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„Grapscher haben freie Fahrt“ – so reagieren Leser auf ausgeschaltete Lichter in Heidelberg

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Von: Teresa Knoll

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Heidelberg - Wegen der gestiegenen Energiekosten muss auch Heidelberg nachts die Lichter an öffentlichen Bauten ausschalten. Die Reaktionen unserer Leser sind gemischt:

Die Energiekrise hat alle in den Fängen: Auch Heidelberg setzt jetzt eine Maßnahme zum Stromsparen um und schaltet nachts die Lichter von öffentlichen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten ab, die nicht unbedingt nötig sind. Auf den Artikel zu den Lichtern, die als Stromsparmaßnahme in Heidelberg ausgeschaltet werden, haben viele HEIDELBERG24-Leser auf Facebook reagiert. Die Meinungen gehen allerdings auseinander.

Heidelberg: Reaktionen auf ausgeschaltete Lichter – „Grapscher haben freie Fahrt“

Viele Facebook-Nutzer haben dazu eine eindeutige Meinung: „Die Blödheit ist jetzt auch in Heidelberg angekommen.“ Die Hauptsorge gilt der Sicherheit und der Angst davor, nachts überfallen zu werden: „Da wird es für Verbrecher noch leichter, ihre Schandtaten zu begehen.“ Oder kurz gesagt: „Die Hochzeit der Kriminellen bricht an!“

Vor allem auch Frauen glauben sich jetzt nicht mehr sicher in der nächtlichen Stadt: „Licht sparen am falschen Fleck. Da kann doch eine Frau sich gar nicht mehr sicher fühlen, durch die Stadt zu laufen, ohne dass ihr Mann ihr zur Seite steht oder ein Hund.“ Und das nicht unbedingt wegen potentiellen Taschendieben: „Na, dann kannst als Frau gar nicht mehr raus, die Grapscher haben freie Fahrt.“

So stimmungsvoll wird die Alte Brücke in Heidelberg vorerst nicht mehr angeleuchtet
So stimmungsvoll wird die Alte Brücke in Heidelberg vorerst nicht mehr angeleuchtet. © dpa/Uwe Anspach

Leser zu ausgeschalteten Lichtern in Heidelberg: Manche Reaktionen nur „Gejammer“?

Viele HEIDELBERG24-Leser raten sogar dazu, nachts immer die Taschenlampe mitzunehmen. Ein anderer Nutzer denkt aber auch daran, dass „diese schöne Stadt, die bei Touristen sehr beliebt ist“, dann nicht mehr bei Nacht bewundert werden könne und bringt gleich eine Idee ein: LED-Lichter könnten vielleicht eine Alternative sein. Die Energiekrise hat auch Einfluss auf den Verkehr und die Parkregeln, wie BW24 berichtet.

Andere Nutzer halten die Reaktionen der ängstlicheren Bürger für „Gejammer“ und meinen, das Licht „brauchen wir nicht.“ Ein Leser findet es „unfassbar, welche Schreckensszenarien jedes Mal aus dem Hut gezogen werden, wenn es eine kleine Änderung von dem Gewohnten gibt.“ Ein Vorteil ist die geringere Lichtverschmutzung: „So ein sichtbarer Sternenhimmel ist was Tolles.“ Ungewohnt ist der Anblick doch: Auch das Heidelberger Schloss liegt jetzt im Dunkeln.

Leser reagieren auf ausgeschaltete Lichter in Heidelberg: Werden Angsträume geschaffen?

Dieser Meinung zu den abgeschalteten Lichtern in Heidelberg sind auch die meisten Parteien und Fraktionen: Auf die Anfrage von HEIDELBERG24 erklärte DIE LINKE, dass durch die Maßnahme „keine Gefährdung“ für die Bürger vorläge. Vielmehr sei sie ein „Beitrag zum Energiesparen und zum Umweltschutz“. Dieser Meinung sind auch die Grünen und die SPD.

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Die CDU meint, öffentliche Gebäude nicht zu beleuchten, sei zwar bedauerlich, aber vertretbar, denn Angsträume dürften durch die Stromsparmaßnahme nicht entstehen. Ein Facebook-Nutzer sieht das anders: „Genau diese Räume werden aber gerade geschaffen. Als Frau traut man sich nicht mehr alleine in die Stadt.“ (resa)

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