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Pläne der Stadt: Autos haben auf geplantem Parkway in Patrick-Henry-Village kein Hoheitsrecht

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Von: Sarah Isele

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Heidelberg - Es gibt einen Siegerentwurf für den Parkway im neuen Patrick-Henry-Village. Dieser soll allen Verkehrsteilnehmern zur Verfügung stehen. Autos müssen sich zurückhalten.

Viele Verkehrsteilnehmer können sich über den Siegerentwurf des Parkways im neuen Stadtteil Patrick-Henry-Village in Heidelberg freuen, andere werden da etwas verbissen mit den Zähnen knirschen. Der Siegerentwurf des freiraum- und verkehrsplanerischen Wettbewerbs zum Parkway liegt vor. Dieser sieht vor, dass die Straße allen Verkehrsteilnehmenden zur Verfügung steht, dies jedoch mit Einschränkungen für eine ganz bestimmte Gruppe.

Parkway im Patrick-Henry-Village: Entwürfe von fünf internationalen Büros

Bereits im Jahr 2022 wurde der freiraum- und verkehrsplanerische Wettbewerb für den Parkway von der Stadt Heidelberg ausgegeben. Gegenstand war die Konkretisierung und Weiterentwicklung der vorliegenden Planungen aus dem Dynamischen Masterplan, der vertiefenden Studien und der technischen Voruntersuchung für den Parkway sowie für die angrenzenden Straßen und Grünflächen. Insgesamt hatten fünf internationale Büros ihre Arbeiten für den Wettbewerb abgegeben. Bereits im Dezember wurde eine öffentliche Abstimmung über den zukünftigen Namen des 16. Stadtteils angekündigt.

Da aber nicht jede Einreichung für den Wettbewerb umgesetzt werden kann, wurde von einer Jury ein Siegerentwurf herausgesucht, der, nach Ansicht der Jury, „auf innovative Art und Weise verkehrliche Anforderungen und die Qualitäten eines lebendigen Stadtraums“ zusammenbringt. Daher hatte die Jury am Mittwoch (8. März) die Arbeit der Planergruppe Oberhausen, Essen, zum Sieger gekürt. Ihren Plan hatte die Gruppe zusammen mit Argus Stadt und Verkehr Partmb, Hamburg, und Cityförster architecture+urbanism, Hannover erstellt.

Parkway in neuem Stadtteil: Damit überzeugt der Siegerentwurf

Die Planergruppe Oberhausen hatte auch bereits den Wettbewerb für die Baufelder B3/B4 gewonnen, auf denen Wohnraum für bis etwa 1.400 Menschen und Flächen für rund 400 Arbeitsplätze geschaffen werden sollen. Das Konzept der Planergruppe überzeugt „durch sein Zusammenspiel und die feingliedrige Vernetzung zwischen Städtebau, den angrenzenden Grünräumen und dem multifunktionalen Parkway, der verspricht, seinen Aufgaben nicht nur als Verkehrsraum gerecht zu werden, sondern auch als innerstädtischer Begegnungsraum mit hohen ökologischen Qualitäten“, wie es in einer Presseinformation der Stadt Heidelberg heißt.

Ebenso ist der Siegerentwurf der Entwurf, bei dem mit Blick auf alle eingereichten Arbeiten die geringsten Flächen versiegelt und die wenigsten Bäume gefällt werden müssen. Bei Interesse können alle Wettbewerbsarbeiten von Montag (13. März) bis Donnerstag (23. März) in der ehemaligen Turnhalle im Dachgeschoss des Derzernat 16 angesehen werden. Der Parkway stellt in der Patrick-Henry-Village das wesentliche Erschließungselement des Masterplans dar. So dient die geschwungene, ringförmige Straße zur Haupterschließung des neuen Stadtteils. Vielleicht löst sich mit dem neuen Stadtteil das Problem des Wohnraummangels in Heidelberg.

Der Parkway in der neuen Patrick-Henry-Village soll für alle Verkehrsteilnehmenden nutzbar sein.
Der Parkway in der neuen Patrick-Henry-Village soll für alle Verkehrsteilnehmenden nutzbar sein. © Planergruppe Oberhausen

Parkway in Patrick-Henry-Village: Für alle Verkehrsteilnehmenden, aber mit Einschränkungen

Diese liegt zwischen der grünen Mitte und den äußeren Quartieren. Sie wird als großzügiger Parkway gestaltet, der allen Verkehrsteilnehmenden zur Verfügung steht. Der öffentliche Nahverkehr ist dort auf einer Spur untergebracht, auf einer anderen liegt eine Fahrradstraße. Radfahrende haben dort Vorfahrt vor den Autos, die diesen ebenfalls nutzen. So müssen sich Autofahrer zurückhalten. Damit Fußgängerinnen und Fußgänger sicher unterwegs sind, hat die Jury eine stärkere Trennung der Verkehrswege von Radfahrenden und Fußgängern empfohlen als auf der Visualisierung abgebildet. 

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Der Parkway soll als verbindender Baustein angelegt werden und keine Barriere sein, die den Stadtteil trennt. So führt dieser nicht schnurgerade über die Fläche, sondern in geschwungener Form und kann daher auch um Bestandsbäume herum geplant werden. Entlang der Straße sollen weitere Grünflächen entstehen. Der Parkway wird gleichzeitig als Trasse für die zentrale Infrastruktur genutzt. Dabei finden die Hauptversorgungsleitungen für das Wärmenetz, die Wasserversorgung sowie für Abwasser, Strom und Kommunikationsmedien im Parkway ihren Platz. Insgesamt ist für den Parkway eine Länge von 1,2 Kilometern von Nord nach Süd geplant. (rah)

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