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Promod und Pimkie: Über 60 Filialen werden geschlossen ‒ auch in Heidelberg?

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Von: Florian Römer

Heidelberg - Das Ladensterben macht auch vor vermeintlich starken Mode-Ketten nicht halt: Promod und Pimkie werden bundesweit Filialen schließen ‒ auch in Heidelberg:

Update vom 29. Januar: Diese Nachricht dürfte zumindest bei den Beschäftigten des Pimkie-Stores in der Hauptstraße 22 für Erleichterung sorgen: „Das Geschäft in Heidelberg bleibt offen“, sagt Kilian Haus auf Anfrage von HEIDELBERG24. Haus unterstützt als Generalbevollmächtigter die Geschäftsführung der Framode GmbH beim Insolvenzverfahren von Pimkie Deutschland. Und was passiert mit den Angestellten? „Die Personalstärke in den offen bleibenden Filialen bleibt erhalten“, erklärt Haus.

Zu den Pimkie-Filialen, die die angeschlagene französische Modekette in Deutschland halten will, zählt auch der Store im Rhein-Neckar-Zentrum in Viernheim, verrät Haus. Die Filialen in Heilbronn (Stadtgalerie) und Karlsruhe (Kaiserstraße) werden hingegen geschlossen. Über die weiteren Stores in Baden-Württemberg wollte man vorerst keine Auskunft geben. Merkur.de* hatte berichtet, dass auch Pimkie-Läden in Bayern, Berlin und Frankfurt von Schließungen betroffen* sind.

Diese Pimkie-Filialen bleiben offen:

Diese Pimkie-Filalen werden geschlossen:

Promod und Pimkie: Über 60 Filialen werden geschlossen - was passiert mit Läden in Heidelberg?

Menschenleere Einkaufsstraßen und verlassene Ladengeschäfte ‒ dieses Bild prägt die Szenerie in immer mehr Fußgängerzonen in deutschen Innenstädten. Wegen der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung Mitte Dezember entschieden, erneut einen Großteil der Einzelhandelsgeschäfte zu schließen. Vielen Geschäften setzte bereits der erste Lockdown zu, jetzt zwingt Corona vermeintlich große Fashion-Ketten in die Knie: Die französischen Modehändler Promod und Pimkie haben angekündigt, Filialen in Deutschland zu schließen. Das ist das Ergebnis der jeweiligen Insolvenzverfahren, die beide Unternehmen 2020 eingeleitet haben.

Promod rasiert alle Filialen in Deutschland ‒ auch Heidelberg betroffen

Fast 30 Jahre lang war Promod in deutschen Einkaufsstraßen präsent und versorgte Kundinnen mit französisch angehauchter Damenmode. Damit ist Ende Februar 2021 Schluss: Bis dahin wird Promod Deutschland die verbliebenen 32 Filialen dicht machen, erklärt Insolvenzverwalter Marco Kuhlmann in einer Mitteilung. Die Umsatzeinbußen aus dem ersten Lockdown hätten in den wenigen Monaten der Öffnung für den stationären Handel nicht kompensiert werden können. Auch das Entgegenkommen der Vermieter könne daran leider nichts ändern.

Promod wird bis Ende Februar 2021 alle Filialen in Deutschland schließen. Auch den Store in der Hauptstraße in Heidelberg.
Promod gibt auch die Filiale in Heidelberg auf. © HEIDELBERG24/Florian Römer

Nach eigenen Angaben unterhielt Promod in 25 Ländern 528 Filialen mit mehr als 5.500 Mitarbeitern. Rund 25 Millionen Kunden brachten dem Unternehmen einen Umsatz von etwa 860 Millionen Euro. Künftig will die französische Mode-Kette sich verstärkt auf Nach der Schließung des stationären Handels will Promod sich auf das Online-Geschäft konzentrieren und ausbauen, berichtet . fashionunited.de. In vielen Städten wurden Promod-Geschäfte bereits geschlossen ‒ auch in Heidelberg. Wie viele Mitarbeiter in der Filiale in der Heidelberger Hauptstraße beschäftigt waren, ist noch nicht bekannt. Und auch zur Promod-Filiale in Heilbronn gibt es derzeit keine näheren Informationen. Anfragen ließ das Unternehmen bislang unbeantwortet.

Pimkie schließt fast die Hälfte seiner Läden ‒ was passiert mit Heidelberger Filiale?

Von der Corona-Krise ist auch die französische Mode-Kette Pimkie stark betroffen, die mit eher günstigen Fashion-Artikeln bei überwiegend jüngerem Publikum sehr beliebt ist. Auch Pimkie Deutschland war wegen Covid-19 in finanzielle Schieflage geraten und hatte Ende September 2020 ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Im Lauf der Woche hatte das Betreiberunternehmen von Pimkie Deutschland, Framode GmbH, mit Sitz in Kehl mitgeteilt, dass die Gläubiger dem Insolvenzplan einstimmig zugestimmt haben. So sollen 40 der über 70 Pimkie-Filialen in Deutschland erhalten bleiben. „Ohne die teilweise sicher schmerzhaften Anpassungen der Standortmieten hätte die weitere Existenz von pimkie in Deutschland zweifellos in Frage gestanden“, wird Pimkie-COO Patrick van der Linden zitiert. Die Restrukturierung ermögliche es, in Deutschland mit 40 Stores präsent zu bleiben, ergänzt Prokurist und Country Sales Manager Patrik Mesa Raya.

Pimkie stand wirtschaftlich unter Druck, da es das Online-Geschäft lange verschlafen hatte. In der Corona-Krise waren viele Kunden zur irischen Billig-Fashion-Kette Primark abgewandert, die Erfolge von Mode-Riesen wie Zara und H&M erhöhten den Druck auf Pimkie. Nach eigenen Angaben hat Pimkie bundesweit 75 Filialen mit 350 Angestellten. 2018 waren es noch doppelt so viele Stores mit 650 Mitarbeitern. Der Umsatz lag 2019 bei 50 Millionen Euro.

Im Rahmen des Insolvenzverfahrens will die französische Modekette Pimkie über 30 Filialen bundesweit schließen. Ob auch der Store in Heidelberg geschlossen wird, ist aktuell noch nicht bekannt.
Pimkie wird in Deutschland über 30 Filialen schließen - die Heidelberger Filiale in der Hauptstraße bleibt erhalten. © HEIDELBERG24/Florian Römer

Auch in Heidelberg betreibt Pimkie seit vielen Jahren eine Filiale. Ob der Laden in der Hauptstraße von den Schließungen betroffen ist, ist nicht bekannt. Auf eine Anfrage von HEIDELBERG24 gab es bislang keine Antwort von Pimkie. Von einer möglichen Filialschließung könnten auch die Pimkie-Stores in Viernheim (Rhein-Neckar-Zentrum), Karlsruhe (Ettlinger Tor) und Heilbronn (Stadtgalerie) betroffen sein. Der Handelsverband Nordbaden hatte im November 2020 vor einem Ladensterben gewarnt, da immer mehr Kunden ihre Waren in Online-Shops kaufen. (rmx) *HEIDELBERG24 und Merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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