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Montpellierbrücke wird zur Großbaustelle – Vollsperrungen erst 2024

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Von: Florian Römer

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Heidelberg - In den nächsten drei Jahren wird die marode Montpellierbrücke zur Großbaustelle. Wegen der Sanierung stehen ab Ende Januar erste Fahrbahnsperrungen an:

Die Montpellierbrücke ist seit vielen Jahrzehnten eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen über die Bahnstrecke aus Südwesten nach Heidelberg. Das in den Jahren 1974 bis 1976 errichtete Bauwerk ist mit rund 45 Jahren für eine Brücke zwar noch nicht sonderlich alt, aber bereits so marode, dass es dringend saniert werden muss. Für über 22 Millionen Euro wird die Stadt die Montpellierbrücke jetzt so instandsetzen, dass sie weitere 25 Jahre genutzt werden kann.

Über 500 Einzelschäden machen Sanierung der Montpellierbrücke unumgänglich

„Die Montpellierbrücke hat eine enorme Bedeutung für den Verkehr in unserer Stadt“, sagt Baubürgermeister Jürgen Odszuck (CDU) bei einer Begehung der Montpellierbrücke am Mittwoch (18. Januar). Als er 2016 das Amt des Ersten Bürgermeisters übernahm, stand noch ein Abriss und anschließender Neubau der Brücke im Raum, erzählt Odszuck. „Ein Abriss war eine grauenhafte Vorstellung. Ich bin froh, dass wir ein Konzept gefunden haben, einen Neubau zumindest um 25 Jahre hinauszuschieben.“

In den kommenden drei Jahren werden an und in dem 230 Meter langen Bauwerk zwischen der Weststadt und der Bahnstadt umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt, erklärt Klaus-Peter Hofbauer, Leiter des Tiefbauamts. Alle Brücken in Heidelberg werden regelmäßig überprüft. Beim letzten Check der Montpellierbrücke habe man bei „über 500 Einzelschäden“ aufgehört zu zählen, so Hofbauer.

Eindringendes Wasser, abblätternder Beton – Montpellierbrücke in „ungenügendem Zustand“

Während der Umbauarbeiten für die Straßenbahnlinie in Richtung Kirchheim wurde die Montpellierbrücke zwischen 2006 und 2010 bereits teilweise saniert. Seither hat sich die Bausubstanz rapide verschlechtert. Brücken werden mit Noten auf einer Skala von 1 bis 4 bewertet. Aktuelle Note der Montpellierbrücke: 3,8 – „ungenügender Zustand“. Eine Sanierung ist unumgänglich, da mit weiteren Schäden Stand- und Verkehrssicherheit der Brücke nicht mehr gewährleistet werden kann.

Im Innern der Brücke zeigt Bülent Kardogan, Abteilungsleiter Bauwerkserhaltung bei der Stadt, das Ausmaß der Schäden. An mehreren Stellen dringt Wasser in das Bauwerk ein, an anderen blättert der Beton ab. Ein klares Bild ergibt sich aber oft erst, wenn man den maroden Belag abgeschlagen hat. Das eindringende Wasser bringe Stahlträger zum Rosten, diese müssen dann aufwändig behandelt und anschließend neu mit Beton ummantelt werden.

Bülent Kardogan, Abteilungsleiter Bauwerkserhaltung bei der Stadt Heidelberg, zeigt auf eine Stelle im Innern der Montpellierbrücke durch die Wasser eintritt.
Bülent Kardogan, Abteilungsleiter Bauwerkserhaltung, zeigt auf ein Stelle im Innern der Montpellierbrücke durch die Wasser eintritt. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Sanierung der Montpellierbrücke startet am 30. Januar

„Straßenbahnen werden immer länger und schwerer“, erläutert Baubürgermeister Odszuck. Deshalb wird die Brücke so verstärkt, dass sie künftig mehr Gewicht tragen kann. Zudem werden die Betonflächen auf allen Seiten der Brücke saniert. 22,5 Millionen Euro wird die Sanierung kosten. Das Land Baden-Württemberg fördert die Maßnahme mit rund 9,6 Millionen Euro.

Derzeit laufen noch vorbereitende Maßnahmen für die Bauarbeiten, die sich größtenteils im Innern und unter der Montpellierbrücke abspielen werden. Am 30. Januar starten die Arbeiten. Zuerst werden Geh- und Radweg der Brücke in Richtung Stadt Innenstadt erneuert. Danach sollen Rad und Fußgänger mehr Platz haben. Zudem werden neue barrierefreie Querungen an beiden Brückenenden geschaffen.

Der Fuß- und Radweg stadteinwärts auf der Montpellierbrücke in Heidelberg wird ab 30. Januar erneuert.
Der Fuß- und Radweg stadteinwärts auf der Montpellierbrücke wird ab 30. Januar erneuert. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Ab 30. Januar steht für den Verkehr auf der Montpellierbrücke stadteinwärts nur noch eine Fahrspur zur Verfügung, die Gegenrichtung wird zunächst weiterhin zweispurig befahrbar sein. Die Stadt empfiehlt, eine weitläufige Umleitung von der A5/Speyerer Straße über die B535 Richtung Rohrbach zu nutzen.

Modernisierung der Montpellierbrücke – Umleitungen bis Juli 2023.
Modernisierung der Montpellierbrücke – Umleitungen bis Juli 2023. © Stadt Heidelberg

Großbaustelle Montpellierbrücke – Vollsperrungen erst 2024

Von April bis Mai wird die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) den Aufbau im Gleisbereich untersuchen. Für 2024 ist die Erneuerung der Gleise auf der Montpellierbrücke vorgesehen. Sie wird voraussichtlich von März bis Juni 2024 durchgeführt. Ab August 2023 plant die Stadt die Sanierung des Geh- und Radwegs stadtauswärts. Dann wird auch die Fahrbahn in Richtung Schwetzingen auf eine Spur verengt.

In den Sommerferien 2024 steht dann die erste Vollsperrung der Brücke an, wenn alle Fahrbahnen grundlegend saniert werden. Damit der Verkehr möglichst wenig beeinträchtigt wird, werden die Arbeiten in den Ferien durchgeführt. Zuvor sind umfangreiche Arbeiten an Auf- und Abfahrtsrampen zur Lessingstraße geplant. Während der Maßnahmen wird die Lessingstraße nur bedingt befahrbar sein.

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Alle Infos zur Großbaustelle Montpellierbrücke gibt es unter heidelberg.de/montpellierbruecke. (rmx)

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