Universität Heidelberg

Klassische und moderne Literatur neu im Lehrplan

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Bis zum 17. Oktober können sich Studenten für den neuen Studiengang einschreiben (Symbolbild).

Mit Beginn des Wintersemesters 2014/2015 wird in Kooperation mit der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg der Master-Studiengang Klassische und Moderne Literaturwissenschaft eingerichtet.

Von anderen deutschsprachigen Komparatistik-Studiengängen unterscheidet sich der Heidelberger Studiengang durch die obligatorische Verbindung mindestens eines altsprachlichen Faches (in der Regel Latinistik) mit mindestens einer modernen Sprache und Literatur. Eine weitere Besonderheit ist die Öffnung des traditionellen Fächerkanons zur judaistischen Literaturwissenschaft, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. In fächerübergreifenden Vorlesungen, Seminaren und Übungen sollen die großen Linien der hebräisch-jüdischen, griechisch-lateinischen und modernen Literatur- und Kulturentwicklung aufgezeigt werden.

Der neue Heidelberger Master-Studiengang erinnert, so die Initiatoren, an das Vermächtnis des Philologen Ernst Robert Curtius, der in den 1920er Jahren an der Ruperto Carola wirkte. Sein Hauptwerk „Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter“ sei bald nach seinem Erscheinen 1948 zum Fundament einer Konzeption von Philologie geworden, die die griechisch-römische Antike, die christlich-jüdische Kultur und die Ideenwelt der modernen europäischen Literaturen gleichermaßen im Blick hat. 

Die leitende Idee, dass sich das moderne Europa nur auf der Grundlage der Erforschung seiner antiken Wurzeln verstehen lasse, habe auch in Zeiten, in denen Globalisierung und Transkulturalität zu bestimmenden Gesichtspunkten der literaturwissenschaftlichen Studien geworden sind, nichts von ihrer Bedeutung verloren. Im Gegenteil: „Die Auseinandersetzung mit den prägenden Faktoren einer jahrhundertelangen Traditionsbildung kann das Bewusstsein für die Eigenart und faszinierende Vielfalt konkurrierender kultureller Ideen und Konzepte schärfen.“

Die Philosophische und die Neuphilologische Fakultät der Universität Heidelberg sowie die Hochschule für Jüdische Studien zeichnen gemeinsam für den neuen Studiengang verantwortlich. So können die zur Zeit noch über mehrere Fakultäten und zwei Hochschulen verstreuten Schwerpunkte philologisch-literaturwissenschaftlicher Arbeit gebündelt, koordiniert und zusammengeführt werden.

Eine Einschreibung ist bis zum 17. Oktober 2014 möglich.

pm

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