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Mit oder ohne Maske? So entscheiden Bürger, Gastro und Läden in Heidelberg

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Von: Fabienne Schimbeno

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Heidelberg - Am 3. April sind in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens die Corona-Schutzmaßnahmen weggefallen, auch die Maskenpflicht. Trägt jetzt wirklich jeder „oben ohne“?

Am 3. April ist das neue Infektionsschutzgesetz in Kraft getreten. Damit ist neben G-Regeln, Kontakt- und Zugangsbeschränkungen in vielen Bereichen auch die Maskenpflicht gefallen. Auch in Heidelberg geht man den Weg der Lockerung. Bis auf wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel in städtischen Gebäuden, muss keine Maske mehr getragen werden. Wie aber gehen Bürger, Gastronomen und Händler mit der neuen Regelung um? HEIDELBERG24 war vor Ort und hat sich ein Bild gemacht:

StadtHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohner158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche108,84 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberg: Trotz Maskenpflicht-Ende – viele halten Mund und Nase bedeckt

42 Prozent der HEIDELBERG24-Leser geben bei einer internen, nicht repräsentativen Umfrage unserer Redaktion an, trotz Ende der Maskenpflicht weiterhin Mund-Nasen-Schutz in Innenräumen tragen zu wollen. Schaut man sich am Montagmorgen (4. April) in der Heidelberger Fußgängerzone um, könnten das in der Realität aber deutlich mehr sein:

Ein Gang durch die Geschäfte zeigt: Die Bürgerinnen und Bürger halten Mund und Nase bedeckt, selbst draußen sind manche mit Maske unterwegs. „Ich trage die Maske zu meinem Schutz“, erklärt eine Kundin des Modegeschäfts Henschel auf Anfrage von HEIDELBERG24. Sie sei immer noch vorsichtig, außerdem habe sie sich mittlerweile schon an den Mundschutz gewöhnt. „Im Moment hört man wieder von vielen Fällen, ich selber hatte schon Corona“, erzählt sie weiter.

Die Heidelberger Fußgängerzone am Montagvormittag (4. April).
Die Heidelberger Fußgängerzone am Montagvormittag (4. April). © HEIDELBERG24/Fabienne Schimbeno

Heidelberg: „Die Maske auch mal absetzen“ – deshalb verzichten andere aufs Mundschutz-Tragen

Von einer Spaltung der Gesellschaft geht sie wegen der Freiwilligkeit des Masketragens nicht aus: „Wer will, soll die Maske tragen, wer nicht, nicht. Da sollte man sich gegenseitig keine Vorwürfe machen“. Im selben Geschäft ist ein jüngeres Pärchen unterwegs, beide ohne Mund-Nasen-Schutz. Auf die Frage, weshalb sie keine Maske tragen, antworten sie: „Es ist gerade nicht wirklich voll hier, da kann man die Maske auch mal absetzen“.

Das Paar kommt eigentlich aus dem Sauerland, hat das Wochenende aber in Heidelberg verbracht. In Nordrhein-Westfalen gelten die gleichen Regeln wie in Baden-Württemberg: Maske, G-Regeln und Co. fallen in den meisten Bereichen weg. „Man versucht sich gerade wieder daran zu gewöhnen, hier und da die Maske auch mal nicht zu tragen“, erklären die beiden.

Heidelberg: Nach Maskenpflicht-Ende – so gehen die Geschäfte mit der neuen Regelung um

Auch der Geschäftsleiter des Modehaus Henschel in Heidelberg, Christian Schreiber, trägt am Montag nach Inkrafttreten des neuen Infektionsschutzgesetzes keine Maske. „Wir haben es unseren Mitarbeitern freigestellt, ob sie Maske tragen wollen oder nicht. Das gilt auch für unsere Kunden“. Dennoch werde man proaktiv auf Kunden, die eine Maske tragen, zugehen und fragen, ob der Verkäufer ebenfalls einen Mund-Nasen-Schutz aufziehen soll.

Auch bei Bofinger in Heidelberg steht es den Mitarbeitern frei, ob sie Maske tragen oder nicht. „Wir sind zwar alle geboostert, aber wir tragen die Maske dennoch weiter“, erklärt Filialleiterin Maria auf Anfrage. Das hinterließe auch einen besseren Eindruck und der Kunde fühle sich sicherer, so die Verkäuferin. Dennoch ist sie der Meinung, dass es gut sei, dass die Maskenpflicht endlich gefallen ist: „Viele haben sich bevormundet gefühlt, jetzt bleibt es jedem selbst überlassen“.

Bei Henschel in Heidelberg steht es Mitarbeitern und Kunden frei, ob sie Maske tragen oder nicht.
Bei Henschel in Heidelberg steht es Mitarbeitern und Kunden frei, ob sie Maske tragen oder nicht. © HEIDELBERG24/Fabienne Schimbeno

Heidelberg: Nach Maskenpflicht-Ende – so geht die Gastro mit der neuen Regelung um

Ein paar Meter weiter, in einem Wollgeschäft in der Heidelberger Fußgängerzone, sieht man das ein wenig anders: „Mir wäre es lieber gewesen, wenn im Handel die Maskenpflicht bestehen geblieben wäre“, gesteht eine Verkäuferin. In dem Laden, in dem sie arbeitet, sind die Mitarbeiter dazu angehalten, weiter Maske zu tragen. „Wir haben hauptsächlich ältere Kunden, da ist es wichtig, diese zu schützen“.

Im Café Extrablatt in Heidelberg ist am Vormittag viel los: Die Gäste bedienen sich am üppigen Frühstücksbuffet, der Gang zum Futter darf natürlich ohne Mundschutz von Statten gehen. Der Chef des Restaurants hält fest: „Für uns ist es super, dass die Maskenpflicht wegfällt. Was die Gesundheit betrifft, weiß ich nicht“. Er selbst und seine Mitarbeiter tragen einen Mundschutz.

Lockerungswelle: Baden-Württemberg verzichtet auf Hotspot-Regelung

Im Traditionscafé Schafheutle in Heidelberg geht man nach wie vor den Weg der Vorsicht: „Die Inzidenzen sind aktuell wieder sehr hoch, deshalb tragen unsere Mitarbeiter Maske“, erklärt die Geschäftsführerin auf Anfrage. Den Gästen stehe es natürlich frei, ob sie mit Mundschutz kommen oder nicht. Auch bei Schafheutle ist am Montagvormittag viel los.

Wie die Landesregierung am Dienstag (29. März) beschlossen hat, wird es in Baden-Württemberg keine Hotspot-Regelung geben. Das heißt, unabhängig davon, wie hoch die Inzidenzen in den Land- und Stadtkreisen sind, greifen keine weiteren Corona-Maßnahmen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann appellierte jedoch an die Bevölkerung, auch in Innenräumen weiterhin Maske zu tragen: „So schützen wir nicht nur die eigene Gesundheit, sondern zeigen auch Solidarität in der Gemeinschaft“, so der Grünen-Politiker. (fas)

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