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Döner-Krise in Heidelberg: Preise steigen – müssen erste Buden bald schließen?

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Von: Madlen Trefzer

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Heidelberg - Döner zu Rekordpreisen: Die Ukraine-Krise lässt die Kosten steigen, während die Kaufkraft sinkt. Manche Dönerladen-Besitzer fürchten um ihre Existenz.

Lokale Dönerläden in Heidelberg leiden unter den Preiserhöhungen. Die Stimmung ist fast hoffnungslos. Seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges schießen die Lebensmittelpreise in Höhen. Gastronomen müssen deshalb mehr Geld verlangen. Doch Kunden zeigen nicht immer Verständnis. „Sie kaufen weniger und verzichten auf Getränke“, klagt ein Döner-Imbissbesitzer in der Heidelberger Hauptstraße.

StadtHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Bevölkerung160.355 (Eurostat 2019)

Döner-Preise in Heidelberg steigen an

7 von 10 von HEIDELBERG24 befragten Döner-Restaurants haben bereits ihre Preise erhöht. Drei „noch“ nicht. „Wir wissen nicht, was wir machen sollen. Wenn wir die Preise erhöhen, verlieren wir Kunden“, so die Befürchtung bei einem Kebab-Imbiss in der Karlsruher Straße. Jedes Kilogramm Fleisch koste nun mehr, die Preise für Öl sind gewachsen und der Strom werde immer teurer. Von all diesen Faktoren seien Gastronomen abhängig.

Die wachsenden Kosten von Speiseöl habe man allerdings bereits vor der Ukraine-Krise bemerkt: „Mit dem Ausbruch des Krieges sind die Preise zwar endgültig eskaliert, aber unseren Rechnungen nach wurde das Öl in den letzten Monaten regelmäßig teurer.“ Andere Imbiss-Restaurants empfinden die angestiegenen Ölpreise, insbesondere für Sonnenblumenöl als belastend und müssen improvisieren.

Döner-Imbisse in Heidelberg leiden unter den Preis-Erhöhungen

Manche Dönerläden retten sich mit Rapsöl, die anderen sind froh, gute Kontakte zu haben. Die eigenen Produkte teurer zu verkaufen, droht längerfristig allen Schnellrestaurants. Die Besitzer hoffen auf ein Ende der Preiszunahmen. „Das wird sich auf absehbare Zeit nicht verbessern“, prophezeit der Sprecher des Verbands der ölsaatenverarbeitenden Industrien (Ovid). Experten erwarten weitere Anstiegen.

„Bei Sonnenblumenöl ist die Ukraine der wichtigste Lieferant weltweit“, so ein Ovid-Sprecher. Über 50 Prozent aller Sonnenblumenöl-Exporte sollen aus der Ukraine kommen. Dort herrsche aber Export-Stillstand. Dönerproduzent Ülber befürchtet, dass demzufolge schon in wenigen Monaten die ersten Döner-Imbisse schließen müssen. Denn Fleisch und Gemüse werde genau wie der Strom immer teurer. 

Steigende Preise in Heidelberg: Ist der lokale Döner gefährdet?

Wegen der Mindestlohnerhöhung auf zwölf Euro pro Stunde sollen für die übrigen Imbissrestaurants die Kosten spätestens im Herbst weiterwachsen. Ein Kebap-Restaurant in der Poststraße berichtet, dass die Kundenzahlen bereits durch die Corona-Krise zurückgegangen seien. Nun seien die immer weiter steigenden Lebensmittelpreise eine neue Herausforderung. „Wir bekommen die Erhöhungen deutlich zu spüren“, erklärt ein Mitarbeiter. Dennoch sind die einen Restaurantbesitzer zuversichtlich, die Zeit zu überstehen.

Andere Dönerladen-Betreiber hingegen sehen diese Situation nicht so locker und beschreiben sie mit „schwierig“, „sehr schlecht“ und sogar „katastrophal“. Die letzte Hoffnung der Heidelberger Kleingastronomen sei die Kaufkraft der Kundschaft und ihre Bereitschaft dazu, den lokalen Döner zu unterstützen. (mad)

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