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Heidelberg: Ankunftszentrum mitten in PHV? Standort für Neubauten fix

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Von: Peter Kiefer, Florian Römer

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Luftbild Heidelberg ehem. Liegenschaften US-Army Patrick-Henry-Village Konversionsfläche
Blick auf das Patrick-Henry-Village. © Klaus Venus

Heidelberg - Bleibt das Ankunftszentrum für Flüchtlinge im Patrick-Henry-Village? Darüber hat der Gemeinderat jetzt entschieden. Welche Planungen das Land künftig vorantreiben kann:

Update vom 14. Dezember: Nach langem Hin-und-her hat der Gemeinderat eine Standort-Entscheidung für das Ankunftszentrum für Flüchtlinge getroffen. Die Einrichtung des Landes wird im Patrick-Henry-Village verbleiben, aber in den Nordosten des künftigen neuen Stadtteils ziehen. Dafür stimmen 28 Gemeinderäte und Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner, fünf votieren dagegen, zwei enthalten sich. Laut Gemeinderats-Beschluss soll das Ankunftszentrum zwischen A5 und „Parkway“ sowie westlich davon neu gebaut werden. Die Flüchtlings-Einrichtung wird also zu beiden Seiten der künftigen Haupterschließungsachse liegen und damit mitten im Stadtteil.

Zuvor hatte es intensive Gespräche zwischen Vertretern von Stadt, Gemeinderat, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), Land Baden-Württemberg, Regierungspräsidium Karlsruhe, Internationaler Bauausstellung (IBA) und Bündniss für Ankunftszentrum, Flüchtlinge und Flächenerhalt (BAFF) gegeben. Der neue Standort verteilt die Einrichtung auf zwei aneinander angrenzende Areale. Zwischen „Parkway“ und Autobahn sollen demnach Registrierungs- und Verwaltungsgebäude entstehen. Untergebracht sollen die Flüchtlinge künftig auf der zentralen Fläche zwischen den Offiziersvillen und dem Zentrum werden. Die bauliche Umsetzung durch das Land soll in enger Absprache mit der Stadt erfolgen.

Ankunftszentrum bleibt in PHV: Das sagen die Parteien

Die CDU ist nach wie vor der Meinung, dass das Ankunftszentrum nicht nach Patrick-Henry-Village gehört“, erklärt Fraktionschef Dr. Jan Gradel in der Gemeinderatssitzung. „Wir hätten das gerne auf den Wolfsgärten gesehen.“ Aber in Anbetracht des Mangels an Alternativen bleibe PHV als „einzig machbarer Standort“ übrig. Auch die FDP hätte lieber die Wolfsgärten gehabt, sagt Karl Breer. Das sei „kein Geheimnis“. In Anbetracht fehlender Gewerbeflächen in Heidelberg stimme die Fraktion aber für den neuen Standort in PHV.

Die Entscheidung sei „ein guter Kompromiss“ findet Luitgard Nipp-Stolzenburg (Grüne). Unklar ist indes aber, wie viele Wohn-, Gewerbe- und Grünflächen für das Ankunftszentrum wegfallen. Entsprechende Informationen will die Stadtverwaltung in den kommenden zwei bis drei Monaten nachreichen, verspricht Oberbürgermeister Würzner. Aus ökologischer Sicht sei die Lösung allerdings deutlich schlechter als auf den Wolfsgärten, gibt Dr. Nicola Lutzmann (Grüne) zu bedenken: „Es werden etliche ältere Bäume fallen, es wird massiv Fläche versiegelt, die eigentlich als Grünfläche geplant war.

Zara Kiziltas (Linke) freut sich über den „Riesenerfolg für die Zivilgesellschaft“. Wichtig sei jetzt, dass die Bürgerinitiative BAFF in die Ausgestaltung des Ankunftszentrums weiter einbezogen werde, sagt Sahra Mirow (Linke). Die Bunte Linke sei „glücklich, dass eine Lösung absehabr ist, die wir uns immer gewünscht haben“, sagt Stadtrat Arnulf Weiler-Lorentz. „Hier ist quasi ein Wunder geschehen“, so Björn Leuzinger (Partei). „Denn noch vor einem Jahr haben Stadtverwaltung und IBA behauptet, es ist völlig unmöglich auf PHV ein Ankunftszentrum zu integrieren.“ Dennoch habe man jetzt einen „tollen Standort“ gefunden. Auch die SPD sei sehr erfreut. „Die Beharrlichkeit hat sich rentiert“, denkt Prof. Dr. Anke Schuster. Den Bürgerentscheid nennt die Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten „Rückenwind für die Stadt“. Vielleicht habe dieser „die Position der Stadt gegenüber dem Land gestärkt“, wodurch Änderungen möglich waren. (rmx)

PHV in Heidelberg: Kommt geteiltes Ankunftszentrum im Nordosten der Village?

