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„Parklets“ in Heidelberg: Aufenthaltsfläche statt Parkplatz – alle Infos zu neuem Pilotprojekt

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Von: Florian Römer

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Heidelberg - Öffentliche Sitzfläche statt Parkplatz? Von April bis Oktober kann jeder einen Erholungsraum an der Straße einrichten. Das Pilotprojekt „Parklets“ machts möglich:

„Parklets“ statt Parkplatz? Wer noch nie von „Parklets“ gehört hat, könnte in Heidelberg bald auf diese temporären Aufbauten im öffentlichen Raum stoßen. Alle Bürger haben bis Oktober die Möglichkeit, Parkplätze in „kreativ designte Aufenthaltsbereiche“ umzuwandeln. Andere Städte in Deutschland haben bereits mit „Parklets“ experimentiert, darunter Stuttgart, Berlin oder München.

Jetzt will auch die Stadt Heidelberg die Einrichtung von „Parklets“ ermöglichen. Von April bis Oktober kann jeder Bürger beantragen, eine öffentliche Aufenthaltsfläche auf Parkplätzen einzurichten. Nach Ende des Pilotprojekts will die Verwaltung ein Fazit ziehen. Was man zum Pilotprojekt wissen muss:

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (31. Dez. 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Pilotprojekt in Heidelberg: Was sind Parklets?

Was sind „Parklets“ überhaupt? „Parklets sind temporäre Aufbauten als kreativ designte Aufenthaltsbereiche, die auf Parkplätzen oder anderen geeigneten Flächen im öffentlichen Raum aufgestellt werden“, heißt es im Leitfaden zum Pilotprojekt „Parklets“. Die Flächen werden „für eine begrenzte Zeit kreativ in einen Erholungsort umgewandelt“ und stehen der Allgemeinheit zur Verfügung.

Häufig werden Holzpaletten als Basis genutzt, auf der Aufbauten wie Sitzbänke, Tische oder Pflanzen installiert werden. Diese „Stadtmöbel“ sollen die Aufenthaltsqualität im urbanen Raum erhöhen. In manchen Fällen dienen „Parklets“ auch als Treffpunkte für die Anwohner. „Parklets“ lassen sich relativ schnell und kostengünstig aufstellen. Das erste „Parklet“ wurde 2013 in San Francisco errichtet. Jetzt findet man in fast allen Großstädten der Welt „Parklets“.

Beispiel für ein selbstgebautes Parklet aus Bern. So könnte auch ein Parklet in Heidelberg aussehen. (Foto: Manuel Zingg)
Wie hier im schweizerischen Bern können auch in Heidelberg selbstgebaute Parklets eingerichtet werden. © Manuel Zingg

„Parklet“ statt Parkplatz: Das ist in Heidelberg geplant

Wer seiner Kreativität freien Lauf lassen und in Heidelberg ein „Parklet“ einrichten möchte, kann das beim Amt für Verkehrsmanagement beantragen. Die Antragsteller gestalten „ihr“ Parklet selbst und kümmern sich auch um dessen Errichtung. Als mögliche Aufstellungsorte kommen laut Stadt „bevorzugt verkehrsberuhigte Bereiche und Bereiche ohne öffentliche Grün- und Aufenthaltsflächen“ in Betracht.

Bei dem „Parklet“ muss es sich um eine gebaute Konstruktion aus nachhaltigen und wetterfesten Materialien handeln. Alle Gegenstände müssen stabil befestigt sein, zur Abdeckung sollen keine Planen oder Folien genutzt werden, heißt es vom Verkehrsamt. Möglich ist auch die Begrünung des „Parklets“ oder die Einrichtung „zusätzlicher Angebote“ wie Bücherregal oder Tauschboxen.

Heidelberg: Wer darf „Parklets“ beantragen und wo dürfen sie nicht eingerichtet werden?

Einen Antrag für die Errichtung eines „Parklets“ darf von Privatpersonen, Vereinen und Gruppen gestellt werden. Es sollte ein Bezug zum Stadtbezirk bestehen. Im Antrag muss auf das Konzept und den erwarteten Mehrwert für den Stadtbezirk oder das Wohnquartier eingegangen werden. Pro Straßenzug ist nur ein „Parklet“ erlaubt.

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„Parklets“ können aber nicht überall im Stadtgebiet eingerichtet werden. Wo „Parklets“ nicht zulässig sind:

Für die Dauer des Pilotprojekts erhebt die Stadt weder Verwaltungsgebühr für Antrag noch Sondernutzungsgebühr. Weitere Fragen zum Pilotprojekt „Parklets“ beantwortet Daniel Kunz beim Amt für Verkehrsmanagement per E-Mail an daniel.kunz@heidelberg.de oder telefonisch unter 06221/5830-525. (rmx)

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