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Heidelberg: OB fordert mehr Geld für Nahverkehr – „Muss schnell und bequem sein“

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Von: Marten Kopf

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Heidelberg - Für den Klimaschutz wäre ein Umstieg der Autofahrer auf öffentliche Busse und Bahnen sinnvoll. Die Stadt Heidelberg will sie mit kostenlosen Angeboten locken.

Nicht nur die Substanz des Öffentlichen Personennahverkehrs müsse verbessert werden, sondern auch das Preisgefüge, sagt Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner. „Der Nahverkehr muss günstiger werden.“ Eine Schülerjahreskarte für 550 Euro etwa stelle für manche Eltern eine hohe Belastung dar, so Würzner gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche108,84 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner

Stufenmodell zum Gratis-ÖPNV: „Ich halte das für finanzierbar“

In einem Stufenmodell will Würzner von Gratis-Tagen über Nulltarif für Kinder und Heranwachsende sowie Menschen über 60 Jahren zur kostenlosen ÖPNV-Nutzung für alle: „Ich halte das für finanzierbar“, erklärt er. Die Partnerstadt Montpellier habe dies vorgemacht. In diesem Punkt sind sich der 60-Jährige und die Grünen als stärkste Fraktion im Gemeinderat allerdings nicht recht einig.

Die Grünen-Fraktion nämlich will keine Förderung des ÖPNV mit der Gießkanne. „Das können wir uns nicht leisten“, sagt deren Chef Derek Cofie-Nunoo. Zuerst müsse das Angebot im ÖPNV verbessert werden, um dann mehr Menschen den Umstieg vom Auto auf die ökologischeren Alternativen schmackhaft zu machen.

Gratis-Samstage in Heidelberg: 10 Prozent mehr Fahrgäste

Würzner hält dagegen: „Wer diese Idee immer noch als Monstranz vor sich her trägt, wird den öffentlichen Nahverkehr nie attraktiver machen.“ Derzeit läuft ein vom Herbst vergangenen Jahres auf dieses Frühjahr verschobenes Projekt mit Gratis-Fahrten an vier Samstagen (26. März und 2., 9., 16. April). Schon am ersten Tag verzeichnete die Stadt 10 Prozent mehr Fahrgäste als üblich.

Mit einem städtischen „Modal Split“, also der Aufteilung der Wege auf die unterschiedlichen Verkehrsmittel, von 80 Prozent aller zurückgelegten Strecken per Rad, Bahn, Tram oder zu Fuß und 20 Prozent mit dem Auto hat Heidelberg nach Worten Würzners eine extrem gute Ausgangsposition. Die Anteile umweltfreundlicher Fortbewegung würden mit dem Ausbau ampelfreier Schnellradtrassen noch verbessert.

Appell des Heidelberger OB: Bund stärker in die Pflicht nehmen

„Für die Menschen muss die Beförderung schnell und bequem sein.“ Dafür müssten die Beförderungsmöglichkeiten intelligent miteinander verknüpft werden, etwa durch „Park and Ride“, Fahrradparkhäuser oder Car-Sharing-Angebote an Bahnhöfen. „Dann wird die ganze Sache attraktiv“, so Würzner. Schon jetzt rangiert der ÖPNV in Heidelberg auf Rang zwei bei innerstädtischen Fahrten.

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Würzner will im Bemühen um eine klimafreundlichere Mobilität auch den Bund stärker in die Pflicht nehmen. Auf den Kosten der Sanierung des für die Verkehrswende so wichtigen öffentlichen Nahverkehrs dürften die Kommunen nicht sitzen bleiben. „Die Städte haben riesige Bestandsstrecken, die erhalten, saniert, modernisiert und barrierefrei umgebaut werden müssen“. (mko/dpa)

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