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Heidelberg: Von wegen erst 2050 – Stadt will schon früher klimaneutral werden

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Von: Peter Kiefer

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Heidelberg - Experten bezeichnen das Ziel zwar als „ambitioniert“, dennoch will die Stadt nicht erst im Jahr 2050 klimaneutral sein. Wann es schon so weit sein soll:

Ganz schön ambitioniert! Die Stadt Heidelberg zieht ihr Ziel deutlich vor, gesamtstädtisch klimaneutral zu werden – nämlich von 2050 auf 2040. Im Bereich der Stadtverwaltung soll die Klimaneutralität in Heidelberg aufgrund bereits erzielter Reduktionen sogar bereits im Jahr 2030 erreicht werden. Darauf hat sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch (20. Juli) mit großer Mehrheit geeinigt.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberg: Stadtverwaltung nimmt Vorreiterrolle beim Klimaschutz ein

Das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu-Institut) hatte dem Gemeinderat einen Bericht zu den aktuellen Klimaschutzaktivitäten vorgelegt. Demnach sei der Zielhorizont zwar ambitioniert, aber unter den sich ändernden Rahmenbedingungen des Bundes realistisch.

Der Stadtverwaltung bescheinigt die Studie, eine Vorreiterposition beim Klimaschutz einzunehmen. Bis Ende des Jahres entwickelt die Stadt Heidelberg nun einen neuen Klimaschutzplan mit neuen zusätzlichen Maßnahmen für alle Sektoren.

Heidelberg Altstadt Neckar Weiße Flotte Luftbild ©HEIDELBERG24/PR-Video/Priebe
Die Stadt Heidelberg strebt an, bereits 2040 klimaneutral zu sein.  © HEIDELBERG24/PR-Video/Priebe

Kohlenstoffdioxid-Emissionen in Heidelberg bereits um 29 Prozent gesunken

Laut Gutachten sind die Kohlenstoffdioxid-Emissionen über alle Sektoren – den Verkehr mit inbegriffen – von 1987 bis 2020 um 29 Prozent gesunken. Der jährliche Kohlendioxid-Ausstoß beträgt pro Kopf rund sechs Tonnen, das sind insgesamt 900.000 Tonnen im Jahr 2020. 

Der Stadtverwaltung selbst bescheinigt der Bericht ein besseres Niveau in Sachen Klimaschutz als der Gesamtstadt: So werden die meisten städtischen Gebäude mit Fernwärme beheizt, deren Erzeugung immer „grüner“ wird. Zusätzlich wirke eine konsequente Sanierungsstrategie bei den bereits vorhandenen Gebäuden zusammen mit einem Neubau von Gebäuden ausschließlich im Passivhaus-Standard für eine Verminderung des Verbrauchs.

Heidelberg: Kommunale Liegenschaften zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt

Wörtlich heißt es: „Aufgrund der hohen Reduktion der CO₂-Emissionen in den letzten 20 Jahren wäre es möglich, im Bereich der Stadtverwaltung bereits im Jahr 2030 die Klimaneutralität zu erreichen.“

Die Stadt konnte den Energieverbrauch ihrer kommunalen Gebäude durch unterschiedlichste Maßnahmen bereits um 63 Prozent im Vergleich zum Jahr 1993 senken. Die kommunalen Liegenschaften werden zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt. Das Ziel der Klimaneutralität will Heidelberg auch dank „Urban Mining“ erreichen, wo Abrissmaterial von Gebäuden für die Errichtung neuer Bauwerke wiederverwendet wird – als europaweit erste Kommune überhaupt.

Heidelberg: Über 30 Jahre konsequentes Handeln beim Klimaschutz

Im April dieses Jahres ernannte die Europäische Union Heidelberg als eine von 112 europäischen und assoziierten Städten zur Modellstadt „100 klimaneutrale und intelligente Städte“. Ende 2019 hatte der Gemeinderat mit großer Mehrheit einen 30 Punkte umfassenden Klimaschutzaktionsplan verabschiedet und Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner im Frühjahr desselben Jahres den Klimanotstand ausgerufen.

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Zuvor hatte sich die Stadt Heidelberg am Bundesprogramm „Masterplan 100 % Klimaschutz“ beteiligt und war 1992 die erste deutsche Großstadt mit einem kommunalen Klimaschutzkonzept. Vor diesem Hintergrund und den aktuellen bundes- sowie landespolitischen Ambitionen in Sachen Klimaschutz sollte der Bericht des ifeu-Instituts abschätzen, wann Heidelberg realistisch die Klimaneutralität erreichen kann. (PM/pek)

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