Wenn die Tage kürzer werden

Kriminalitätsstatistik – wie sicher sind Heidelberg und Umgebung?

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Mit den kalten Jahreszeiten, wird auch die Region wieder etwas dunkler. Eine gute Ausgangssituation für Kriminelle.

Die Tage werden derzeit wieder kürzer. Die Tatsache, dass es früher dunkel wird im Mix mit den sich langsam nähernden Herbstferien ruft auch viele Kriminelle auf den Plan. 

Keine Frage: Menschen, die in die Wohnungen anderer eindringen, öffentliches Eigentum beschädigen oder Überfalle durchführen gab es schon immer.

Vor allem die aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich lassen hier jedoch viele sicherheitsbewusste Bürger aufhorchen. Doch wie ist es eigentlich um die Sicherheit in der Stadt Heidelberg bestellt? Wie entwickelt sich die Lage hier? Immerhin gilt doch gerade Heidelberg für viele als die perfekte Mischung aus großer Stadt und Idylle.

Heidelberg und seine Kriminalitätsstatistik – eine traurige Entwicklung

Laut der aktuellen Kriminalitätsstatistik scheint es, als zöge Heidelberg hinter anderen Großstädten und deren besorgniserregenden Bilanzen nach. Vor allem eine Kategorie lässt hier aufhorchen: die der Gewaltkriminalität. In weiteren, größeren Städten im Rhein-Neckar-Kreis, wie beispielsweise Mannheim, sind die Zahlen noch erschreckender.

Doch woran lassen sich die aktuellen Entwicklungen überhaupt festmachen? Was ruft derzeit so viele Kriminelle auf den Plan? Die Polizei möchte hierzu derzeit keine Angaben machen. Fest steht jedoch, dass es selbstverständlich auch nicht nur die extremen Straftaten wie Raub oder Einbruch sind, die die Statistik nach oben schnellen lassen. Auch kleinere Delikte sind für die aktuellen Zahlen verantwortlich. Die immer noch wachsende Anzahl an Asylbewerbern in der Region sollte dabei jedoch nicht übereilig als entscheidender Faktor für die Entwicklung der Kriminalitätsstatistik herangezogen werden.

Ein genauer Blick – wer ist für die Verbrechen bzw. die Kriminalität verantwortlich?

Wer sich mit dem Typ des Tatverdächtigen auseinandersetzt, wird mit einer besonderen Entwicklung konfrontiert. Immer mehr junge Leute werden zu Kriminellen. Rund 46,5 Prozent der Straftaten in der Region werden dabei von Nicht-Deutschen begangen – 2014 waren es noch nur etwas mehr als 30%. Es wäre jedoch vorschnell geurteilt, wenn man Ausländer alleine für den Anstieg der Straftaten verantwortlich macht. Schließlich begehen auch Deutsche Jahr für Jahr mehr Delikte, wenn man sich die absoluten Zahlen ansieht.

Besonders im Bereich der Jungendkriminalität kommt es vermehrt zu Festnahmen – die Art der Verbrechen sind hier so vielfältig wie die Motive.

Gerade die heranwachsenden Einwohner unter 21 Jahren scheinen besonders davon gefährdet zu sein, im Leben „die falsche Abzweigung“ zu nehmen und gesetzeswidrig zu handeln. Hinzu kommt, dass Jugendliche unter 14 Jahren ohnehin als „strafunmündig“ gelten und somit besonders wenig von der geltenden Rechtslage abgeschreckt werden.

Welche Verbrechen zählen in die Statistik und wie ist die jeweilige Tendenz?

Ein weiterer Blick in die Statistik zeigt, dass nahezu die Hälfte der Tatverdächtigen über keinen Wohnsitz in Heidelberg selbst verfügte. Die Verbrecher stammen also zu einem großen Teil gar nicht aus der Stadt.

Auch wenn die Statistiken zeigen, dass die Kriminalität zugenommen hat, wäre es, auch laut Vertretern der Polizei, die falsche Entscheidung, hierfür hauptsächlich Asylbewerber verantwortlich zu machen. Diese seien hier vor allem für vergleichsweise leichte Delikte zur Verantwortung zu ziehen. Besonders häufig sind unter anderem das Schwarzfahren oder der Ladendiebstahl.

Auch der Drogen- bzw. Rauschgiftmissbrauch ist nicht nur in der Region Heidelberg, sondern in ganz Deutschland auf dem Vormarsch. Jedoch sollte auch hierbei davon abgesehen werden, diese Fälle pauschalisiert auf einzelne Gesellschaftsgruppen abzuwälzen.

Bei der Betrachtung der Statistiken sollte zudem immer berücksichtig werden, ob diese nicht verzerrt sein könnten. Die aktuell ansteigende Zahl an gewalttätigen Körperverletzungen, lässt sich unter anderem mit den Auseinandersetzungen in den Flüchtlingsunterkünften der Region begründen. In den stark überwachten Einrichtungen stehen die Einwohner unter überdurchschnittlicher hoher Kontrolle. Bereits kleinere Vergehen werden daher unter Umständen schneller erfasst und treiben so die Zahl der Gesamtverbrechen mit Ausländerbeteiligung in die Höhe.