Update vom 1. Dezember: In der kommenden Woche soll der Gemeinderat endgültig über den Standort für das Ankunftszentrum für Flüchtlinge entscheiden. Mittlerweile scheint der Konsens groß, dass die Einrichtung in den Nordosten von PHV ziehen wird. Ein Teil des Ankunftszentrums soll zwischen Autobahn und Parkway, der andere westlich des Parkways, unweit der ehemaligen Offiziersvillen realisiert werden. So lautet zumindest die Beschlussvorlage der Stadt Heidelberg, der der Bezirksbeirat Kirchheim jüngst zustimmte.

Nach mehreren Jahren Standortsuche und dem Bürgerentscheid zum möglichen Alternativstandort „Wolfsgärten“ ist Ankunftszentrumsleiter Markus Rothfuß „froh“, wenn der Gemeinderat am Donnerstag (9. Dezember) eine Entscheidung fällt. Gegenüber der „Rhein-Neckar-Zeitung“ sagt Rothfuß, dem Land sei es „wichtig, eine Perspektive in Heidelberg“ zu haben. Dass erst ein Ankunftszentrum und dann ein neuer Stadtteil im Patrick-Henry-Village biete viele Chancen. Ziel sei es, als fester Bestandteil zum neuen Stadtteil zu gehören. Ob man durch die Trennung der Einrichtung in zwei Teile könne man bei manchen Gebäuden auf die Einzäunung verzichten.

PHV in Heidelberg: So sehen die Entwürfe für das neue Ankunftszentrum aus

Erstmeldung vom 12. Oktober: Fällt die Entscheidung im Gemeinderat noch im Jahr 2021? Es geht um die wichtige Frage, wie das Landes-Ankunftszentrum für Geflüchtete in den Dynamischen Masterplan für das Patrick-Henry-Village (PHV) integriert werden kann? Zur Klärung haben sich am Freitag (8. Oktober) auf Einladung des Heidelberger Oberbürgermeisters Prof. Dr. Eckart Würzner (parteilos) Vertreter*innen der Stadt Heidelberg, des Heidelberger Gemeinderats, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), des Landes Baden-Württemberg, des Regierungspräsidiums Karlsruhe, der Internationalen Bauausstellung (IBA) Heidelberg und des Bündnisses für Ankunftszentrum, Flüchtlinge und Flächenerhalt erneut getroffen.

Bereits im Mai hatten bei einem ersten Arbeitstreffen Vorabstimmungen stattgefunden, wonach eine Verortung des Ankunftszentrums im Bereich Nordost von PHV zu untersuchen sei. Nun diskutierten die Teilnehmer*innen drei mögliche Realisierungsvarianten, die das Büro KCAP in den vergangenen Monaten im Auftrag der Stadt entwickelt hatte. Das Büro des renommierten Stadtplaners Kees Christiaanse war auch beim bereits 2020 verabschiedeten Dynamischen Masterplan Patrick-Henry-Village beteiligt. 

StadtHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl161.485 (Stand: 31. Dez. 2019)
Fläche108,84 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

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PHV in Heidelberg: Die drei Standort-Varianten für Ankunftszentrum wurden erarbeitet

Die drei nun vorliegenden Varianten unterscheiden sich vor allem bei der Verortung des Ankunftszentrums in Heidelberg. Bei einer Variante würde das Zentrum im Osten des PHV entlang der Autobahn A5 entstehen. Eine zweite Variante sieht als Ort den nördlichen Bereich vor, wo bislang die Offiziersvillen stehen. Bei der dritten Variante würde das Ankunftszentrum im nordöstlichen Bereich entstehen – wobei ein Teil westlich der geplanten Ringstraße „Parkway“ und ein anderer östlich davon liegen würde. 

Alle drei Standorte sind für das Ankunftszentrum und für die Entwicklung von PHV mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen verbunden. Diskutiert wurden unter anderem Flächenzuschnitte, Wohn- und Aufenthaltsqualität für Bewohnende und Beschäftigte, mögliche Bebauungsstrukturen, Gebäude- und Baumerhalt, Sicherheitsaspekte, Zufahrten und Erreichbarkeiten, städtebauliche Aspekte sowie die Konsequenzen für den Dynamischen Masterplan. Alle Beteiligten erklärten als zum Teil erste Einschätzung eine Präferenz für die dritte Variante, westlich wie östlich des „Parkway“, die das größte Integrationspotenzial für den neuen Stadtteil haben könnte. 

Die Stadtverwaltung wird die Diskussion nun aufarbeiten und dem Gemeinderat zur Diskussion und Entscheidung vorlegen. Ziel ist, dass der Gemeinderat noch vor Weihnachten über eine mögliche Verortung des Ankunftszentrums innerhalb von PHV entscheidet. (PM/pek)

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