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Heidelberg: Blutige Party-Nacht in Disco – Hammer-Urteil gegen Messer-Stecher (30)

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Von: Katja Becher

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Vier Personen bei Auseinandersetzung in Musikclub schwer verletzt
Dezember 2016: Vier Personen bei Auseinandersetzung in „Nachtschicht“ schwer verletzt. © HEIDELBERG24/PR-Video

Heidelberg - Im Dezember 2016 kommt es in nur einer Nacht zu gleich mehreren blutigen Angriffen in der Disco „Nachtschicht“. Nach 5 Jahren Flucht fällt nun das Urteil gegen Hassan M.:

Update vom 17. Januar: Zwei Monate nach Prozessbeginn ist das Urteil gegen Hassan M. gefallen, der vor rund fünf Jahren vier Menschen mit einem Messer zum Teil schwer verletzte. Wie die RNZ berichtet, ist der 30-Jährige am Montag freigesprochen worden. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Heidelberg sei der Auffassung, dass der Mann in Notwehr gehandelt hatte. Unter anderem sollen sich die Zeugen nicht mehr richtig an das brutale Geschehen vor der Nachtschicht erinnert haben. Wiederum habe sich der Angeklagte vier Jahre nach der Tat gestellt. Er habe aus Angst vor der Rache der Brüder und deren Clans zunächst die Flucht ergriffen. „Die Aussage kam spät, war aber logisch konsistent, detailliert und widerspruchsfrei“, zitiert die RNZ den Vorsitzenden Richter Jochen Herkle. Beweise und Ergebnisse würden übereinstimmen.

Nach einer Glas-Attacke seien Opfer und Angeklagter aneinander geraten. Dabei sei Hassam M. mehrfach in den Rücken getreten worden, auch sei er mit einem Cuttermesser bedroht worden. „In Todesangst“ habe der Angeklagte dann sein Messer gezogen und zugestochen. M. habe den Tod der Männer in Kauf genommen, „die Taten waren aber durch die Notwehrlage gerechtfertigt“, so Herkle. Ob der Fall damit wirklich ad acta gelegt wird, ist aber abzuwarten, da noch Revision eingelegt werden kann. Hassam M. befindet sich trotz des Freispruchs nicht auf freiem Fuß, da er aufgrund seiner Flucht ins Ausland gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hatte.

Heidelberg: Blutige Party-Nacht in Disco – Messer-Stecher ab heute vor Gericht

Meldung vom 17. November: Fast fünf Jahre ist die verhängnisvolle Party-Nacht mit vier Schwerverletzten in der Heidelberger „Nachtschicht“ her. Jetzt hat sich ein gesuchter Tatverdächtiger nach mehreren Jahren Flucht bei den Ermittlern gestellt. Am Donnerstag (25. November) beginnt gegen den 1991 geborenen Tatverdächtigen am Landgericht Heidelberg der Prozess wegen versuchten Totschlags.

Der Vorwurf: Der Angeklagte soll in den frühen Morgenstunden des 16. Dezember 2016 seinem Opfer ein Messer mit einer rund acht Zentimeter langen Klinge in den Brustkorb gestoßen haben. Einem weiteren Party-Gast soll er das Messer in den Bauch gestoßen haben. Beide Opfer wurden schwer verletzt, mussten notoperiert werden. Zuvor war in der beliebten Heidelberger Disco, die seit Dezember 2017 geschlossen ist, ein heftiger Streit zwischen zwei feiernden Gruppen entbrandet.

Heidelberg: Rückblick – die blutige Party-Nacht in der „Nachtschicht“

Am Freitag, den 16. Dezember 2016, kam es in der beliebten Disco in der Bergheimer Straße zu gleich drei brutalen Vorfällen. Insgesamt vier Menschen wurden schwer verletzt, als in den frühen Morgenstunden der Streit zwischen zwei Gruppen eskalierte. Ein damals 27-Jähriger attackierte einen Partybesucher mit einem Whiskey-Glas, fügte ihm dabei tiefe Schnitte im Bereich der Halsschlagader zu. Der Angreifer wurde im Jahr 2017 in Heidelberg wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Ein weiterer, damals 35-jähriger Besucher der „Nachtschicht“ zerschlug einem jüngeren Mann ein Glas auf dem Kopf. Das Opfer erlitt Schnitt- und Platzwunden. Der Angreifer und sein damals 25-jähriger Begleiter wurden in der Folge Opfer der Messer-Attacken von dem nun Angeklagten. Die Ermittler fanden unmittelbar nach der verhängnisvollen Party-Nacht das blutverschmierte Tatmesser in Tatortnähe. Von dem Messer-Angreifer fehlte jedoch seitdem jede Spur – bis er sich nun, im Jahr 2021, der Polizei stellte.

Heidelberg: Nach Messer-Attacken in „Nachtschicht“ – Mann nach 5 Jahren Flucht vor Gericht

Für den Prozess gegen den nun angeklagten „Nachtschicht“-Angreifer wurden vor dem Landgericht Heidelberg vier Verhandlungstage angesetzt. Die Kammer hat zur Durchführung der Beweisaufnahme zwei Zeugen und eine Sachverständige geladen, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts vom Mittwoch (17. November). Start der Verhandlung ist der 25. November – am 9. Dezember könnte das Urteil gegen den Angeklagten fallen. (kab)

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