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Amoklauf Heidelberg: Großer Trauermarsch für Opfer – so verläuft die Route

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Von: Florian Römer

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Heidelberg - Genau einen Monat nach dem Amoklauf an der Uni wollen Studierende noch ein Mal ihrer getöteten Kommilitonin gedenken. Ein Trauermarsch soll ins Neuenheimer Feld führen:

Der Schock sitzt noch immer tief! Am 24. Januar dringt ein Amok-Schütze in einen Hörsaal im Neuenheimer Feld und eröffnet das Feuer. Eine junge Kommilitonin wird tödlich getroffen, drei weitere Studenten verletzt. Anschließend richtet sich Nikolai G. im angrenzenden Botanischen Garten selbst. Genau einen Monat nach dem Amoklauf in Heidelberg wollen Studierende „mit Kerzen und Lichtern an die Tat und deren Opfer zu erinnern“. Am Montag (21. Februar) soll ein Trauermarsch von der Altstadt ins Neuenheimer Feld führen.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)
Studierendeca. 39.000

Amoklauf in Heidelberg: Gedenkmarsch durch die Stadt

Um 16:30 Uhr werden wir uns am Uniplatz vor der Neuen Universität versammeln und zunächst in Richtung Bismarckplatz ziehen“, erklärt Peter Abelmann, Vorsitzender der Verfassten Studierendenschaft, auf Anfrage von HEIDELBERG24. Am Bismarckplatz werde man den Campus Bergheim „streifen“ und dann über die Theodor-Heuss-Brücke den Neckar queren. Durch die Straßen Neuenheims führt der Gedenkmarsch dann zum Campus Neuenheimer Feld. Eigentlich wollte man den Trauerzug durch die drei Heidelberger Unistandorte Altstadt, Bergheim und Neuenheimer Feld führen. Der Weg durch Bergheim hätte wohl zu vielen Straßensperren geführt. Die wollte man den Bürgern nicht zumuten, so Abelmann. In Absprache mit Polizei und Stadt hat man sich dann für die Route über die Theodor-Heuss-Brücke entschieden. „Wir sind aber froh, dass wir den Campus Bergheim touchieren“, betont Abelmann.

Blumen und Kerzen gegenüber des Uni-Gebäudes INF 360 in Heidelberg, wo ein Amok-Schütze am 24. Januar 2022 eine Kommilitonin tötete.
Blumen und Kerzen gegenüber des Uni-Gebäudes INF 360. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Im Neuenheimer Feld werde man am Unigebäude vorbeilaufen, in dem die tödlichen Schüsse fielen. Anschließend führt der Trauermarsch durch den Botanischen Garten zur Zentralmensa. Dort können Blumen abgelegt werden. „Wir gehen davon aus, dass dort auch Reden gehalten werden“, sagt Abelmann. Ob auch Betroffene aus dem Hörsaal das Wort ergreifen werden, ist derzeit noch unklar. Eventuell werden auch Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner und Uni-Rektor Bernhard Eitel am Gedenkzug teilnehmen.

Heidelberg: Trauerzug nach Amoklauf „primär“ für Studierende

Die Initiative für den Gedenkmarsch ging von der Fachschaft Biologie aus. Wie viele Menschen an dem Trauerzug durch Heidelberg teilnehmen werden, vermag Abelmann nicht zu sagen. „Wir rechnen mindestens mit ein paar hundert Teilnehmern.“ „Primär“ sei der Trauerzug für Studierende der Ruprecht-Karls-Universität gedacht. „Wenn Menschen sich spontan dem Trauermarsch anschließen wollen, werden wir sie aber sicher nicht davon abhalten“, betont Abelmann. Rund eineinhalb Stunden werde der Marsch von der Altstadt zur Zentralmensa im Neuenheimer Feld dauern, schätzt der Vorsitzende der Verfassten Studierendenschaft.

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Am Montag beginnt an der Uni die vorlesungsfreie Zeit. Dann werde es schwer möglich sein, die verschiedenen Stellen an der Uni zu pflegen, an denen Menschen zur Erinnerung Blumen niederlegen oder Kerzen anzünden, sagt Abelmann. Im „Chez Pierre“ wurde ein Trauerraum eingerichtet. Darüber hinaus wünschen sich Studenten auch eine dauerhafte Gedenkmöglichkeit. Abelmann diskutiere man derzeit über „längerfristiges Trauerkonzept“. (rmx)

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