt, in dem die High-Tech-Industrie von großer Bedeutung ist, muss durch Taten unterstützt werden. An dieser Stelle ist auch der Staat gefragt, wieder die Unternehmen anzulocken, die sich derzeit vor allem nach Osteuropa orientieren. Das Problem ist bekannt, jetzt geht es an die Lösung.

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