Ausschlaggebend für die vielen Auseinandersetzungen in den Unterkünften könnte es mitunter auch sein, dass die Betroffenen in vielen Fällen – nicht nur in Heidelberg – nicht wissen, wie es genau für Sie weitergehen wird. Der auf den Bewohnern lastende Druck darf nicht als generelle Billigung für Straftaten herhalten, allerdings sollte hierbei mit Augenmaß gerichtet werden – insbesondere mit Blick auf die häufig ausbleibende Schwere der Vergehen.

So will Heidelberg die aktuellen Entwicklungen bekämpfen

Insbesondere die Zahl der Raubdelikte soll in der Region intensiv angegangen werden. Hiervon wurden die meisten Vorkommnisse in der Innenstadt Heidelbergs verzeichnet. Um einen Rückgang der hohen Zahlen zu fördern, sollen der Bismarck- und der Bahnhofsvorplatz demnächst per Videoüberwachung gesichert werden.

Dass es sich lohnt, gegen die Kriminalität – gerade auch in einer so idyllischen Stadt wie Heidelberg – vorzugehen, zeigen die Entwicklungen mit Hinblick auf die Wohnungseinbrüche. Diese sind rückläufig, seitdem die Polizei in den ehemals hauptsächlich betroffenen Gebieten nahe der Autobahn noch präsenter geworden ist. Hier überzeugt zu guter Letzt auch die Aufklärungsquote von sagenhaften 38 Prozent.

Diese stieg jedoch auch im Zusammenhang mit allen anderen Straftaten in der Region an und liegt derzeit bei circa 55 Prozent. Eine positive Entwicklung, allerdings zeigt der Landesdurchschnitt von über 60 Prozent, dass auch hier noch Luft nach oben ist.

Mehr als „nur“ Strafen – was kann gegen Kriminalität getan werden?

Strafen, die erlassen werden, wenn ein Täter bei seinen kriminellen Machenschaften erwischt wurde, mögen viele Betroffene abschrecken. Leider gibt es jedoch auch Menschen, die sich von Bußgeldern oder gar einer Haftstrafe wenig beeindruckt zeigen. Daher gilt es gegebenenfalls noch an anderer Stelle anzusetzen und sich auf die Suche nach Möglichkeiten zu begeben, die die kriminelle Szene von Vornherein für Interessenten aller Altersgruppen unattraktiv machen. Fest steht: Kriminalität hat viele Ursachen, doch wie kann es gelingen, die Gesellschaft und deren Eigentum zu schützen?

Mit Hinblick auf die Tatsache, dass es laut Statistik vor allem Jugendliche sind, die hier negativ auffallen, könnte es beispielsweise helfen…

  • ausreichend zielgruppengerechte Freizeitangebote ins Leben zu rufen
  • das außerschulische Bildungsprogramm zu verbessern
  • Langeweile gezielt vorzubeugen

und Gefahrenpotenzial schon frühzeitig zu erkennen. Hier ist es existenziell, nicht vor den aktuellen Entwicklungen die Augen zu verschließen, sondern gegebenenfalls selbst aktiv zu werden. Unter anderem spielt hier der Faktor der „Zivilcourage“ auch eine tragende Rolle. Sobald sich eine Gruppe von Menschen, wenn sie Vandalismus bemerkt, geschlossen (!) mit dem Täter noch vor Ort auseinander setzt, entsteht eine Gruppendynamik, die Städte wie Heidelberg noch ein wenig sicherer machen kann.

Gelegenheit macht nicht nur Diebe. Bereits beschädigte oder verunreinigte Gegenden lassen auch die Hemmschwelle zum Vandalismus sinken.

Aus den aktuellen Statistiken rund um die Kriminalität in Heidelberg nun jedoch den Schluss zu ziehen, dass es unsicher wäre, beispielsweise nachts feiern zu gehen oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, ist jedoch auch der falsche Weg. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass das Grundproblem durchaus bei der Polizei bzw. den weiteren Verantwortlichen angekommen ist und durch weitere Maßnahmen, wie Videoüberwachung, aktiv bekämpft wird.

Dennoch ist es selbstverständlich auch nicht falsch, sein eigenes Grundstück mit Hilfe von Videoüberwachung oder Gegensprechanlage, noch weiter zu schützen. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie. Dennoch stehen alle Möglichkeiten offen, die Kriminalitätsstatistik in den kommenden Jahren mit Hilfe der passenden Gegenmaßnahmen wieder nach unten zu schrauben.

Investitionen mit Sinn – mit Geld gegen die Kriminalität?

Wer im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Kriminalität sparen möchte, agiert in vielen Fällen falsch. Vorkehrungen, die dabei helfen können, Heidelberg wieder ein wenig sicherer zu machen, kosten Geld und belasten das Budget der Kasse. Dennoch erweisen sich vor allem die oben genannten Maßnahmen zur Freizeitgestaltung und Videoüberwachung öffentlicher Plätze ebenso sinnvoll wie…

  • das Verwenden robuster Materialien
  • die Nutzung von Alarmanlagen
  • eine schnelle Reparatur der betroffenen Teile, so dass keine Nachahmer angelockt werden
  • Infoabende

als einige der wirkungsvollsten Waffen gegen die gestiegene Kriminalität. Hierbei handelt es sich um Investitionen, die vor allem auf lange Sicht betrachtet, die derzeit noch besorgniserregenden Zahlen wieder senken können. 

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