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Spenden-Radtour in Afrika – Heidelberger dreht nach über 4.000 Kilometern um

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Von: Florian Römer

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Heidelberg/Essaouira - Nach über 4.000 Kilometern Spenden-Radtour nach Afrika hat Xaver Lechner entschieden umzukehren. Wieso der Heidelberger jetzt in Richtung Heimat radelt: 

Anfang November bricht Xaver Lechner aus Heidelberg auf eine Langstreckenradtour auf. Sein Ziel: Sambia im südlichen Afrika. Entfernung: rund 12.000 Kilometer. Mit seiner Radtour will der 40-Jährige Spenden für einen Schulhausbau in Sambia sammeln. Anfang 2023 setzt Lechner gemeinsam mit einem erfahrenen Langstreckenradler von Südspanien aus nach Marokko über, das Abenteuer Afrika beginnt.

Sie radeln von Tanger in Richtung Süden, durch „atemberaubende Landschaften, abgefahrene Städte und historische Orte“, wie Lechner es ausdrückt. Der Heidelberger schwärmt von der Gastfreundschaft der Menschen und der marokkanischen Küche. „Meine absoluten Highlights hier: der größte orientalische Markt Afrikas in Marrakesch; Chefchaouen – eine Stadt, die komplett in blau gehüllt ist; und die antike Stätte Volubilis, wo man super erhaltene Mosaike aus der Römerzeit bestaunen kann.“

Ein römisches Mosaik in der antiken Stätte Volubilis (Marokko).
Ein römisches Mosaik in der antiken Stätte Volubilis. © Xaver Lechner

Nach über 4.300 Kilometern – Heidelberger dreht auf Spenden-Radtour um

Mittlerweile ist das Duo in der marokkanischen Künstlerstadt Essaouira angekommen. Hier, nach über 4.300 Kilometern auf dem Sattel, fasst Lechner den Entschluss, nicht mehr weiter nach Süden zu radeln. Stattdessen wird der 40-Jährige umkehren und die Heimreise anzutreten. „Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, sagt Lechner im Gespräch mit HEIDELBERG24. „Ich habe lange hin-und-her überlegt. Vor ein paar Tagen waren wir in Marrakesch und ich war erkältet. Da habe ich mich erstmals ernsthaft mit dem Gedanken beschäftigt, zurückzufahren.“

Lechner und Radvagabund Jörg vor der Überfahrt nach Marokko.
Lechner und „Radvagabund“ Jörg vor der Überfahrt nach Marokko. © Xaver Lechner

Schon im ersten Gespräch hatte Lechner offen gelassen, ob er es tatsächlich bis nach Sambia schafft. Jetzt habe er gemerkt, dass er „diese Monotonie unterschätzt“ hat: „Jeden Morgen Zelt abbauen, Radtaschen packen, dann bei jedem Wetter mindestens 100 Kilometer radeln, abends dann wieder Zelt aufbauen, häufig schon im Dunkeln“, erzählt Lechner. Es sei eine große Herausforderung, nach tausenden Kilometern auf dem Rad jeden Morgen wieder auf den Sattel zu steigen. „Jetzt brauchen Körper und Geist einfach eine Pause“, so Lechner.

Fischerboote im Hafen von Essaouira (Marokko).
Fischerboote im Hafen von Essaouira. © Xaver Lechner

Heimweh nach der Kurpfalz – über 6.000 Euro an Spenden gesammelt

„Ich habe Heimweh und sehne mich nach meiner Familie und meinen Freunden in der Kurpfalz“, gibt der gelernte Mechatroniker unumwunden zu. Die Spendenfahrt sei bislang „super“ verlaufen, so Lechner. Bis auf einen Sturz und ein paar Schürfwunden ist der 40-Jährige unfallfrei durchgekommen. „Ich bin stolz, dass ich es so weit geschafft habe. Ich habe auf meiner Tour viel gesehen und neue Erfahrungen sammeln können, aber jetzt reichts. Außerdem bin ich dankbar, dass so viele Menschen für das Schulhausprojekt gespendet haben.“

Sein Einsatz für die gute Sache hat sich jedenfalls gelohnt: „Etwas über 6.000 Euro sind mittlerweile an Spenden zusammen gekommen“, verrät Marcus Oswald, Schatzmeister des Vereins CFZD aus Dossenheim. Der Verein unterstützt die Erweiterung einer Schule in Kitwe, der zweitgrößten Stadt Sambias. „Auch wenn Xaver die Tour jetzt abbricht, ist das eine richtig coole Aktion“, findet Oswald. „Wir können die Spenden gut gebrauchen.“ Der Verein hat für das Projekt Fördergelder vom Bundesamt für Entwicklungszusammenarbeit beantragt, muss aber einen Anteil in Höhe von rund 10.000 Euro selbst tragen. „Durch Spenden haben wir schon über die Hälfte der Summe zusammen“, freut sich Oswald.

Children with Future in Zambia – Deutschland (CFZD)

Der gemeinnützige Verein „Children with Future in Zambia – Deutschland“ (CFZD) unterstützt die gleichnamige NGO im Bereich Bildung an der Projektschule in Kitwe. Dort werden von der Vorschule bis zur 7. Klasse rund 240 Schüler betreut. Ab Klasse 8 werden Schüler durch Patenschaften unterstützt, die den Besuch einer weiterführenden Schule ermöglichen.

Spendenkonto: Ethikbank Eisenberg,
IBAN: DE04 8309 4495 0003 1359 42 
Überweisungszweck: aktuelles Bengoprojekt

Rückfahrt zumeist auf dem Rad – Lechner will Mitte März zurück sein

Auch wenn Lechner jetzt nach Europa zurückkehrt – wird sein Begleiter, Radvagabund Jörg, die Radtour ins südliche Afrika fortsetzen. „Auf seinem Weg nach Kapstadt will Jörg auch bei der Schule in Kitwe vorbeifahren“, verrät Lechner. Bis dahin wird Lechner wieder in der Heimat sein. „Mitte März werde ich zurück sein“, sagt Lechner. Viele Freunde haben ihm Nachrichten geschickt. „Die freuen sich alle total, dass ich bald zuhause bin. Das ist ein schönes Gefühl.“

Am Samstag (21. Januar) beginnt für den 40-Jährigen die Rückreise: Mit dem Bus zurück nach Tanger, von dort mit der Fähre nach Spanien. Für die Rückfahrt wird Lechner eine andere Route nehmen: „Ich werde über Portugal zurückfahren. Die genaue Strecke steht aber noch nicht fest.“ Den Großteil der Rückreise wird der Heidelberg wieder auf dem Sattel zubringen. (rmx)

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